Zum 25. Geburtstag des MMORPG Everquest sprechen die Entwickler über die Features, die ihr MMORPG von anderen unterscheiden. Dabei spricht man ganz offensichtlich immer wieder über den großen Nachfolger WoW von Blizzard.
Welchen Schritt sind die Entwickler bei Everquest gegangen? Im MMORPG Everquest gibt es keinen Gruppen-Finder. Der Creative Director, Kyle Vallee, sagt im Interview mit PC Gamer:
“Einige MMOs haben Gruppenfinder für alles. Du gehst in einen Gruppenfinder, du gehst in die Zone, du sprichst nicht mit den anderen Spielern, du räumst die Zone so schnell du kannst, und du gehst. Es gibt keine Diskussion. In unseren Spielen muss man mit anderen Spielern reden, wenn man eine Gruppe finden will. Wir hatten mal einen Gruppenfinder, aber wir hatten das Gefühl, dass er das Gemeinschaftsgefühl aus dem Spiel nimmt, also haben wir ihn abgeschafft.”
Das „einige MMOs haben Gruppenfinder für alles“ ist ganz offensichtlich auf WoW und MMORPGs gemünzt, die im Windschatten von Blizzzards Fantasy-Multiplayeronlinerollenspiel entstanden.
Seit WoW den Gruppenfinder 2014 brachte, ist das Feature zum Standard in vielen Spielen geworden.
Warum werden alte MMORPGs wie Everquest auch heute noch gespielt?
Autoplay
In anderen MMORPG spiel’ ich 100 % Solo
Warum verzichtet Everquest auf den Gruppen-Finder? Der Creative Director sagt: Seiner Ansicht nach hätten andere MMORPG den Community-Fokus völlig aus den Augen verloren. Es wirke so, als gäbe man Spielern gar keine Werkzeuge, um eine Gemeinschaft zu bauen.
In den wenigen MMORPGs, die er so spielt, sei er immer alleine unterwegs. Er schließe sich keiner Gruppe an. Es fehle einfach an den Werkzeugen, um Gemeinschaften zu bauen.
In Everquest ist so ein Solo-Spiel kaum möglich, dafür ist das MMORPG einfach zu schwer.
WoW brachte das Feature, als das MMORPG schon über den Zenit hinaus war
Wie ist das bei WoW? Bei „WoW“ wurde der automatische Group-Finder 2014 mit Update 6.0.2. eingeführt. Das war ein Patch zu Warlords of Draenor.
Da war WoW letztlich schon über den Zenit hinaus. Viele WoW-Spieler, die das Spiel schon vor 2014 spielten, sehen den Group-Finder kritisch, weil er die Notwendigkeit, sich einen guten Ruf auf einem Server zu arbeiten und eine Freundesliste aufzubauen, abgeschwächt hat.
Der Group-Finder wird zwar als bequem empfunden und bietet sicher eine hohe Komfort-Funktion, wurde aber auch immer wieder als der Weg von Blizzard gesehen, der WoW in die falsche Richtung geführt hat.
Der Weg ging hier weg vom konzentrierten Spieler in einer Gruppe mit Absprachen und sozialen Verpflichtungen, hin zu einem reinen “Durch den Dungeon laufen, sich anschweigen und Loot einsacken”-Spiel.
Das steckt dahinter: Natürlich nutzt Daybreak hier die Chance, zum 25. Geburtstag von Everquest zu sagen: „Uns gibt es noch. Wir sind anders. Wir sind das Original”: Dafür hat man Journalisten extra nach San Diego geholt und sie beim Community-Event beschwatzt.
Das sind auch interessanten Gedanke, die Entwickler vorbringen.
Dennoch wird wohl kaum wer ernsthaft mit dem Gedanken spielen, 2024 neu mit Everquest anzufangen. Mich wollte ein Gildenmitglied so 2003 herum aus Dark Age of Camelot dazu bringen, mir doch mal das tolle Everquest anzuschauen, das MMORPG, das er bis dahin schon Jahre lang begeistert gespielt. Und ich bin damals schreiend rausgerannt, weil das Spiel total veraltet aussah.
Und ist 20 Jahre her.
Dennoch sind die Gedanken, welche die Entwickler äußern, alle spannend und eine Überlegung wert. Es ist eine interessante „Was wäre wenn?“-Frage sich zu überlegen, wie unsere Gaming-Welt aussehen würde, hätte Blizzard 2014 nicht den Gruppefinder eingeführt, der heute in vielen Spielen Standard ist: Die 5 größten „WoW-Killer“, die jedoch von WoW gekillt wurden
Der Beitrag Ein MMORPG hat das Feature herausgenommen, von dem viele sagen: Es hat WoW ruiniert erschien zuerst auf Mein-MMO.de.
