Ein Professor der Havard University erklärt in seinem Buch, warum unsere Vorfahren viel saßen und nicht auf die Idee kamen, für die Gesundheit herumzulaufen.
Was ist das für ein Professor? Daniel E. Lieberman ist Professor für Paläoanthropologie und Biologie an der Harvard University, der sich in seinen Forschungen unter anderem mit der Evolution des menschlichen Körpers beschäftigt.
In seinem neuen Buch „Exercised“ widmet sich Lieberman der Thematik: „Warum etwas, für das wir uns nie entwickelt haben, gesund und lohnend ist.“ In dem Buch bespricht er das Thema Bewegung und Training und inwiefern Bewegung gesund und lohnenswert ist.
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Der Mensch saß, um Energie zu sparen
Was sagt er über das Sitzen und Rennen? Der Grundgedanke von Lieberman ist, dass der Mensch aus evolutionsbiologischer Sicht nicht für Sport gemacht sei. Auch wenn er eine sitzende Lebensweise nicht empfiehlt und in einem Kapitel über die gesundheitlichen Bedenken informiert, die zu übermäßigem Sitzen bestehen.
Schon zu Beginn des Buches erklärt Lieberman jedoch, dass sportliche Betätigung als Gesamtes ein eher junges Phänomen sei. Er sagt, unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler oder Bauern waren, „seien nicht auf die Idee gekommen, mehrere Kilometer zu rennen oder zu gehen, nur um gesund zu sein.“ Schließlich benötige der menschliche Körper rund 63 % der verfügbaren Energie für den Grundbedarf/ Ruhestoffwechsel.
Das Leben der Jäger und Sammler verhindere deshalb, dass der Mensch Kalorien für freiwillige körperliche Aktivitäten verschwende.
Lieberman erklärt, dass unsere Vorfahren deshalb wahrscheinlich viel Zeit sitzend oder liegend verbrachten – seiner Schätzung nach etwa 5–10 Stunden pro Tag. Sie sparten so Energie, die sie für anstrengende körperliche Aktivitäten benötigen. Denn der menschliche Körper verbrauche auch ohne körperliche Aktivität viel Energie, beispielsweise durch das hochaktive menschliche Gehirn sowie die einzigartige Fortpflanzungsstrategie.
Der Unterschied zu Jägern und Sammlern: Lieberman macht in dem Buch deutlich, dass sich unsere westliche Lebensweise stark von der von Jägern und Sammlern unterscheidet. Zwar seien Jäger und Sammler nur wenige Stunden am Tag körperlich aktiv, doch sie führen laut Liebermann zusätzlich unzählige überlebenswichtige Aufgaben aus.
Außerdem saßen unsere Vorfahren nicht auf gemütlichen Stühlen mit Rückenlehne. Stattdessen saßen sie auf dem Boden, knieten oder hockten. Besonders beim Hocken werde der Körper – im Gegenzug zum Sitzen auf einem Stuhl mit Rückenlehne – weiterhin körperlich beansprucht.
Solltet ihr viel sitzen, rät Lieberman dazu, öfters aktiv zu sitzen – also die Sitzposition regelmäßig zu ändern und euch zu bewegen, gelegentlich aufzustehen und nicht stundenlang durchgehend zu sitzen.
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