Seite 1
Warum immer ein Film als Basis für ein Lizenzspiel nehmen? Spider-Man schwingt auf Konsolen auch ohne anstehenden Blockbuster munter umher und bekommt eine eigene Handlung spendiert, die sich weniger für die Leinwand denn für ein Videospiel eignet.
Als wäre Erzfeind Venom nicht schon Plage genug, entwickelt der schwarze Glibber ein Eigenleben und ergreift Besitz von zahlreichen Menschen. Auch Spider-Man selbst bleibt nicht verschont, behält jedoch die Kontrolle über sich selbst und kann fortan zwischen rotem und schwarzem Outfit wechseln – dann habt Ihr Zugriff auf unterschiedliche Fähigkeiten. Der rote Spinnenheld schwingt akrobatisch mit den Netzen, das schwarze Gegenstück zieht brutale Attacken und Symbionten-Tentakel vor.
Auf den aktuellen Heimkonsolen dient ganz Manhattan als frei beschwingbarer Schauplatz. Spider-Man muss sich zu Beginn mit Bandenkriegen auseinandersetzen, die sich alle paar Blocks zutragen; Verbündete wie Luke Cage, Black Cat und Wolverine geben Tipps bzw. Missionen und stellen den Helden vor die Wahl zwischen Gut und Böse. Durch fleißiges Kloppen und Kicken erarbeitet sich die Spinne Erfahrungspunkte und investiert diese in neue Bewegungen wie bessere Combos und frische Netzvarianten – allerdings separat für jeden Anzug. Angenehm fällt die Verbesserung des Kampfsystems gegenüber den Filmumsetzungen auf; die meisten Manöver gehen gut von der Hand und sind stimmig animiert. Der Spinnensinn gewährt Euch Überblick über den Aufenthalt von Verbrechern und bedrohten Passanten. Letztere müssen via Netz vor einem tödlichen Fall bewahrt oder ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Nebenbei sammelt Ihr hunderte in Manhattan verteilte Spinnensymbole ein, um Eure Gesundheit und Stärke dauerhaft zu verbessern.
Mobil schwingt sich Spidey durch ein zweidimensionales New York. Auf Nintendos DS erkundet Ihr fünf vernetzte Abschnitte und bekämpft die Gegnerschar mit gezielten Button-Kommandos. Die PSP-Spinne ist dagegen ein linearer Action-Vertreter, lediglich die Dialog-Antworten lassen Euch Entscheidungsfreiheit. Wenigstens den Ausbau der Spinnenfähigkeiten haben die Mobilversionen mit ihren großen Brüdern gemeinsam.
Meinung
Marcus Grüner meint: Man könnte meinen, es kommt bald wieder ein Spider-Man in die Kinos; Web of Shadows wäre zumindest auf den stationären Konsolen eine überdurchschnittlich gute Filmumsetzung. Durch die Stadt zu schwingen und Gegner mit spektakulären Spidey-Techniken zu erledigen macht mehr Spaß als je zuvor und das Symbionten-Outfit bringt zusätzliche Würze in den Spinnenalltag. Die wenigen Pop-Ups sind verschmerzbar, selbst auf dem Wii macht Parker eine gute Figur. Lediglich die deutsche Synchronisation schießt mal wieder den Vogel ab, stellt lieber auf Englisch um. Im Handheld-Sektor gefällt mir die harte aber faire DS-Version besser, da ich hier nur durch anspruchsvolle Kombinationen eine Chance habe. Die PSP-Spinne lässt mich dank ihrer teils dämlichen Dialoge und halbfertig wirkenden Kollisionsabfrage jedoch kalt.
Wertung
frei begehbares Manhattan als Schauplatz
Kostümwechsel und Entscheidungsfreiheit
Eigenständige Spinnen-Action, die mit durchdachter Steuerung und Kostümwechsel zum Durchspielen motiviert.
Singleplayer76MultiplayerGrafikSound