Seite 1
Die Baten Kaitos-Macher (GameCube) wagen sich an ein Action-Feuerwerk im ”Cliffhanger“-Stil: Ex-Bergwachtler Raymond Bryce wird durch den tragischen Tod seines Freundes traumatisiert und erhält ein Jahr später die Chance, zumindest dessen Schwester das Leben zu retten. Die Seismologin wird zusammen mit ihrem Professor von abtrünnigen Militärs entführt, die Blue Ridge City dem Erdboden gleichmachen und in dem Durcheinander atomares Material stehlen wollen. In wechselnden Action-Sequenzen folgt Ihr der Bande durch die Straßen der berstenden Metropole, rettet hilflose Passanten und heizt den Schurken mit Pistole, Shotgun und Sturmgewehr ordentlich ein. Dazu müsst Ihr eingestürzte Fassaden erklettern, Euch vor Brandherden in Acht nehmen und allerlei Hindernisse in Stücke treten. Außerdem erwarten Euch diverse Spezialaufgaben im Minispielformat, bei denen die vielen Funktionen von Remote und Nunchuk zum Einsatz kommen: Es gilt im Fahrzeug vor den Schurken zu flüchten, durch einstürzende Gänge zu sprinten und Erste Hilfe zu leisten – mit rhythmischer Herzmassage oder dem Anlegen von Verbänden.
Mit der dramatisch inszenierten Handlung und flottem Szenenwechsel bietet Disaster beste Voraussetzungen für ein abwechslungsreiches Abenteuer: Um Euch herum kollabieren riesige Gebäude, Explosionen schleudern Trucks durch die Luft und aus dem Remote-Lautsprecher knistern panische Funksprüche. Allerdings ist die Steuerung oftmals nicht optimal: Autos lenken sich klobig, auf Erkundung muss man laufend die Kamera nachstellen und wenn mit der Remote geballert wird, gelingt das Zielen nur ungenau. Anderen Bewegungen wie etwa das Kurbeln der Türklinken und die Rüttelattacke zum Zerschlagen der Extrakisten wird man auf Dauer überdrüssig: Wer länger spielt, bekommt einen Tennisarm. Andere Elemente wie das Luftanhalten im Rauch und das Ausschlagen von Flammen sind dagegen ansprechende Herausforderungen, die dem Ernstfall gerecht werden und praxisnahe Planung erfordern. Jede Rettung lohnt sich, denn bei den Aufgaben sammelt der Held Erfahrung. Diese verbessert Eigenschaften wie Energie und Ausdauer, aber auch Talente wie Fokus und den Umgang mit Schusswaffen. Atmosphärisch trübt manche Unlogik die Stimmung: Ein schmackhafter Hamburger lässt sich mit viel Glück wohl tatsächlich in einem Mülleimer finden – dass selbiger bei Erschütterung explodiert, erscheint aber speziell nach einem Erdbeben recht unwahrscheinlich.
Meinung
Oliver Ehrle meint: Monolith hat sich einiges einfallen lassen: Bei den wechselnden Actionszenen werden die Sensoren voll genutzt, auch wenn man vor lauter Abwechslung schon mal durcheinanderkommt – schließlich wechselt die komplette Controller-Belegung je nach Modus. Störender empfinde ich dagegen die Kamera, die selten in die korrekte Richtung zeigt. Und wenn doch, dann wählt sie einen ungünstigen Ausschnitt: Da muss man Extras vor den eigenen Füßen suchen, weil das Bild am Knie endet – eine Zumutung! Dafür gibt es in Disaster keine Längen, denn der flotte Wechsel aus Erkundung, Ballereien und Minispielen wird mit pompösen Ereignissen mächtig unter Spannung gesetzt. Die Handlung beschert Euch zwar einige Déjà-vus Marke Hollywood, bleibt aber stets dynamisch – Monolith pfeffert Euch sämtliche Naturgewalten um die Ohren!
Wertung
dramatisches Szenario
viele verschiedene Aufgaben
variantenreicher Einsatz der Sensoren
teils hakelige Steuerung
flache Dialoge
Retter in der Not und für die Schurken der Tod: vielseitiges Action-Spektakel, das jedoch mit einigen Macken kämpft.
Singleplayer71MultiplayerGrafikSound