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Vor Kurzem erst ging ein großer Krieg im Sonnensystem zu Ende. Auch wenn Eure Seite als Sieger aus dem Konflikt hervorging, habt Ihr vor allem ein ordentliches Trauma mitgenommen. In einer Schlacht konnte Euer Mech aus technischen Gründen das Trägerschiff nicht verlassen – Ihr musstet hilflos zusehen, wie fast Euer ganzes Geschwader vernichtet wurde. Doch das liegt in der Vergangenheit: Gerade wurdet Ihr auf die Gun-Dog versetzt, ein kleines, aber schnelles Schiff mit einer recht eigenwilligen Besatzung. Schon kurz nach dem Start der jüngsten Mission geht einiges schief und noch dazu taucht manch ein Gesicht aus Eurer Vergangenheit wieder auf.
Stories from Sol: The Gun-Dog setzt auf ein Genre und eine Ästhetik, die man hierzulande kaum kennt, liefern die Entwickler hier doch eine großartige Hommage an die Adventures des japanischen PC-98-Heimcomputers ab. So ist die komplette Steuerung menübasiert: Ihr bewegt Euch durch einzelne Räume, untersucht Objekte, interagiert mit anderen Figuren und setzt gelegentlich auch mal einen Gegenstand ein. Dabei seht Ihr das Geschehen fast immer aus der Perspektive Eures Charakters, grafisch nutzt ”Stories from Sol” ganz wie die Vorbilder wenige Farben und geschicktes Dithering. Das Ganze ist ausgesprochen gut getroffen.
Spielerisch stehen hier weniger die kniffligen Rätsel westlicher Adventures als vielmehr eine komplexe Story und Eure Entscheidungen im Mittelpunkt. Je nachdem wie Ihr antwortet, agiert und reagiert, ändert sich Euer Verhältnis zu den anderen Figuren – auch auf den Ausgang der Geschichte könnt Ihr ordentlich Einfluss nehmen.
Meinung
Thomas Nickel meint: In Sachen Ästhetik, Design und Präsentation legt Gun-Dog eine souveräne Punktlandung hin. Nicht nur wird der Stil alter japanischer PCs in den Kategorien Animation, Farbwahl und Akustik überzeugend getroffen, er funktioniert auch einfach toll und passt hervorragend zum Retro-Sci-Fi-Flair des Spiels. Ebenso verstehen es die Entwickler, Euch mit einer spannenden Prämisse und mit mal sympathischen, mal aber auch herrlich unausstehlichen Figuren zu fesseln. Schade nur, dass die Textkästen manchmal arg voll wirken: Ein paar Optionen für unterschiedliche Schriftgrößen hätten da wahrscheinlich geholfen.
Wertung
+ tolle Ästhetik
+ interessante Figuren
+ spannendes Setting
– Schrift manchmal etwas klein
– sehr lange Ladezeit beim Start
Stilsicher präsentiertes und mitreißend geschriebenes Sci-Fi-Adventure im Stil japanischer Heimcomputerspiele.
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