Microsoft könnte gerade WoW gekillt haben, denn ein Team wurde entlassen

MeinMMO-Dämon Cortyn kann Microsoft nicht nachvollziehen. Denn ein WoW-Team wurde entlassen, das die letzten Jahre hart gearbeitet hat.

Für World of Warcraft ist aktuell eine echt gute Zeit. Auch wenn es noch immer kleine Fehler und Problemchen gibt, befindet sich das MMORPG von Blizzard auf einem guten Weg. Die neuste Erweiterung kam gut an, es gibt mehr Content als man überhaupt abarbeiten kann und die Zukunft sieht rosig aus. Oder etwa nicht?

Im Zuge der über 9.000 Entlassungen bei Microsoft hat sich nun herausgestellt, dass auch World of Warcraft davon betroffen ist. Ein ganzes Team wurde angeschafft und die bisherige Arbeit wird an externe Agenturen ausgelagert. Das bestätigen mehrere (teilweise wieder gelöschte) Tweets der nun arbeitslosen Mitarbeiter.

Einer dieser Mitarbeiter im Social-Media-Team war Ratsel. Der Name wird den allermeisten von euch nichts sagen, aber Ratsel war nicht nur für viele Memes und die tollen Vorschau-Videos für den Handelsposten verantwortlich, sondern war auch die Person, die alle paar Monate die „Roadmap“ veröffentlicht hat, sodass wir stets wussten, was als Nächstes für World of Warcraft anstand. Ein paar Beispiele von Ratsel habe ich in diesen Artikel eingestreut.

Ein Beispiel für gelungenes Social-Media – die Sailor Moon-Verwandlung als der Handelsposten dieses Outfit bekam:

Ein Team, dessen Erfolg nicht messbar, aber spürbar ist

Dass Blizzard – oder wohl eher Microsoft – das Social-Team von World of Warcraft schon in den Monaten zuvor immer weiter verkleinert hatte, war wohl nur der halbe Weg. Mit der letzten, großen Kündigungswelle wurde das Team komplett aufgelöst.

Aktivitäten auf Social Media werden nun extern ausgelagert – und das merkte man nahezu umgehend. Nicht nur findet man jetzt Content, der in manchen Fällen von KI erstellt wurde, sondern auch die Qualität der Posts hat abgenommen.

In einem jüngeren Beispiel wurde Mists of Pandaria Classic beworben und zwar mit mit dem Satz „Die Zeitlose Insel ruft“ – nur, dass sie das ganz sicher nicht tut, denn die Zeitlose Insel ist erst mit dem letzten Patch von Mists of Pandaria verfügbar, der noch viele Monate entfernt ist.

Da weiß man sofort: Das hat jemand gepostet, der sich nicht mit dem Spiel auskennt.

Auch wenn viele jetzt vielleicht denken: „Was interessiert mich deren Social Media, ich will doch nur, dass das Spiel gut ist.“ Und ja, das stimmt natürlich. Aber das Social-Media-Team von World of Warcraft hat guten Content mit hoher Reichweite produziert und so aktiv dafür gesorgt, dass neue Leute oder alte Veteranen ihren Weg ins Spiel gefunden haben.

Als auf Instagram alle ihren absurden Morgen-Routinen geteilt haben, musste WoW das natürlich parodieren:

Der YouTuber Bellular hat dazu ein Video gemacht, dem ich in weiten Teilen nur zustimmen kann:

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Das Social-Media-Team ist oft eines, das nur wenig Beachtung findet und das man bei Streichungen am ehesten als „unnötig“ ansieht. Aber genau dieses Team ist für viele der Zugang zu World of Warcraft. Es sind die kleinen Clips auf Instagram, die Leute wieder an WoW denken lassen. Es sind die amüsanten Memes auf X, die im Discord geteilt werden. Es sind die Infografiken zu den Roadmaps, die man den Freunden zeigt, um zu sehen, was noch alles in diesem Jahr in WoW ansteht.

Auch wenn man ins Subreddit von WoW schaut, wurde da immer wieder das Team hinter den Social-Media-Posts gelobt. Manchmal sind die Memes ein wenig „cringe“, manchmal sehr albern – aber sie blieben in Erinnerung und machten deutlich: Da steckt jemand hinter, der sich stark mit der World of Warcraft, der 20-jährigen Geschichte und der Community auskennt.

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Wenn die Beiträge auf den sozialen Medien jetzt komplett „seelenlos“ sind, geschrieben von irgendeiner ausgegliederten Agentur, die sich weder mit World of Warcraft noch mit der Community beschäftigt, dann schadet das langfristig dem Spiel. Denn WoW ist auf Aufmerksamkeit in den sozialen Medien angewiesen.

Um es mit den Worten des gekündigten Eric zu sagen: Hier hat sich Microsoft mit einem Raketenwerfer selbst ins Knie geschossen:

Die Tweets wurden inzwischen gelöscht.

Ausgerechnet in einer Zeit, in der World of Warcraft wieder mehr Beachtung gefunden hat und gerade das Team für Social Media bewies, dass sie ein Verständnis für den Humor und die Meme-Kultur der Community hatten. Etwas, das jetzt abrupt fehlt. Etwas, bei dem man sofort merkt, dass die Beiträge jetzt kaum noch von irgendwelchen Billig-Free2Play-Abzock-Spielen zu unterscheiden sind.

In dieser Situation war jeder Tank schonmal:

Das hat weder World of Warcraft, noch die Community und schon gar nicht die Leute verdient, die jetzt ihren Job verloren haben. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendjemand im Entwickler-Team von World of Warcraft das für eine gute Idee hielt, die jetzt von Microsoft durchgezogen wurde. In einer Welt, in der man Aufmerksamkeit vor allem durch unterhaltsamen und informativen Content bekommt, genau die Leute zu entlassen, die das perfekt verinnerlicht haben – eine Entscheidung, die ich nicht nachvollziehen kann.
World of Warcraft lebt seit 20 Jahren und wird so lange von einigen gespielt. Doch wenn es noch einmal wachsen soll, braucht es Menschen mit Leidenschaft, die Azeroth, die Community und WoW als Produkt verstehen.

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