Guitar Hero: Metallica – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Spiel:Guitar Hero: MetallicaPublisher:ActivisionDeveloper:NeversoftGenre:MusikGetestet für:360, PS3Erhältlich für:360, PS2, PS3, WiiUSK:Erschienen in:6 / 2009

Die Metal-Götter steigen aus dem Olymp herab und geben sich in einem Videospiel die Ehre: Durften die rockigen Kollegen von Aerosmith letztes Jahr als Versuchskaninchen für Band-spezifische Guitar Hero-Episoden ran, legen jetzt Metallica richtig los und lassen es krachen. Wie es sich in der Nach-World Tour-Ära gehört, werden neben Gitarre und Bass auch Schlagzeug und Gesang unterstützt – egal ob Ihr also Lars Ulrich oder James Hetfield am liebsten habt, Ihr könnt in ihre Haut schlüpfen.

Mit 49 Songs wird ein überschaubares, aber starkes Sortiment angeboten: Metallica selbst steuern 28 Titel bei, den Rest wählten die Bandmitglieder aus ihren Lieblingen. Anders als bei Aerosmith finden sich nahezu alle ihre bekannten Hymnen im Sortiment: Mit fünf bzw. sechs Liedern sind der bei den Fans beliebteste Longplayer ”Master of Puppets“ und das berühmte schwarze Album am stärksten vertreten. Als einzigen prominenten Titel vermissen wir ”St. Anger“, das Fehlen von ”Death Magnetic“-Vertretern jenseits von ”All Nightmare Long“ ist dagegen schnell erklärt: Das komplette Album gab es bereits als Guitar Hero III-Download und wird samt Drum- und Gesangsspur unterstützt. Andere Online-Käufe bleiben leider außen vor, Guitar Hero: Metallica verweigert World Tour-Downloads unverständlicherweise die Anerkennung. Mit dem Editor erstellte Eigenkreationen werden dagegen klaglos akzeptiert.

In der Karriere spielt Ihr nicht den Metallica-Werdegang nach, sondern agiert als Nachwuchsband. Bis auf ein paar Cartoon-Sequenzen unterscheidet sich das kaum vom üblichen ”Guitar Hero”-Vorgehen, das Euch alle paar Songs eine neue Bühne vorsetzt und ansonsten wenig ideenreich ausfällt. Kurioserweise wurden die Fortschrittshürden sehr niedrig angesetzt: Wer meistens fünf Sterne einfährt, dem reichen weniger als die Hälfte aller Songs, um das große Finale freizuschalten. Andererseits freuen sich Profi-Trommler auf die ultimative Herausforderung: Der neue ’Profi +’-Schwierigkeitsgrad setzt Euch wesentlich mehr Fußpedal-Noten vor. Um die zu bewältigen, braucht Ihr entweder blitzschnelle Beine oder Ihr stöpselt via 3,5mm-Mono-/Stereo-Klinkensplitter ein zweites Pedal an Euer Drumset.

Meinung

Ulrich Steppberger meint: Ich habe einige Metallica-CDs im Schrank, aber als treuen Fan von Ulrich, Hetfield & Co. würde ich mich nicht bezeichnen. Deshalb haut mich das neue Guitar Hero auch nicht ganz so um wie den Kollegen Schultes. An der Songauswahl gibt es natürlich nichts zu meckern, sofern man kein Problem mit der Stilrichtung hat. Das Bandkonzept funktioniert erwartet tadellos, die Inszenierung fällt dank Motion Capturing ein Stück besser aus als bei World Tour. Schade finde ich aber, dass der Karriere-Modus so einfallslos wirkt – da kann Rock Band 2 mehr.

Oliver Schultes meint: Videospielende Metallica-Anhänger müssen das Spiel haben – keine Frage. Aber auch anderen Rock- und Metalhörern lege ich es ans Herz, weil die Umsetzung der Songs umwerfend gelungen ist. Der Riff-betonte Aufbau der Metallica-Lieder und der druckvolle Sound ergeben eine hypnotische Mischung, die gnadenlos an die Konsole fesselt. Das Drumherum mit den vielen freispielbaren Boni und Hintergrundinfos setzt Maßstäbe, dafür verzichte ich gerne auf einen ausgefeilten Karriere-Modus. Dass man Download-Songs nicht einbinden kann, ist dagegen schlampig.

Die Songs

Metallica-Lieder

All Nightmare Long
Battery
Creeping Death
Disposable Heroes
Dyers Eve
Enter Sandman
Fade to Black
Fight Fire With Fire
For Whom the Bell Tolls
Frantic
Fuel
Hit the Lights
King Nothing
Master of Puppets
The Memory Remains
Mercyful Fate
No Leaf Clover
Nothing Else Matters
One
Orion
Sad But True
Seek and Destroy
The Shortest Straw
The Thing That Should Not Be
The Unforgiven
Welcome Home (Sanitarium)
Wherever I May Roam
Whiplash

Songs anderer Bands:

Alice in Chains – No Excuses
Bob Seger – Turn the Page (Live)
Corrosion of Conformity – Albatross
Diamond Head – Am I Evil?
Foo Fighters – Stacked Away
Judas Priest – Hell Bent for Leather
Kyuss – Demon Cleaner
Lynyrd Skynyrd – Tuesday’s Gone
Machine Head – Beautiful Mourning
Mastodon – Blood and Thunder
Mercyful Fate – Evil
Michael Schenker Group – Armed and Ready
Motörhead – Ace of Spades
Queen – Stone Cold Crazy
Samhain – Mother of Mercy
Slayer – War Ensemble
Social Distortion – Mommy’s Litte Monster (Live)
Suicidal Tendencies – War Inside My Head
System of a Down – Toxicity
The Sword – The Black River
Thin Lizzy – The Boys are Back in Town

Wertung

49 Songs: 28 von Metallica, 21 weitere von der Band selbst ausgesucht
bindet das Download-Album ”Death Magnetic” ein
viele interessante Boni erspielbar

Die hochkarätigen Songs machen den Musikspaß zum Spektakel – in Sachen Spieldesign gibt es dagegen nichts Neues.

Singleplayer87MultiplayerGrafikSound

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