Blizzard klagt gegen Turtle WoW, will den Privat-Server plattmachen

Einem Privat-Server von World of Warcraft wird nun der Prozess gemacht. Ob dies das Ende bedeutet, bleibt allerdings abzuwarten.

Was ist vorgefallen? Vor einigen Stunden stellt sich heraus, dass Blizzard eine Klage gegen Turtle WoW eingereicht hat. Das ist ein Privat-Server zu WoW, manchmal auch „Piraten-Server“ genannt. Diese sind Blizzard zumeist ein Dorn im Auge, weil sie World of Warcraft oft kostenlos anbieten oder aber sich andere Personen an WoW bereichern, die etwa diese Server betreiben.

Warum kam die Klage jetzt? Es gibt einige Piraten-Server zu World of Warcraft, doch die meisten sind eher klein und unauffällig. Im Fall von Turtle WoW muss man allerdings sagen, dass der Name in den letzten Monaten immer häufiger in der Community fiel – das war kein kleines „Geheimprojekt“ mehr, sondern inzwischen ein Projekt mit mehreren Realms, das sogar aggressiv Marketing betrieb und beworben wurde. Sobald ein WoW-Projekt so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist es in der Regel nur eine Frage der Zeit, bis Blizzard im Grunde gezwungen ist, einzugreifen, um das eigene Urheberrecht zu schützen.

Immerhin stellen Turtle WoW und auch andere private Server einen klaren finanziellen Verlust für Blizzard dar. Denn selbst wenn nicht alle mehr als 50.000 Spielerinnen und Spieler zu den offiziellen Servern wechseln würden, reden wir hier doch von potenziellen Abo-Einnahmen von rund 650.000 Euro pro Monat, die Blizzard durch die Lappen gehen.

Was ist Turtle WoW? Turtle WoW hatte sich auf die Fahne geschrieben, so etwa wie „echtes Classic+“ zu bieten – also neue Inhalte im Stil von WoW Classic, wie etwa neue Dungeons oder Gebiete. Daher war der Server bei Teilen der Community recht beliebt, wobei sicher auch der Umstand dazu beigetragen hat, dass man auf dem Privat-Server kostenlos spielen konnte und keine Abo-Gebühren zahlen musste.

Blizzard will die Verantwortlichen zu packen kriegen – aber das ist gar nicht so leicht.

Wird die Klage Erfolg haben? Das bleibt wohl abzuwarten. In vielen Fällen hat allein der Druck durch rechtliche Konsequenzen bereits geholfen, um solche Projekte einzustellen. Häufig sitzen die Betreiber solcher Server allerdings im Ausland, etwa in Russland oder Kasachstan. Dort wiederum sind diese Personen durch die westliche Strafverfolgung kaum zu belangen, sodass sich viele recht sicher fühlen könnten, auch weiterhin die Server zu betreiben.

Allerdings hat Blizzard im Zuge der Klage (courtlistener.com) auch die Klarnamen einiger Schlüsselfiguren von Turtle WoW in der Anklageschrift aufgeführt. Blizzard scheint also bereits selbst eine Menge Recherche betrieben zu haben, um herauszufinden, wer die Personen hinter dem Server sind. Das könnte den Druck weiter erhöhen und letztlich zur Abschaltung solcher Server beitragen.

In der Vergangenheit hat Blizzard bereits einige Privat-Server zur Abschaltung bewogen. Das war jedoch nicht immer etwas grundsätzlich Schlechtes. Das Ende von Nostalrius, dem damals größten Server dieser Art, hatte im Anschluss die Geburt von WoW Classic herbeigeführt, die dann wiederum auch in neuen Spielmodi wie der Saison der Entdeckungen mündete.

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Was haltet ihr von dieser Klage? Ein klarer Fall von „selbst schuld“, wenn man einen Privat-Server aggressiv bewirbt und sogar Werbungen dafür schaltet? Oder sollte Blizzard hier lieber ein Auge zudrücken und solche Projekte einfach bestehen lassen?
Während Classic beliebt ist, verändert sich das moderne WoW immer weiter – und bringt jetzt sogar offizielle Addons als Teil des Spiels.

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