Vor einigen Tagen wurde eine der beliebtesten Mods für Final Fantasy XIV abgeschaltet. In seinem Statement sagt der Chef des Games, Mods dürften sich nicht negativ auf das Spielerlebnis anderer Spieler des MMORPGs auswirken. Jetzt diskutiert die Community die Damage Meter des Games.
Was sind FFlogs und Tomestone? FFlogs ist ein Third-Party-Tool für Final Fantasy XIV, ein sogenannter Damage Meter. Es läuft im Hintergrund, während das MMORPG gezockt wird und liest die Kampfprotokolldaten des Games aus. Dabei wird analysiert, wie viel Schaden, Heilung und weitere Leistungen von jedem Spieler in der Gruppe generiert werden.
Auf der Webseite von FFlogs können die gesammelten Daten ausgelesen werden. Endgame-Raider können mit dem Tool also zum Beispiel prüfen, wie sie sich im Vergleich zu anderen Spielern in bestimmten Kämpfen geschlagen haben. Auch kann es dabei helfen, eigene Fehlerquellen zu identifizieren und sich zu verbessern.
Die Webseite Tomestone hingegen ist eine Webseite, auf der Final-Fantasy-XIV-Spieler ihre FFlog-Daten hochladen und analysieren lassen können. Hier soll hauptsächlich der Fortschritt des einzelnen Spielers in schweren Inhalten wie den Raids oder Ultimates dargestellt werden.
Beide Tools greifen also nicht direkt ins Spielgeschehen ein. Im offiziellen Forum diskutieren die Spieler sie jetzt dennoch: Beide Tools sind Datenkraken und können das Zusammenspiel negativ beeinflussen.
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Wegen schlechter Leistung gekickt? Das diskutiert die Community
Was beschäftigt die Community? Im Forums-Beitrag bringen die Spieler ein paar zentrale Punkte auf, die sie beschäftigen. Allen voran steht der Unmut, die Regeln für Mods und Third-Party-Tools würden nicht konsequent durchgesetzt werden.
In seinem Statement zur Mod auf dem Lodestone sagt Naoki Yoshida unter anderem, gemoddetes Endgame-Gear könnte Endgame-Raidern die Motivation nehmen. Dazu sagt Thread-Starter Valence, dass visuelle Mods das Spiel an sich nicht negativ beeinflußen. FFlogs und Tomestone hingegen: Sie sind keine visuellen Mods und sie verändern auch keine Spieldateien direkt, aber sie haben definitiv einen weitreichenden Einfluss auf das gesamte Spiel und die Community – und manche Aspekte davon kann ich mit Sicherheit als klar negativ und als Eingriff in andere bezeichnen.
Beide Seiten lesen bei Verwendung die Daten aller am Kampf beteiligter Charaktere aus. Es muss also pro Gruppe nur eine Person mit tracken. Auch wenn man selbst FFlogs nicht benutzt, landet die eigene Leistung so öffentlich einsehbar im Internet.
Manche Spieler nutzen dies dann, um zu prüfen, welche Randoms aus der Gruppensuche sie mit in ihren nächsten Raid nehmen und welche nicht. Spieler können also, aufgrund von nicht immer selbst erhobenen Daten, von aktuellem Content ausgeschlossen werden. Das kann zu kommentarlosen Kicks aus der Gruppe führen, aber auch zu unangenehmen Rückfragen, warum man denn nicht so gut ist.
FFlogs und Tomestone sind entsprechend für High-End-Raider tolle Tools, um die eigene Leistung zu messen und sich zu verbessern. Sie können aber eben auch zu Unmut in der Spielerschaft führen.
Gleichzeitig kritisieren die Spieler im Forums-Thread, dass FFlogs und Tomestone, dass diese das Opt-Out- und nicht Opt-In-Prinzip verwenden. Wer nicht mitgetrackt werden möchte, muss selbst aktiv werden und die eigenen Daten nachträglich verbergen lassen. Das bemängeln unter anderem die Spieler Johners (FFXIV-Forum Seite 1) und Batbrat (FFXIV-Forum Seite 2).
Wenn Mods und Third-Party-Tools wie von Naoki Yoshida angesprochen sich nicht negativ auf die Mitspieler auswirken sollen, stellen die Spieler eben aus den genannten Gründen infrage, warum nicht auch FFlogs oder Tomestone abgeschalten werden.
Damage Meter sind cool, wenn man sie nicht missbraucht, sagt unsere Autorin
Ich spiele Final Fantasy XIV seit 2016. Ab Oktober 2025 bin ich also schon neun Jahre mit dabei. Ich habe mich durch die Story gearbeitet und als Completionist versuche ich auch immer, allen Content freizuschalten und zu schaffen, der mir angeboten wird.
Von den schweren Versionen von Raids oder auch den Ultimates lasse ich allerdings die Finger weg. Ich zocke meist nach der Arbeit spätabends und bin dann schon nicht mehr konzentriert genug, um in High-End-Content die Leistung zu erbringen, die ich auch von mir selbst erwarten würde.
Mit meinen Freunden werfe ich mich aber trotzdem gerne auf die aktuellen schweren Prüfungen: Zu Stormblood-Zeiten haben wir gemeinsam Götterdämmerung – Tsukuyomi gemeistert und zuletzt haben wir uns an Gok Tajaal – Ewige Königin aus Dawntrail versucht.
Der ein oder andere aus meiner Gruppe lässt dabei auch gerne mal FFlogs im Hintergrund laufen – angekündigt natürlich. So hat auch mein Charakter einen Eintrag auf der Seite, den ich aber eigentlich gar nicht brauche.
Da ich eher selten mit Fremden über die Gruppensuche in Inhalte gehe, bin ich noch nie abgelehnt worden, weil ich vielleicht nicht so gut bin, wie ein Raid-Leader es gerne hätte. Als wir allerdings während Shadowbringers den Mount von Letzte Läuterung – Titania farmten, wurde ich deswegen angepflaumt.
Nach dem x-ten Versuch droppte der Mount und per Zufallsprinzip wurde er mir zugeteilt. Das hat einem Mitspieler, den wir über die Gruppensuche zum Auffüllen der Party gefunden hatten, nicht geschmeckt: Er schrieb war ja klar, dass das schlechteste Gruppenmitglied das Mount bekommt in den Chat und verließ die Gruppe.
War das jetzt schlimm? Nein. War es unangenehm? Ja.
Weil für mich persönlich war das ein ziemlich guter Run: Ich hatte alle Mechaniken geschafft, stand immer an den korrekten Positionen, lag nicht wie für Dragoons üblich länger tot auf dem Boden und hatte auch noch richtig Spaß. Über den Mount hatte ich mich bis zu dem Moment auch noch gefreut. Danach habe ich infrage gestellt, ob ich ihn wirklich verdient hatte.
Eben weil ich zumeist nur mit meinen Freunden in Content gehe, die dann auch wissen, womit sie bei mir rechnen können, passiert mir so etwas wie bei Titania ausgesprochen selten.
Ich kann mir aber vorstellen, dass es mehr als unangenehm ist, wenn einem das öfter passiert. Oder wenn man besser werden will und nicht in Content hineinkommt, weil man immer direkt gekickt wird. Und manche Leute sind in ihrer Kommunikation dann sicher auch nicht immer nett, sondern sehr klar und manchmal auch unflätig bezüglich warum man nicht mitspielen darf.
Gleichzeitig sehe ich aber natürlich auch den Nutzen von klaren Zahlen, Daten und Fakten: Es ist viel einfacher, sich zu verbessern, wenn man eine Leistung quantifizieren kann. Als ZDFler bin ich daher absolut dafür, so ein Tool zu nutzen.
Wie bei eben vielen Dingen gibt es für mich aber eine Grenze: Ich darf nicht anfangen, andere Spieler wegen ihrer (aus meiner Sicht) ungenügenden Leistung herunterzumachen. Vor allem nicht, wenn diese Spieler vielleicht gar nicht wissen, dass sie irgendwann mal getrackt wurden.
Entsprechend bin ich persönlich damit auch ganz bei Naoki Yoshida. Ein Mod oder Third-Party-Tool, das nur ich für mich selbst und meine eigenen Messungen nutze? Super! Aber der Spaß hat ein Loch ab dem Moment, wenn ich mit meinem Tool anderen Leuten – auch unabsichtlich – den Tag versaue.
Am Ende kann ich aber nur mich selbst steuern und muss darauf hoffen, dass meine Mitspieler auch nett und freundlich sind.
Was abschließend auch noch wichtig ist: Mods und Third-Party-Tools sind weiterhin offiziell verboten in Final Fantasy XIV und werden maximal geduldet. Die Verwendung dieser ist also grundsätzlich ein Tanz auf dem Vulkan, der jetzt wie im Fall von Mare in die Luft geflogen ist.
Nach der Verbannung von Mare hat sich übrigens auch Naoki Yoshida, der Chef von Final Fantasy XIV zu Wort gemeldet. Was er zu Mods und Third-Party-Tools zu sagen hatte, könnt ihr in unserer News zum Statement nachlesen: Final Fantasy XIV hat eine der größten Mods verloren – Jetzt meldet sich der Chef des MMORPGs zu Wort
Der Beitrag Mods und Tools sollen in Final Fantasy XIV keine negativen Auswirkungen auf Spieler haben – Wie steht es um Damage Meter? erschien zuerst auf Mein-MMO.
