Nach starkem Start kämpft Dune: Awakening damit, die Spieler auf die Server zu locken. Auch Kapitel 2 und der neue DLC fangen sich harsche Kritik ein. MeinMMO beleuchtet die Gründe für das enttäuschende Abschneiden der jüngsten Content-Pakete.
Mit 189.333 gleichzeitig aktiven Spielern konnte Dune: Awakening einen der größten Steam-Starts des Jahres hinlegen. Mit 1 Million Spielern feierte Funcom zudem den erfolgreichsten Launch der Studio-Geschichte. Das ebenfalls erfolgreiche Conan Exiles kam im direkten Vergleich erst nach einem Jahr auf diese Zahl.
Von diesem Hype ist 3 Monate später jedoch nur noch wenig übrig:
Das Hauptspiel Dune: Awakening steht auf Steam aktuell bei 72 Prozent positiven Rezensionen. Der Trend zeigt nach unten: 59 Prozent positive Reviews in den vergangenen 30 Tagen.
Der erste DLC „Wildlife of Arrakis“ kam zum Launch und wird auf Steam mit nur 15 Prozent positiven Rezensionen regelrecht abgestraft.
Ähnlich schlimm steigt jetzt auch der neue DLC „Lost Harvest“ auf Steam ein, mit nur 22 Prozent positiven Reviews.
Obwohl es neue (teils kostenlose) Inhalte gibt, haben sich die jüngsten Veröffentlichungen bislang kaum auf die Spielerzahlen ausgewirkt. Am Launch-Tag waren zur Peak-Zeit laut steamdb.info 26.497 Spieler gleichzeitig in Dune: Awakening aktiv. In den Tagen davor waren es etwas über 20.000. Anfang September mehr als 28.000. Im August phasenweise mehr als 30.000.
Nicht falsch verstehen: Die Zahlen sind gut. Dune: Awakening ist noch weit davon entfernt, tot zu sein. Und sicherlich werden wir beim „Free Weekend“-Event, das vom 11. bis zum 14. September läuft, einen etwas größeren Ausschlag bei den Spielerzahlen beobachten können.
Unterm Strich dürften die Entwickler jedoch nicht zufrieden damit sein, wie die neuen Inhalte bei der Community ankommen und wie sich die Spielerzahlen seit dem Launch entwickeln. Im Folgenden analysieren wir, warum Dune: Awakening sein Momentum und damit auch viele Spieler verloren hat.
Autoplay
Wieder von vorn anfangen? Kein Bock!
Zu den grundlegenden Systemen von Dune: Awakening gehört es, dass sich die Basen der Spieler direkt in der persistenten Welt befinden. Sie sind ein Teil von Arrakis, auch wenn man offline ist. Die Gefahr dabei ist es immer, dass sich irgendwann Geisterstädte aus verlassenen Gebäuden oder nie fertig gestellten Baustellen bilden, die neuen Spielern die guten Bauplätze blockieren.
Die Lösung der Funcom-Entwickler: Wer seine Basis auch in eher inaktiven Phasen behalten will, muss regelmäßig Steuern zahlen und für ausreichend Energie sorgen. Spieler, die das vernachlässigen, verlieren nach einigen Wochen die Basis und alle dort abgestellten Besitztümer. Nur was im Inventar oder auf der Bank liegt, ist sicher.
Was diese Lösung angeht, war das Feedback aus der Community von Anfang an kritisch. Viele Spieler haben schlicht keine Lust darauf, sich regelmäßig in ein Spiel einloggen zu müssen, das sie gerade eigentlich gar nicht zocken wollen. Und noch weniger haben sie Lust darauf, wieder von vorn anfangen zu müssen, nur weil sie durch ihre Pause fast alles verloren haben.
Auf der gamescom hatten wir die Entwickler auf diese Problematik angesprochen und gefragt, ob es keine bessere beziehungsweise weniger frustrierende Lösung gibt, um die Eigenheime sowie den Besitz der Spieler zu verwalten.
Creative Director Joel Bylos erklärte zwar, dass man das Problem verstehen würde, doch möchten die Entwickler an diesem System grundsätzlich festhalten. Geplant sind aber Neuerungen, die es den Spielern nach dem Verlust der Basis ermöglichen sollen, den Neustart in kürzester Zeit zu schaffen. Geplant sind etwa Ressourcenpakete für Rückkehrer, die nach langer Pause online kommen.
Ob das reicht, um die Stimmung zu kippen? Die frisch veröffentlichten Inhalte haben die Kritik an dem System auf jeden Fall noch einmal verschärft. Viele Spieler sind so frustriert vom Verlust ihrer Basen, Fahrzeuge und anderen Besitztümer, dass sie auf die neuen Inhalte einfach komplett verzichten. Damit unterstreicht der neue DLC, dass die Entwickler mit ihrem System einen krassen Fehler gemacht haben.
Zudem hat er über die vergangenen Jahre hinweg regelmäßig ein Nicht-MMORPG von Funcom gestartet, klar, die Rede ist von Conan Exiles, das Dune: Awakening in gewissen Bereichen ähnelt, in anderen aber auch so gar nicht.
Beim Launch hatte Karsten enorm viel Spaß mit Dune: Awakening. Jetzt arbeitet er sich durch den frustrierenden Neustart, da auch er nach längerer Pause (wissentlich) fast alles verloren hat.
Man kann es nicht allen recht machen
Hatte Conan Exiles noch einen sehr starken Fokus auf die Survival-Elemente und das Bauen, will Dune: Awakening deutlich mehr sein. Überlebenskampf und der Bau toller Basen stehen weiterhin im Fokus, klar. Das Dune-MMO möchte aber auch aufwendig erzählte Story-Questreihen bieten, Events in der Welt, PvP und natürlich ein motivierendes Endgame.
Wie schwer es ist, es allen recht zu machen, zeigen seit dem Launch die Diskussionen rund um die Tiefe Wüste. Mal beschweren sich PvP-Fans, mal die PvE-Fraktion. Und mittendrin tummeln sich Hacker und Exploiter, die alle nerven. So richtig zufrieden scheint kaum jemand mit der Endgame-Zone zu sein – weswegen die Entwickler auch umfassende Anpassungen für Kapitel 3 planen.
Für Ärger sorgen aus dem Grund aber auch die DLCs. Beim ersten Wildlife-Paket mit den 4 kosmetischen Statuen war die Kritik noch: Das ist viel zu wenig, wir wollen mehr und richtige Inhalte!
Genau das bringt jetzt DLC Nummer 2, mit einer Nebenquestreihe, 3 Teststationen, einem weiteren Fahrzeug, Emote, Skins und neuen Bauteilen. Und was kritisieren viele Spieler jetzt? Die Zahl der neuen Bauteile ist viel zu gering, da hat Conan Exiles regelmäßig deutlich mehr geboten. Daumen runter!
Aufwendig produzierte Inhalte wie die 4 bis 6 Stunden umfassende Missionskette, wie es sie in den DLCs von Conan Exiles nie gab, fallen bei vielen Rezensionen untern Tisch. Nicht aus Bosheit sicherlich, sondern weil Spieler ihren Fokus nur auf die Inhalte setzen, die für sie relevant sind.
Hier rächt sich quasi das breitere Angebot, das Dune: Awakening bieten möchte. Die zeitlichen Kapazitäten des Teams sind schließlich endlich. Wenn es mehr von bestimmten Inhalten geben soll, bleiben zwangsläufig andere Pläne auf der Strecke. Wer etwa auf ein motivierendes und spaßiges Endgame hofft, muss sich wohl noch bis Kapitel 3 gedulden, das für das erste Quartal 2026 geplant ist.
Silksong ist die Kirsche auf der Sahne
Während all diese Herausforderungen auf ‘ne Art hausgemacht sind, hat Funcom gerade aber auch mit äußeren Faktoren zu kämpfen. Zum Ersten ist da der große Schatten, den Hollow Knight: Silksong wirft. Fast 450.000 Spieler lockt das neue Metroidvania auf Steam zur Prime-Time gleichzeitig an, Quelle: steamdb.info.
Zum Zweiten bindet aber auch das neue Update von Path of Exile 2 Steam viele Spieler (über 200.000 Spieler zur Prime Time, Quelle: steamdb.info). Und mit Blick auf den anstehenden Release von Borderlands 4 dürfte sich das Konkurrenzumfeld für Dune: Awakening in der nächsten Zeit sicherlich auch nicht entspannen.
Borderlands 4 ist einer der größten Releases des Jahres:
Was kann für die Trendwende sorgen?
Aus unserer Sicht bleibt den Entwicklern nur, am Ball zu bleiben und nach und nach die bekannten Baustellen von Dune: Awakening auszumerzen, das Endgame (für PvP- und PvE-Fans gleichermaßen) zu verbessern, und nach Möglichkeit Inhaltsnachschub für die verschiedenen Bereiche des Spiels zu liefern, der Spaß macht und sich belohnend anfühlt.
Damit die zuletzt weggebliebenen Spieler ihnen aber auch wirklich nochmal eine Chance geben, muss eine bessere Lösung für die frustrierende Bestrafung von Pausen her. Ein Vorschlag: Wer eine längere Abwesenheit plant, kann sich für sein gesamtes Hab und Gut eine Art Sicherheitskopie anlegen. Mit dieser lässt sich die „verlorene“ Basis mit all ihren Besitztümern dann bei der Rückkehr frei in der Welt platzieren.
Basierend auf dem bisherigen Community-Feedback zu den DLCs sollten die Entwickler eventuell zudem dazu übergehen, vor allem rein kosmetische Inhalte in die kostenpflichtigen Pakete zu packen. Dafür dann aber eben mit dem Umfang der verschiedenen Baustile, die regelmäßig bei Conan Exiles dazugekommen sind.
Wie seht ihr das: Was muss Funcom tun, damit ihr erstmals oder wieder in Dune: Awakening durchstartet? Verratet es in den Kommentaren! Falls ihr mehr Infos zu den neuen Inhalten des Survival-MMOs sucht, schaut gern hier vorbei: Dune: Awakening hat jetzt neue Rüstungssets für alle Klassen, die viele von euch ohne auch nur einen Handschlag erhalten dürften
Der Beitrag Der neue DLC von Dune: Awakening beweist, dass die Entwickler einen ganz krassen Fehler gemacht haben erschien zuerst auf Mein-MMO.
