Ein kleines Studio aus Barcelona will mit Starfinder: Afterlight ein neues Rollenspiel auf Steam veröffentlichen. Der Release ist noch in ferner Zukunft, aber schon jetzt gibt es vielversprechende Details. Als erstes Medium in Deutschland hat MeinMMO einen exklusiven Blick auf die beiden neuen Begleiter bekommen, die Starfinder: Afterlight vorstellt. Die Devs erklären nebenbei, wie sich ihr Spiel von der Konkurrenz abhebt.
Was ist das für ein Spiel?
Ihr spielt in Starfinder: Afterlight als Anführer einer wild zusammengewürfelten Truppe an Außenseitern, die versuchen, den nahenden Weltuntergang aufzuhalten. Das Spiel ist ein klassisches cRPG mit isometrischer Perspektive, rundenbasierten Kämpfen und viel Story als reiner Singleplayer.
Starfinder: Afterlight nutzt die Starfinder-Lizenz, eine Sci-Fi-Variante des deutlich bekannteren Pathfinder, einer der größten Alternativen zu Dungeons & Dragons.
Das Rollenspiel legt vor allem großen Wert auf seine 6 Begleiter und deren Geschichten. Die Entwickler sind überzeugt: Begleiter machen das Spiel erst lebendig. Wir haben die beiden neusten exklusiv vorab gesehen.
Das sind die beiden neuen Begleiter: Der menschliche Borai Sterling (der ein wenig an Archer angelehnt ist, für alle Nischen-Nerds unter euch) und die Androidin Lu-323 ergänzen die beiden ersten vorgestellten Charakteren, Tycho und Kole.
Sterling ist ein Agent, der ermordet wurde. Da er sich aber zu sehr ans Leben klammert, kam er als Untoter zurück – ein Borai. Seine Klasse ist eine Art Space-Magier, ein Solarian, der die Kräfte von Erschaffung und Zerstörung nutzt. In Sterlings Geschichte ist das Ziel, seinen eigenen Mord aufzuklären … worauf er selbst eigentlich gar nicht so erpicht ist.
Lu-323 wurde dazu programmiert, zu infiltrieren und zu exekutieren. Eine Assassine und Mörderin, die als Androide herausfinden will, wo eigentlich ihre Programmierung aufhört und wo sie selbst beginnt. Im Gameplay ist Lu eine charismatische Gesandte, die Charme und Täuschung ebenso gut einsetzen kann wie ein schnelles Messer in die Rippen.
Autoplay
Begleiter machen die Welt lebendig
Im Gespräch erklären mir die Entwickler Ricard Pillosu und Albert Jane Goset, was die beiden neuen Begleiter alles ausmacht und was in ihren Geschichten so passiert. Ich will nicht zu viel spoilern, aber bei Sterling und Lu werdet ihr tiefer in die Fragen des Lebens eintauchen, die ergründen wollen, wer man selbst eigentlich ist.
Entscheidungen spielen eine große Rolle in Starfinder: Afterlight, sodass ihr selbst Einfluss darauf haben könnt, wie sich eure Begleiter entwickeln. Je nachdem, wie ihr euch verhaltet, verbessert oder verschlechtert ihr eure Beziehung zu euren Companions – bis zu dem Punkt, wo es passieren kann, dass sie eure Feinde werden und gegen euch kämpfen.
Am Beispiel von Lu erklären mir die Entwickler: Je nachdem, wie man als Spieler zu ihr steht, wird es möglich sein, sie mehr ihre „androidische“ oder mehr ihre „menschliche“ Seite anzunehmen. Ihr habt also direkten Einfluss auf ihr Schicksal.
Beziehungen können so weit gehen, dass ihr eine Romanze mit den Begleitern eingehen könnt. Mit jedem von ihnen, wie mir die Devs erklären, unabhängig von eurem eigenen gewählten Geschlecht oder eurer eigenen Spezies. Denn… es gibt auch sowas wie Weltraum-Shrimps mit Tentakeln als spielbares Volk: „Wenn es nicht seltsam ist, ist es nicht Starfinder.“
Astarion soll Starfinder überragend machen: „Das schaffen wir nicht ohne dich“
Um die Charaktere lebendig zu machen und Emotionen darzustellen, setzt Starfinder: Afterlight vor allem auf Voice Acting. Alle Charaktere sind vertont und es gibt „Banter“, also Gespräche zwischen den Begleitern auf den Reisen, die sich sogar oft auf die Umgebung beziehen.
Damit sich das alles natürlich anhört, arbeiten die Entwickler mit Neil Newbon zusammen, dem Sprecher von Astarion aus Baldur’s Gate 3. Newbon ist der Voice Director für das Spiel, also dafür zuständig, dass das Gesprochene auch irgendwie zusammenpasst:
Er wickelt das ganze Casting ab, er leitet die Stimmen. Jede Session läuft über ihn. Er geht alle Textzeilen durch, organisiert sie, nimmt sich den Schauspieler und bringt ihn in das richtige Mindset, um die Zeilen abliefern zu können. […] Wir ermutigen auch viel Improvisation. […]
Wir dachten erst: „Okay, du leitest die [Synchronsprecher], aber die wissen doch schon, was sie sagen müssen, was trägst du also bei?“ Du brauchst nur 10 Minuten mit [Neil], um zu wissen: „Jo, das schaffen wir nicht ohne dich.“
Der Fokus aufs Voice Acting soll Starfinder: Aferlight dabei helfen, sich im cRPG-Genre zu beweisen. Goset erklärt: Fans wüssten schon, was sie von so einem Spiel erwarten können, also müsse man etwas Besonderes bieten. Lebendige Charaktere mit tiefer Story sollen genau diese Besonderheit sein. Dazu wurden übrigens namhafte Synchronsprecher angeheuert:
Bereits die schon bekannten Charaktere Tycho und Kole werden von Inel Tomilson (Space Marine 2, Final Fantasy XVI) bzw. Fred Tatasciore (vor allem bekannt als Kil’jaeden aus WoW und Soldier: 76 aus Overwatch) gesprochen.
Lu-323 erhält ihre Stimme von Melissa Médina, die ihr etwa als Lettie in Warframe: 1999, Zanuhali aus Final Fantasy XIV oder Callis aus Borderlands 4 kennt.
James Alexander leiht Sterling seine Stimme. Alexander spricht auch diverse NPCs in Baldur’s Gate 3, Jake the Hyena aus The Division 2 und Rick aus Dying Light: The Beast.
Starfinder: Afterlight kommt von Leuten, die wissen, was sie wollen
Epictellers, das Studio hinter Starfinder: Afterlight, stammt aus Barcelona und wurde erst vor 2 Jahren gegründet. Die Entwickler haben aber über 20 Jahre Erfahrung, haben zuvor schon bei Crytek in Deutschland an Crysis und Ryse: Son of Rome gearbeitet.
Nach so langer Zeit im AAA-Sektor, erklären sie mir, haben sie aber die Chance gesehen, ihrer Leidenschaft der cRPGs nachzukommen – insbesondere, da Larian und Owlcat so gute Vorarbeit geleistet haben, um das Genre (wieder) zu etablieren.
Afterlight kann ab dem 7. Oktober auf Kickstarter unterstützt werden.
Aktuell befindet sich das Spiel noch in der Pre-Alpha, soll aber so früh wie möglich den Spielern als Early Access zur Verfügung gestellt werden. Von da an soll es noch etwa ein bis anderthalb Jahre dauern zum fertigen Spiel. Die Idee ist, den gleichen Weg zu gehen, der Baldur’s Gate 3 zum Erfolg verholfen hat: Baldur’s Gate 3 ist jetzt so gut, weil die Devs etwas getan haben, das viele furchtbar finden
Der Beitrag Neues Sci-Fi-Rollenspiel auf Steam arbeitet mit einem Star aus Baldur’s Gate 3, erklärt uns, warum es sich so lebendig anfühlt erschien zuerst auf Mein-MMO.
