Wolfenstein – im Klassik-Test (PS3 / 360)

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Spiel:WolfensteinPublisher:ActivisionDeveloper:Raven SoftwareGenre:Ego-ShooterGetestet für:360, PS3Erhältlich für:360, PS3USK:18Erschienen in:11 / 2009

”Achtung!” – Die langlebigste Ego-Shooter-Reihe der Videospielgeschichte erhält einen neuen Ableger: Die schlicht Wolfenstein betitelte Episode führt Euch als US-Soldat B.J. Blazkovicz in das fiktive deutsche Örtchen Isenstadt, wo die okkulte Organisation ’Die Wölfe’ dubiose Experimente unter der Leitung von Alphawolf Zetta durchführt. Dazu gehören Ausflüge in die Parallel­dimension der schwarzen Sonne ebenso wie das ’Untermensch-­Projekt’, aus dem deformierte Monsterkrieger entstehen. Auf der Jagd nach dem Anführer durchstreift Ihr immer wieder das zivilistenfreie Städtchen und folgt einer praktischen Zieleinblendung zum nächsten Level­eingang. Wie in Far Cry 2 trefft Ihr regelmäßig auf respawnende Truppen, was hier jedoch für angenehme Kurzweil sorgt.

Unterstützung erfährt Blazkovicz durch die russischen Wissenschaftler des ’Goldenen Morgen’ und die Widerständler vom ’Kreisauer Kreis’. Hier erhaltet Ihr (teils optionale) Aufträge wie die Infiltration einer Konservenfabrik oder das Untersuchen eines verlassen wirkenden Bauernhofes, unter dem sich eine riesige Forschungseinrichtung Eurer Gegner befindet. Im Verlauf der rund 15 Stunden dauernden Kampagne kämpft Ihr gegen leidlich clevere Standardsoldaten, die Euch zwar mit Granaten aus der Deckung locken, ansonsten aber wie die Fliegen sterben – auch aus größter Entfernung ist Euer Held erstaunlich zielsicher.

Kniffliger wird Euer Einsatz, sobald gepanzerte Supersoldaten, blitzschnelle, unsichtbare oder Plasma spuckende Offiziere ins Spiel kommen. Zum Glück hat Blazkovicz ein okkultes Medaillon dabei, für das Ihr im Spielverlauf vier nützliche Kräfte erwerbt. So wechselt Ihr nach Belieben in den grünlichen ’Schleier’, wo Ihr Euch schneller bewegt und verborgene Pfade beschreitet. Darüber hinaus erwarten Euch Zeitlupenfunktion, Energie-Schutzschild und ein Verstärker, mit dem Ihr Schilde der Feinde durchbrecht.

Das Waffenarsenal umfasst acht Wummen, neben MP40 und Karabiner sorgen vor allem der Flammenwerfer und SciFi-Waffen wie Partikelgewehr oder Tesla-Kanone für Unterhaltung, mit denen Ihr Widersacher auch in der deutschen Version brutal niederstreckt. Sämtliche Waffen und Fähigkeiten verbessert Ihr durch aufgestöberte Goldsäcke und erfolgreich abgeschlossene Missionen, die Ihr auf Wunsch auch wiederholt.

Wolfenstein bietet neben der Kampagne auch einen Mehrspieler-Modus für zwölf Teilnehmer, Umfang und Spielspaß halten sich hier jedoch arg in Grenzen.

Meinung

Michael Herde meint: Trotz einiger Mängel im Spieldesign und veralteter Technik macht mir Wolfenstein mehr Spaß als manch moderne Ballerei. Das liegt hauptsächlich an der unkomplizierten Action und der trashigen Story. Die KI ist hingegen ebenso fragwürdig wie das ziemlich überflüssige Upgrade-System: Ehe das Spiel im letzten Drittel deutlich an Abwechslung und Schwierigkeit zulegt, ist Wolfenstein auf ’Normal’ ein Spaziergang, der keinerlei Upgrade erfordert. Auch missfallen mir kantige Charaktermodelle und teils billige Texturen. Beleuchtung sowie Waffen­effekte überzeugen jedoch und die Steuerung funktioniert einwandfrei – das ist die Hauptsache. Der Online-Modus aber enttäuscht durch schwächere Grafik, lange Ladezeiten und nervige Lags, außerdem werden für meinen Geschmack zu wenige Charakterklassen und Karten geboten.

Wertung

pseudo-offene Spielwelt in Isenstadt
übersinnliche Kräfte und coole Wummen
zahlreiche Waffenupgrades
deutsche Version international kompatibel
installiert ca. 700 MB auf Festplatte (PS3)

Unterhaltsamer Ego-Shooter der alten Schule mit hohem Trash-Appeal, der unter der unausgegorenen Spielbalance leidet.

Singleplayer74MultiplayerGrafikSound

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