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Entwickler Evil Empire übernahm ab 2019 den Add-on-Support für Dead Cells. Daher verwundert es nicht, dass sich das erste eigene Werk des Studios eine riesige Scheibe vom Erfolgs-Roguelite abschneidet und sich zum Verwechseln ähnlich spielt.
Entsprechend erkundet Ihr in Metroidvania-Manier prozedural generierte 2D-Levels, sammelt Währung für permanente Freischaltungen in der Basis und versucht, mit Upgrades innerhalb eines Durchlaufs das Ende zu erreichen. Also alles wie gehabt? Mitnichten.
Die größte Änderung am Konzept ist die Erhöhung der Hüpfherausforderungen. Der Prinz kann jede Wand im Hintergrund für Wandläufe und Klettereinlagen nutzen. Wer das Timing beherrscht, füllt eine Flow-Anzeige, die das Tempo erhöht und je nach gesammelten Amuletten starke Zusatzeffekte mitbringt. Manche Stellen könnten beim Design noch ein wenig Politur vertragen, da sie Euren Flow durch ungünstig platzierte Sprunggelegenheiten künstlich ausbremsen. Mächtige Passiv-Skillbäume sind nun außerdem an Erfahrungspunkte gebunden, die Ihr simpel übers Spielen permanent dazuverdient.
Der Pixel-Stil von Dead Cells weicht einem Comic-Look, der gewöhnungsbedürftig ist, uns aber mit jedem Run mehr ans Herz wuchs. Jedoch sorgen so manche Effekte wie der Harzboden oder Explosionen dafür, dass die Übersicht flöten geht. Des Weiteren gibt es jetzt mehr Storyführung und Ihr schaltet mit der Zeit Quests frei.
Meinung & Wertung
Steffen Heller meint: Dead Cells ist inzwischen ein Content-Monster und verzückt mit haufenweise tollen Upgrade-Möglichkeiten während eines Runs. Dieses Gefühl lässt der Rogue-Prinz ein wenig vermissen. Auch der Rhythmus für permanente und motivierende Freischaltungen ist dem Original besser gelungen. Die starken Passiv-Perks simpel an Erfahrungspunkte zu binden, fühlt sich nach stumpfem Grind statt Belohnung an, die ich clever levele oder verdient hätte. Aber all das ist Kritik auf hohem Niveau. Die Ergänzung um Parkour-Einlagen ist ein guter Schritt vorwärts und sorgt für ein meist tolles Spielgefühl, das mich immer wieder zum Neuversuch verführt.
Fans von ”Dead Cells” freuen sich über eine minimal abgewandelte Formel und vermissen mehr Inhalt.
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