30 Sekunden von Papaplatte lösen eine Diskussion darüber aus, ob Fans Twitch-Streamern von ihren toten Opas erzählen dürfen

Kevin „Papaplatte“ Teller steht in der Kritik, weil er vermeintlich taktlos auf die Nachricht eines Fans reagierte. Andere meinen jedoch, das sei sein gutes Recht. Es entsteht eine Diskussion darüber, wie viel sich Twitch-Streamer eigentlich anhören müssen.

Was war das für eine Situation? Übers Wochenende machte ein Clip des Twitch-Streamers Papaplatte die Runde, in dem dieser scheinbar einen Zuschauer abschmettert, der ihm von seinem verstorbenen Großvater erzählen möchte.

Ein Video, das auf X mehr als 300.000 Aufrufe erhielt, zeigt den Streamer, während er ein Paket öffnet, als eine sogenannte Text-to-Speech-Donation eingeht. Das ist ein Geld-Geschenk mit angehängtem Text, welcher dann automatisch vorgelesen wird. Darin erklärte ein Fan, dass sein Großvater verstorben sei, und der Stream ihn ablenken und aufmuntern würde.

Papaplatte unterbricht die KI-Stimme allerdings sofort. Er wünscht dem Zuschauer zwar „viel Liebe“, setzt aber auch an, zu erklären, dass man so etwas bitte nicht schreiben solle. Dabei fällt sein Blick allerdings auf den Inhalt seines Pakets, woraufhin er laut jubelnd aufspringt.

Einige Zuschauer empfanden die Reaktion des Streamers als unsensibel und taktlos. Es wirkte wohl, als sei es Papaplatte egal, dass ein Fan einen geliebten Menschen verloren habe. Andere meinen jedoch: Das müsse ihn auch gar nicht kümmern.

SO wurden Challenges für Papaplatte zum Lebensunterhalt


Autoplay

Twitch-Streamer sind keine Therapeuten für die Hosentasche

Was steckte dahinter? Papaplatte erklärte unmittelbar nach seinem Jubel, dass er solche direkten Nachrichten nicht haben möchte. Zuschauer könnten zwar darüber sprechen, wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt, sollten dies aber vage halten, etwa: „Ich habe gerade eine schwierige Zeit.“ Das sei sonst anderen Chat-Teilnehmern gegenüber unfair.

Der Grund für den etwas unpassend wirkenden Jubel steckt hingegen ein paar Minuten vor dem Clip: Papaplatte hatte auf benötigte Hardware für seinen Stream gewartet, und sich gefragt, ob das benötigte HDMI-Kabel wohl direkt enthalten sei – andernfalls könne er den neuen Monitor gar nicht einsetzen. Das ersehnte Kabel entdeckte er dann allem Anschein nach in einem äußert ungünstigen Moment.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von Twitch, der den Artikel ergänzt.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum Twitch Inhalt

Was wurde daraus? Obwohl die Situation im Stream also eigentlich schnell aufgeklärt wird, entstand in den sozialen Medien eine größere Diskussion um den Clip. Denn während einige Papaplatte mangelnde Empathie vorwarfen, sahen andere den Streamer im Recht.

Content Creator seien da, um die Zuschauer zu unterhalten, wären aber nicht ihre Freunde oder gar Therapeuten. Für einige ist mit so einer persönlichen Nachricht die Grenze zu sogenannten parasozialen Beziehungen überschritten. Dabei handelt es sich um einseitige, starke emotionale Bindungen an eine öffentliche Person.

Gerade Twitch-Streamer haben oft mit diesen parasozialen Bindungen zu kämpfen, da die Zuschauer direkt mit ihnen interagieren können und sich ihnen so verbunden fühlen. Dass Papaplatte eine so klare Grenze zieht, sei daher sein gutes Recht.

Was ist eine parasoziale Beziehung? Die bezeichnet das einseitige, meist emotionale Bindungsgefühl, das Zuschauende gegenüber Streamern und Streamerinnen aufbauen, ohne dass diese persönliche Beziehung tatsächlich erwidert wird. Besonders im Kontext von Plattformen wie Twitch oder YouTube entsteht sie, indem die Content Creator regelmäßig Inhalte teilen, persönliche Geschichten erzählen oder auf Chats eingehen, sodass Zuschauende mit der Zeit das Gefühl entwickeln, die Person „zu kennen“ oder sogar mit ihr befreundet zu sein.

Andere sehen es jedoch kritisch, dass der Streamer dieses Feature anbietet und das Geld seiner Zuschauer annimmt, die erwartete „Gegenleistung“ aber offenbar nicht erbringen mag.

Mehr Twitch-News auf MeinMMO

1
Streamer sammelt 100.000 Euro im Namen einer verstorbenen Zuschauerin, die ihn von Anfang an auf Twitch begleitete

von Johanna

2
Twitch-Streamer hat seine Zuschauer zu oft veräppelt, erreicht jetzt wirklich einen Meilenstein, aber niemand glaubt ihm

von Johanna

3
Streamerin auf Twitch kassiert Strike in Pokémon GO – selbst Cheater sagen: Das ist Quatsch

von Max Handwerk

Solche parasozialen Beziehungen sind für Streamer nicht nur lästig, sondern können auch richtrig gefährlich werden. Zuletzt erregte etwa ein Übergriff auf die Twitch-Streamerin Emiru Aufsehen. Wir haben auf MeinMMO darüber berichtet: Streamerin wird auf TwitchCon belästigt, erstes Statement vom Twitch-Chef kommt so schlecht an, dass er sich entschuldigen muss

Der Beitrag 30 Sekunden von Papaplatte lösen eine Diskussion darüber aus, ob Fans Twitch-Streamern von ihren toten Opas erzählen dürfen erschien zuerst auf Mein-MMO.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *