Andere Spiele wären unter so einem Chaos untergegangen, doch Hytale kämpft sich zurück. Aber der Chef-Entwickler ist wütend – und will diese Wut nutzen.
Die Geschichte rund um das Spiel Hytale, das von vielen als „Minecraft-Lookalike“ bezeichnet wird, ist wohl eine der Kurioseren im Gaming. Denn das Projekt sollte unter Riot noch viel größer und besser werden, als jemals geplant. Der Traum schien dann ausgeträumt – aber Hytale lebt weiter. Und der erste Release ist nur wenige Tage entfernt, wenngleich der neue und alte Besitzer vor allem Wut verspürt.
Autoplay
Was ist vorgefallen? Vor einigen Jahren hatte Hytale einen richtigen Hype. Das Spiel sah gut aus, die Vorbereitungen für den Release liefen und alles deutete auf einen Erfolg hin. Dann jedoch übernahm Riot die Entwicklung, der Release wurde verschoben – denn das ganze Spiel sollte eine deutlich höhere Qualität bekommen. Eigentlich verwunderlich, wenn man bedenkt, wie gut Hytale schon vor Jahren aussah.
Dem Projekt drohte dann das Aus, bis der ursprüngliche Besitzer Riot anbot, das Spiel zurückzukaufen – und genau das ist dann geschehen. Hytale wird gerettet. Aber diese Rettung war nicht nur teuer, sondern erfordert auch in Zukunft viele Opfer.
Das sagt der Chef: Die letzten 4 Jahre waren wohl überhaupt nicht zielführend, wie Simon Collins-Laflamme auf X mitteilt. Er hatte Hytale zuletzt von Riot zurückgekauft und verrät, wie er die letzten Jahre wahrgenommen hat und was dir vorherrschende Emotion ist: Wut.
Die Leute fragen mich, mich wie ich fühle, nachdem ich Hytale wieder besitze und wir uns dem Release nähern. Ehrlich, die transparente Antwort ist Wut.
Er begründet das auch gleich umfangreich und erklärt, wie die letzten Jahre aus seiner Sicht verschwendet wurden.
Das Spiel hat ein wahnsinniges Potenzial, aber 4 Jahre der Entwicklung sind in den Neubau der Engine geflossen anstatt in Gameplay-Features. Das lässt uns mit einer Lücke von 4 Jahren zurück, aus der wir viel aufholen müssen, und mit einer neugebauten Engine, die jetzt niemals benutzt wird.
Wenn man nicht in Gameplay investiert, dann verlierst du nicht einfach nur Zeit. Du verlierst Momentum, Iterationen und Spieler-Feedback. Jetzt muss der Fokus auf „Gameplay zuerst“ liegen und darauf, das Vertrauen wieder aufzubauen, indem wir tatsächlich Dinge in schneller Frequenz veröffentlichen.
„Es ist ein verdammtes Wunder“
Ein Projekt, das 4 Jahre lang „ins Nichts“ entwickelt wurde, wäre für die meisten Entwickler wohl ein Grund, die Sache einfach zu beerdigen. Immerhin ist der anfängliche Hype von Hytale nahezu erstickt worden und nur die größten Fans sind noch geblieben. Doch davon lässt man sich nicht einschüchtern und hofft, die Vision von Hytale noch umsetzen zu können. Die Entwickler hätten in den letzten Tagen nicht weniger als ein Wunder vollbracht, wie es weiter heißt:
Es ist ein verdammtes Wunder, dass wir Hytale retten konnten. Es war kaum spielbar. Alle Grundlagen waren kaputt. Die Kamera, Bewegeung, der Kampf, das Crafting, Bauen, der Game-Loop, die Sounds, das Rendering. Alles. Einfach alles war falsch.
Dass man hier offenbar schnell Korrekturen durchführen konnte, ist aber für die Entwickler nun kein Grund, irgendwie langsamer zu werden. Ganz im Gegenteil. Die verlorene Zeit aufzuholen wird ein Projekt, das wohl viele, viele Monate andauern wird:
Es hätte Jahre brauchen sollen, um das zu beheben, aber innerhalb von Wochen haben wir das Spiel wieder in einen spielbaren, spaßigen Zustand versetzt. Und jetzt, anstatt dass wir langsamer werden oder den Release feiern, müssen wir für Jahre weiter vorandrängen, um die verlorene Zeit aufzuholen.
Er schließt seine Zusammenfassung dann damit ab, dass er noch einmal die Wut herausarbeitet. Collins-Laflamme will diese Wut aber nicht in negative Stimmung umschlagen lassen, sondern anders nutzen:
Also ja, ich fühle Wut. Aber ich wandle diese Wut in Fokus und Ausführung. Ich steuer hier mehr Geld, mehr Zeit und persönliche Opfer bei, um das Spiel abzuliefern, das diese Vision verdient.
Wann kann man Hytale spielen? Der Release einer „Early Access“-Version von Hytale steht unmittelbar bevor. Bereits ab dem 13. Januar 2026 kann man Hytale spielen – allerdings nicht auf Steam. Hytale wird vorerst lediglich auf der offiziellen Seite des Spiels angeboten. Eine große Veröffentlichung auf Steam will man noch nicht, da man hier mit vielen negativen Kritiken rechnet von Spielern, die „noch nicht so gut über die Arbeit [des Teams] informiert sind.“
Die Entwickler wollen lieber mit der Kern-Community zusammenarbeiten, auf deren Feedback hören und sich nicht so viel mit negativen Kritiken auf Steam herumärgern – dafür ist wohl später Zeit.
Der Beitrag Hytale wurde gerettet, doch der neue Besitzer sagt: „Ich verspüre Wut“ erschien zuerst auf Mein-MMO.
