Ashes of Creation zerschlägt 80 Konten, die über Exploits Gold in Geld verwandeln wollten

Die Entwickler von Ashes of Creation sind massiv gegen eine Gruppe aus professionellen Goldfarmern vorgegangen. Der Chef des MMORPGs macht klar: Wer Gold für Geld kauft oder verkauft, riskiert seinen Account.

Was ist passiert? Auf dem offiziellen Discord-Kanal hat sich Chef-Entwickler Steven Sharif heute Nacht (5. Januar 2026) an die Community gewandt, um über einen Schlag gegen eine koordinierte Gruppe aus professionellen Goldfarmern zu berichten.

Die Gruppe umfasste wohl um die 80 Accounts und fast 210 Charaktere. Mit diesen sollen die Goldfarmer eine Sicherheitslücke ausgenutzt haben, um Gold zu generieren und Materialien zu vervielfältigen (ein sogenannter Dupe-Exploit). So etwas kann sich extrem negativ auf die Wirtschaft eines Spiels auswirken und Echtgeldhandel forcieren (also der Verkauf von Gold für Euros oder Dollar, kurz: RMT).

Wie reagieren die Entwickler? Laut Sharif habe man mit den jüngsten Wartungsarbeiten bereits eine Korrektur für die Sicherheitslücke auf die Server gebracht. Jetzt sei man dabei, die duplizierten Gegenstände zu identifizieren und die Goldbewegungen in der Wirtschaft nachzuverfolgen. Das über den Exploit generierte Zeug muss aus der Datenbank entfernt werden.

Weiterhin erklärt der Studio-Chef von Intrepid, wie man in so einem Fall mit den überführten Accounts und Charakteren verfahren möchte:

Ich möchte klarstellen: Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber RMT. Die Teilnahme an RMT, egal auf welcher Seite der Transaktion, führt zu einer dauerhaften Sperrung. Es lohnt sich nicht, euer Konto zu riskieren, und es untergräbt die Bedeutung eurer Erfolge. Wenn ihr oder jemand, den ihr kennt, über RMT nachdenkt, sagt einfach nein!

Steven Sharif auf Discord

Eine Liste der gesperrten Charaktere möchte man zeitnah veröffentlichen.

„Ein seltener Sieg für Ashes“

Wie reagiert die Community auf die Nachricht? Viele Spieler freuen sich über die Bannstrafen für die Goldfarmer und Exploit-Nutzer. Andere klagen darüber, dass das Bot-Problem in der Alpha des MMORPGs bereits sehr viel flächendeckender ausfallen soll.

McBeefyBare schreibt auf Reddit: „Es sind so viele Karawanen- und Angel-Bots überall …“

NsRhea ergänzt unter dem Post von McBeefyBare: „Gestern habe ich einen Bergbau-Bot getötet. Er hat über 400 Steine fallen lassen. Man kann sehen, wie sie von einem Ort zum nächsten gehen, um zu versuchen, etwas abzubauen, das gar nicht vorhanden ist, sich dann blitzschnell umdrehen und es an einer anderen Stelle erneut versuchen.“

BlamaeuxPrivateEye lobt das Team des MMORPGs auf Reddit, macht aber auch deutlich, dass er mit anderen Dingen in der Vergangenheit unzufrieden war: „Ich bin eigentlich ein Hater, aber ich liebe es, Bans für RMT zu sehen. Ein seltener Sieg für Ashes.“

Anykeysttv schreibt auf Reddit: „Stellt euch Echtgeldhandel in einem noch nicht veröffentlichten Spiel vor. Ich bezweifle mittlerweile, dass das Spiel überhaupt veröffentlicht wird, da ich immer wieder lese, wie die Community das Spiel bereits ruiniert.“

Bringen solche Bannstrafen überhaupt etwas? Viele andere MMORPGs wie Lost Ark haben seit Jahren enorme Probleme mit farmenden Bots und Echtgeldhandel.

Besonders spannend sind für die Goldfarmer dabei Online-Rollenspiele, in denen a) es sehr mühsam ist, sich Gold ohne Geldeinsatz zu erspielen, man sich mit Gold das virtuelle Leben aber spürbar erleichtern kann, und/oder b) die Wirtschaft eines Spiels (etwa ein Auktionshaus) direkt mit einer Premium- beziehungsweise Echtgeld-Währung verknüpft ist.

Wenn es dann auch noch ein Free2Play-Modell gibt, durch das sich Goldfarmer so leicht wie kostenlos neue Accounts erstellen können, ist es kaum noch möglich, den Kampf gegen Bots nachhaltig zu gewinnen.

Auf Ashes of Creation trifft zwar Punkt a zu, aber nicht Punkt b. Zudem muss man aktuell zahlen, um Zugang zur Early-Access-Version zu erhalten. Mit der Release-Version soll der Kaufpreis zwar wegfallen, doch greift dann ein monatliches Abo, das man abschließen muss, um Ashes of Creation spielen zu dürfen.

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Wenn es den Entwicklern also gelingt, Bot- und RMT-Accounts früh genug zu erkennen respektive zu bannen, haben sie eine Chance, das Problem einzudämmen. Wie attraktiv Ashes of Creation für Goldfarmer langfristig sein wird, hängt letztlich aber auch davon ab, wie viele Spieler bereit sind, Gold für Geld zu kaufen. Leider zeigt die Vergangenheit, dass die Geldbörse bei einigen Gamern sehr locker sitzt: Die 8 teuersten Items in MMOs, die für echtes Geld verkauft wurden

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