Rock N‘ Roll Climber thematisiert eine Extremsportart, die bislang äußerst selten in Spieleform gepresst wurde: Mountain Climbing. An dem ungewöhnlichen Konzept versucht sich die Softwareschmiede von Giles Goddard – der Name mag Euch nicht allzu viel sagen, doch zu 16-Bit-Zeiten legte der Brite seine Hand bei einigen wichtigen SNES-Spielen an. Er gehörte zu jenem kleinen Entwickler-Kontingent, das sich die Mario-Firma aus England besorgte, um an Super-FX-Spielen zu werkeln. Goddard programmierte u.a. an Star Fox, später gehörte er zum Team von 1080° Snowboarding und auf sein Konto geht das Knautschgesicht-Intro von Super Mario 64.
Rock N’ Roll Climber entpuppt sich als ambitioniertes und interessantes Projekt, das allerdings optisch nicht viel hergibt und eine Menge Einarbeitung erfordert. Ihr kontrolliert die vier Gliedmaßen Eures Kletterers unabhängig voneinander: Per Knopfdruck bestimmt Ihr, ob Hände bzw. Füße (bei Letzteren alternativ auch durch Gewichtsverlagerung auf dem Balance Board) sich von den Griffen lösen oder sich festhalten. Ausrichtung und Streckung des Körpers werden dadurch bestimmt, wie Ihr Remote und Nunchuk haltet. Das funktioniert ordentlich und ist reizvoll, doch zugleich sehr übungsintensiv und sensibel: Trotz Tutorial wird nicht immer klar, wieso sich der Klettermaxe nicht so verhält, wie Ihr es wollt. Auch kommt es leicht vor, dass Ihr versehentlich den falschen Griff benutzt und Euch damit so verrenkt, dass ein weiterer Anstieg kaum noch möglich ist. Eine weitere Tücke: Ihr könnt Euch nur begrenzt lange an einer Stelle festhalten, bevor Ihr loslassen müsst, um die virtuellen Muskeln zu entspannen. Wer allerdings genug Geduld sowie Feingefühl aufbringt und die komplexen Kontrollen ausreichend übt, der freut sich über eine gelungene Kraxelei.
Anspruchsvolle Klettersimulation, an deren Steuerung man sich gewöhnen muss.
Singleplayer60MultiplayerGrafikSound
