Neon Inferno – im Test (Xbox Series X)

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Spiel:Neon InfernoPublisher:RetrowareDeveloper:Zenovia InteractiveGenre:ActionGetestet für:XSXErhältlich für:PS4, PS5, Switch, XOne, XSXUSK:12Erschienen in:1 / 2026

New York City ist 2055 fest im Griff organisierter Kriminalität und korrupter Polizisten. Zwei Auftragskiller, Angelo und Mariana, sollen im Dienste der Mafia für Ordnung sorgen, indem sie den Sündenpfuhl von kriminellen Elementen befreien. Das Unternehmen wird zu einem wahren Blei- und Explo­sionsgewitter, bei dem nur schnelle Reflexe das Überleben garantieren. Alleine oder zu zweit rennen wir in bester 2D-Tradition die meiste Zeit nach rechts durch sechs Levels und ballern alles zu Klump, was sich uns in den Weg stellt. Der Clou: Wir müssen uns nicht nur um Gegner auf der ­Heldenebene kümmern, sondern auch den Hintergrund im Auge behalten. Feinden, die aus der Tiefe des Bildschirms schießen, rücken wir per Schultertaste in bester Wild Guns– oder Cabal-Manier auf die Pelle. Während wir den Hintergrund mit Kugeln eindecken, müssen wir aber stets auch den Vordergrund beachten und blitzschnell reagieren, wenn uns jemand aufs Korn nimmt. Besonders nützlich ist dabei die Plasma­klinge, mit der wir Projektile auf die Gegner zurückschleudern. Halten wir die entsprechende Taste beim Abwehren gedrückt, verlangsamt sich die Zeit, und wir können die Geschosse in eine beliebige Richtung dirigieren – sogar in den Hintergrund. Ab und zu steigen wir auf Motorräder oder einen Jetski um, während das Level selbstständig scrollt. Hier müssen wir zwischen zwei Ebenen wechseln, um etwa Hindernissen auszuweichen, während wir die ebenfalls auf Fahrzeugen anrückenden Feinde wegblasen.

Beim ersten Blick auf Neon Inferno möchte man denken: schon wieder eins dieser gefühlt monatlich erscheinenden Pixel-Art-Spiele, die uns ohne Erfolg vorgaukeln wollen, den Geist der Klassiker zu bewahren. Doch bereits nach einigen Spielminuten ist klar, dass die Entwickler hier mit viel Herz am Werk waren. Neon Inferno ist eine tiefe Verbeugung vor den Run’n’Gun-Perlen der 1990er. Reminiszenzen wie das Luftschiff, unter dem unsere Helden wie in Contra 3 auf dem Jetski nach oben ballernd und ­Beschuss ausweichend entlangfahren, oder der riesige Roboter, der wie in Contra: Hard Corps aus dem Hintergrund angreift, verraten einiges über die Retro-Vorlieben der Entwickler. Technisch mutet der cyber­punkige Action­titel wie eine Mischung aus Super Nintendo und Neo Geo an: Dank liebevoll gezeichneter Sprites, flüssiger Animationen, detaillierter Hintergründe und toller Effekte hat man den Eindruck, die Umsetzung eines Arcade-Automaten zu spielen, von dem bisher völlig zu Unrecht noch nie jemand gehört hatte.

Meinung

Kai Schmidt meint: Das nenne ich mal eine gelungene Hommage an die Klassiker, die meine Jugend prägten. Die ersten Minuten kam mir der Wechsel zwischen Vorder- und Hintergrund noch etwas chaotisch vor, doch je länger ich spielte, desto mehr ging die Mechanik in Fleisch und Blut über. Hat man den nötigen, zwischen den Ebenen schwebenden Blick drauf und zudem die Kugelreflexion verinnerlicht, wird Neon Inferno beinahe zu einem Tanz. Auch die Bosskämpfe erfordern dieses Vertiefen in die Mechaniken: Wird man beim ersten Versuch ziemlich sicher in Grund und Boden geballert, lernt man schnell, die jeweiligen Angriffsmuster auszunutzen. Etwas irritiert war ich zunächst vom Fehlen aufsammelbarer Items wie Waffen und Gesundheit. Doch das ist eine bewusste Entscheidung, da Extras die Spielmechaniken verwässern würden.

Wertung

+ raffinierte Mischung zweier Genres
+ Abwechslung durch Fahrzeugsequenzen
+ gut durchdachte Spielmechaniken

– in knapp einer Stunde durchgespielt
– kein Munitionsnachschub für gekaufte Waffen
– kann etwas chaotisch wirken

Wunderschön gezeichnete 2D-Ballerei mit Nonstop-Action und raffinierten Mechaniken.

Singleplayer80MultiplayerGrafikSound

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