Vor 20 Jahren reichten 5 Klicks zum Einrichten von Windows: Heute braucht es 16 Klicks, Werbung und ungünstig platzierte Schaltflächen

Ein Autor hat untersucht, wie einfach die Einrichtung von Windows ist. Doch je jünger das Betriebssystem wird, desto umfangreicher wird es.

Taras Buria, Autor bei Neowin.net, hat in einem Artikel untersucht, wie umfangreich die Einrichtung eines Windows-Betriebssystems ist: Getestet hat er alle Systeme von Windows Vista bis Windows 11.

Die Einrichtung des beliebten Betriebssystems hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert, und das nicht zum Positiven. Buria beschreibt das heutige Erlebnis „als müsste man einen nervigen Verkäufer abwehren, anstatt schnell die grundlegenden Einstellungen vorzunehmen, bevor man zum Desktop gelangt.“

Die Steam Machine von Valve verzichtet übrigens auf das Windows-Betriebssystem. Den Trailer haben wir hier für euch eingebunden:

Windows Vista brauchte wenige Klicks zum Einrichten, Windows 11 hingegen ist alles andere als benutzerfreundlich

Wie lange dauert die Einrichtung? Die ganz alten Systeme Windows Vista und 7 lassen sich vergleichsweise schnell und einfach einrichten: Ihr benötigt nicht mehr als 5 oder 6 Klicks, von der Eingabe des Nutzernamens und Passworts einmal abgesehen. Windows Vista stammt aus dem Jahr 2006, das ist mittlerweile knapp 20 Jahre her.

Ab Windows 8 steigt die Anzahl der Seiten und Einstellungen auf 8 Stück, die meisten Funktionen lassen sich jedoch deaktivieren und/oder setzen auf sogenanntes Opt-in: Ihr müsst euch bewusst dafür entscheiden, bestimmte Funktionen zu aktivieren. Eine Pflicht gibt es hier nicht.

Ab Windows 10 nutzt Microsoft deutlich schärfere Methoden bei der Einrichtung seines Betriebssystems: Es gibt zwar weniger Optionen als unter Windows 8, dafür sind alle Funktionen standardmäßig aktiviert, was mit Blick auf Datenschutz nicht optimal ist. Die meisten Einstellungen könnt ihr aber weiterhin abschalten.

Wie sieht es schließlich unter Windows 11 aus? Windows 11 erweitert hingegen den Umfang an Seiten und Werbung enorm: Insgesamt gibt es 18 Seiten mit vielen Funktionen, Werbung und ungünstig platzierten Schaltflächen, damit ihr möglicherweise doch Dinge akzeptiert, die ihr vielleicht gar nicht wolltet. Das Ablehnen einiger Funktionen ist zusätzlich hinter weiteren Seiten versteckt.

Als Bonus kommt hinzu, dass die Werbung für bestimmte Produkte von Microsoft in Windows 11 nach der Einrichtung allgegenwärtig ist: Hinweise auf den Game Pass, den Edge-Browser und Microsoft 365 findet ihr an etlichen Stellen in eurem System. Selbst nützliche Funktionen werden laut Autor von Werbung torpediert und eine Ablehnung hinter mehreren Unterseiten versteckt.

Was sagt die Community dazu? Ein ähnliches Fazit wie der Autor ziehen auch Nutzer in einem Reddit-Thread, in dem über die Analyse diskutiert wird. Viele Nutzer empfehlen verschiedene Tools, um Windows 11 aufzuräumen und störende Hinweise zu entfernen.

Als Empfehlungen werden „Windows 11 Debloater“ oder „Chris Titus Tech’s Windows Utility“ genannt, mit denen man seine Windows-Installation von etlichem Ballast befreien könne. Eine weitere Alternative: Windows durch Linux ersetzen, was jedoch nicht immer der einfachste Weg sei.

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