Die Entwicklung von MMORPGs ist so komplex und schwierig, dass Projekte immer wieder vor ihrer Veröffentlichung eingestellt werden. MeinMMO stellt euch einige dieser frühzeitig beerdigten Online-Rollenspiele vor, die für besonders namhafte und beliebte Franchises entstehen sollten.
Das Jahr 2025 war bekanntlich kein leichtes für Fans des MMORPG-Genres. Neuerscheinungen, die vollends überzeugen konnten, fehlten. Dafür reihte sich eine Hiobsbotschaft an die andere. Besonders bitter: Das neue Online-Rollenspiel für Warhammer ist nach einigen Jahren Entwicklung am Ende. Der Grund: Geldgeber NetEase drosselt seine Investitionen in westliche Projekte.
Nach dem Ende von New World und der Neuausrichtung von Amazon Games könnte bald auch das vorzeitige Aus für das neue MMORPG zu Herr der Ringe angekündigt werden. Das deutete zumindest die Nachricht einer betroffenen Entwicklerin an. Noch steht das Projekt aber auf der offiziellen Games-Auflistung des Studios.
Das wäre bitter, oder? Doch gibt’s so etwas nicht erst seit 2025. In den vergangenen Dekaden wurden zahlreiche MMORPG-Projekte vor ihrer Veröffentlichung eingestampft. Im Folgenden erinnern wir uns an die Online-Rollenspiele, die für besonders namhafte und beliebte Universen entstehen sollten. Für welche dieser Franchises würdet ihr nur zu gerne ein modernes MMORPG sehen?
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Fallout Online
Setting: Endzeit | Entwickler / Publisher: Interplay / Black Isle | Plattform: PC | Eingestellt: 2011
Mit Ultima Online und EverQuest startete in den späten 1990ern das 3D-Zeitalter der MMORPGs so richtig durch. Das entging natürlich auch den Verantwortlichen bei Interplay beziehungsweise Black Isle nicht, die mit Fallout 1 und Fallout 2 gerade erst zwei Rollenspiel-Hits veröffentlicht hatten.
Konkret war es Branchen-Urgestein Brian Fargo, der als Nächstes gern ein MMORPG zu Fallout gemacht hätte. Der damalige Chef der Black Isle Studios, Feargus Urquhart, lehnte diese Idee jedoch ab. Der Grund: Er glaubte nicht, dass Interplay die Ressourcen habe, um ein MMORPG umzusetzen, das locker 100 Millionen US-Dollar kosten könnte.
Autoplay
Weiterhin befürchtete Urquhart, dass Interplay keine Möglichkeit haben würde, andere Spiele zu entwickeln, wenn man mit großem Fokus rund um die Uhr ein MMORPG betreuen muss. Er bekam Unterstützung von Tim Cain, dem Fallout-Schöpfer. Den störte aber vor allem der Gedanke, dass man im Ödland plötzlich auf 1.000 andere Leute treffen würde. Das passt doch nicht zu Fallout!
Trotz dieser Gegenwehr soll im November 2006 die Arbeit an einem Fallout Online begonnen haben, und zwar bei einer extra Online-Abteilung von Interplay. Die durfte an dem Projekt sogar weiterarbeiten, als Interplay 2007 die Rechte an der Fallout-Reihe aus Finanznot an Bethesda verkaufen musste. Im Juni 2010 kam es zur offiziellen Ankündigung des Spiels.
2011, also kein Jahr später, waren die finanziellen Schwierigkeiten von Interplay jedoch so groß, dass das Studio nicht mehr am Fallout-MMORPG weiterarbeiten durfte. 2012 gingen dann auch diese Rechte an Bethesda.
Dort sollte Jahre später Fallout 76 entstehen, das bekanntlich kein waschechtes MMORPG ist, aber mit ähnlichen Bedenken zu kämpfen hatte. Es hat sich für Bethesda aber gelohnt. Das Service-Game wird bis heute mit neuen Inhalten versorgt und konnte immer wieder bemerkenswerte Erfolge feiern – zuletzt dank der Fallout-Serie: In Fallout 76 könnt ihr jetzt einen Star aus der Serie treffen, hat direkt 20.000 Spieler auf Steam
Der Beitrag 10 MMORPGs zu beliebten Franchises wie Fallout oder Warhammer, die ihr leider nie spielen durftet erschien zuerst auf Mein-MMO.
