Mit dem Start von HBO Max gibt es einen neuen Streaming-Dienst mit vielen Serien und Filmen. Vor allem eine Gangster-Serie sollte sich jeder anschauen, der Serien wie Breaking Bad oder Mad Men liebt.
Jede Woche erscheinen neue Serien auf den verschiedensten Plattformen. Mit HBO Max ist jetzt auch ein neuer Streamer in Deutschland gestartet, der einige Filme und Serien anbietet. Doch das Erste, was ihr euch anschauen solltet, ist ein Serienklassiker: Die Sopranos.
Ursprünglich lief die Serie zwischen 1999 und 2007 und hat 86 Folgen über 6 Staffeln verteilt. In der Serie geht es um Tony Soprano, der als neuer Boss der Mafiafamilie nicht nur geschäftliche Probleme lösen muss. Auch seine eigene Familie und Gesundheit stellen ihn vor Probleme.
Das klingt zwar recht bekannt, doch Die Sopranos greift die Gangster-Thematik so gut auf, dass sie sich bis heute frisch anfühlt. Sie ist nicht nur für mich die beste Serie aller Zeiten, sie hatte auch einen großen Einfluss auf die Serienlandschaft.
Autoplay
Bis heute wirken die Themen modern
Obwohl die Serie fast so alt ist wie ich und vor über 18 Jahren zu Ende gegangen ist, kann sie ohne Probleme mit den vielen heutigen Serien mithalten, übertrifft sie sogar. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine klassische Mafia-Geschichte. Es geht um Intrigen innerhalb der Familie und andere Gangs, um die man sich kümmern muss.
Dabei hat Die Sopranos ein tolles Gefühl für Balance. Es gibt Momente, die so lustig sind, dass es fast wie eine Comedy-Serie wirkt. Doch dadurch leiden die tragischen Momente nie, sie wirken sogar effektiver, weil man mehrere Facetten der vielen Figuren kennenlernt.
Die werden auch alle gut von den Darstellern verkörpert, insbesondere Tony Soprano, der vom verstorbenen James Gandolfini verkörpert wird. Er zeigt, warum Serien mit Antagonisten so beliebt sein können: Man weiß, dass er schlimme Dinge tut und einfach ein schlechter Mensch ist, doch er hat trotzdem einen solchen Charme, dass man nicht wegschauen kann und noch mitfiebert.
Über die 6 Staffeln hinweg bilden sich dann Beziehungsverflechtungen, die realistisch wirken, ohne dass die Serie einem ständig plakativ aufdrücken muss, wie Personen zueinander stehen. Doch die wahre Stärke von Sopranos liegt in den verschiedenen Ebenen der Geschichte.
Gesellschaftliche Themen im Mafiakonstrukt
Die Mafia-Elemente sind nur die Oberfläche von Die Sopranos. Im Kern befasst sich die Serie mit vielen gesellschaftlichen Themen, die bis heute relevant sind. Der rote Faden ist dabei die Psyche von Tony. Er leidet unter Panikattacken und das geht so weit, dass er zur Psychiaterin muss. Dabei wird die Tabuisierung des Themas in einem solchen Milieu behandelt, aber auch hier elegant und ironischerweise mit Fingerspitzengefühl.
Man nutzt die vorherrschende toxische Männlichkeit eines solchen Mafia-Clans, um psychische Krankheiten, falsche Rollenbilder oder auch den Umgang mit den Eltern zu thematisieren, ohne es dem Zuschauer vorzukauen. Wer will, bekommt eine gut gespielte und stark inszenierte Mafia-Serie, doch wenn man sich mehr mit den Folgen beschäftigt, bekommt man auch Gesellschaftskritik.
Man zeigt nicht mit dem Finger auf die Zuschauer, man zeigt den Effekt, den das Verhalten der Figuren auf andere Charaktere hat. Und eben die Eskalation, zu der das alles führen kann. Auch hierbei verpackt man nicht alles grundsätzlich in dramatische oder emotionale Szenen. Die Sopranos zeigt alle Facetten: Trauer, Wut, Freude oder Verzweiflung.
Dadurch wird Die Sopranos nie zu schwerer Kost, die man nicht einfach im Feierabend schauen kann. Die Serie respektiert, dass sich der Zuschauer selbst Gedanken zum Gesehenen machen kann.
Sopranos ist ein wichtiger Meilenstein und wohl einer der Gründe, warum die Serienlandschaft heute so ist, wie sie ist.
Der Schurke als charmanter Protagonist
Nicht nur wegen der Qualität ist Die Sopranos eine der wichtigsten Serien aller Zeiten. Sie stellte einen komplexen Anti-Helden in den Vordergrund und etablierte ein damals seltenes Serienformat. Life.com beschrieb die Serie 2021 auf Basis der Kritiker Matt Zoller Seitz (New York Magazine) und Alan Sepinwall (Rolling Stone) wie folgt:
Viele der innovativsten Merkmale der Serie sind mittlerweile zu gängigen Konventionen des Fernsehens geworden – antiheroische oder sogar regelrecht bösartige Hauptfiguren, fortlaufende Handlungsstränge anstelle von einzelnen Episoden und die Erkenntnis, dass es im wirklichen Leben moralische Grauzonen und ungelöste Handlungsstränge gibt.
Tony war einer der ersten Serienprotagonisten, der als Anti-Held offensichtlich ein böser Mensch war, aber mehrere Facetten inne hatte. Ein Merkmal, das man später in vielen Serien wie Breaking Bad, Game of Thrones oder Mad Men sehen konnte.
Vince Gilligan, der Macher von Breaking Bad, sagte selbst in einem Interview mit Daily Beast:
Unsere Serie verdankt Die Sopranos viel, wie alle anderen Serien, in denen ein fehlerhafter oder etwas antagonistischer Protagonist im Mittelpunkt steht […] Hätte es Die Sopranos nicht gegeben, wäre Breaking Bad meiner Meinung nach nicht nur schwerer zu verkaufen gewesen – es wäre meiner Meinung nach absolut unmöglich gewesen, es zu verkaufen
Es lohnt sich also nicht nur, Die Sopranos wegen der Qualität der Serie zu schauen, sondern auch, um zu sehen, wie ein Meilenstein der Seriengeschichte schon 1999 den Weg für heutige Produktionen geebnet hat.
Neben dem neuen Streaming-Dienst HBO Max gibt es natürlich auch noch die alten Bekannten in Deutschland. 2025 veröffentlichte Netflix wieder unzählige Serien. Dabei den Überblick zu behalten, ist nicht immer leicht. 5 der spannendsten haben wir euch hier zusammengefasst: 5 Netflix-Serien aus 2025, die niemand verpassen sollte
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