Fast 2 Jahre nach der Ankündigung zeigt Warhammer 40.000 zum ersten Mal weibliche Supersoldaten, sorgt für Spaltung in der Community

Mit der ersten Preview 2026 hat Games Workshop eine ganze Ladung neuer Modelle und Regeln für Warhammer 40.000, Age of Sigmar und Blood Bowl vorgestellt. Eine kurze Szene kursiert aber gerade unter den Fans: das Modell eines Adeptus Custodes mit weiblichem Kopf. Für einen Teil der Community Grund für laute Aufregung – für andere unterhaltsames Popcorn-Kino.

Das sind die neuen Modelle:

Im Verlauf von etwas mehr als einer Stunde gab es bei der New Year Preview neue Modelle für verschieden Armeen aus den Welten von Warhammer zu sehen. Ihr könnt die gesamte Preview noch auf Twitch nachholen.

Etwa in der Mitte der Show wurden die neuen Adeptus Custodes für die Horus Heresy vorgestellt, also für die Vorgeschichte von Warhammer 40.000. Die Horus Heresy ist das aktuelle Set mit neuen und teilweise noch absurderen Modellen als sie Warhammer ohnehin hat.

Die Custodes kommen vollständig mit Fußtruppen samt Bolter-Speeren (die genau das sind, wonach sie klingen), eigenen Versionen der noch im Tode dienenden Cybots und vielseitigen Panzern. Sie können sowohl für die Horus Heresy als auch für Warhammer 40.000 eingesetzt werden.

Was ist das Problem mit den neuen Custodes? Einige der Modelle wurden im Stream ohne Helm gezeigt, was ohnehin schon selten ist bei Custodes. Genau diese Minis hatten dann aber auch noch weibliche Gesichter.

Anfang 2024 hat Games Workshop beiläufig erwähnt, dass weibliche Custodes existieren – damals ein riesiger Eklat, weil die Adeptus Custodes eigentlich ein rein männlicher Orden waren. Laut älteren Regeln bestehen sie aus den „Söhnen der Adelshäuser.“

Schon bei den Space Marines gibt es keine Frauen und bei den Custodes war das bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls der Fall. Die Fans fühlten sich für dumm verkauft zugunsten von „woker“ Politik in Warhammer.

Über die folgenden Monate gab es dann zwar immer wieder Memes, die Diskussion ist aber abgeflacht, weil schlicht wenig in dieser Richtung passiert ist. Bis jetzt.

Die neuen Modelle der Adpetus Custodes für Warhammer 40.000 und The Horus Heresy für 2026


Autoplay

„Damit muss ich adieu sagen“

Obwohl in der Preview haufenweise neue Modelle, unter anderem für die Armeen von Age of Sigmar und sehr schicke Minis für Blood Bowl vorgestellt wurden, sind die „Femstodes“ das absolut größte Thema auf Reddit und Co. mit dutzenden Threads und Diskussionen.

Die meisten Posts sind dabei lediglich Memes über den „Nerd Outburst“, also die „Kernschmelze“, die die größten Lore-Fans nun durchleben (etwa auf Reddit). Für viele Nutzer ist es einfach unterhaltsam, zu sehen, wie sich andere so über eine scheinbar nichtige Kleinigkeit aufregen können. Weibliche Custodes tun sie eher mit einem Achselzucken ab.

Es gibt jedoch einige Hardcore-Fans, die drohten, ihre Armeen zu verkaufen. In einem Thread ermahnt ein Nutzer sogar:

Hört auf, neue [Modelle] zu kaufen. Holt euch alte Regelwerke, Kodizes, kauft aus zweiter Hand oder nehmt STL-Dateien. Finanziert dieses Monster nicht. Schaut euch nicht die Cavill-Serie an, nicht einmal, um euch über sie lustig zu machen. Sie tracken die Views, sogar auf Piraten-Websites. Lasst die Galaxie brennen.

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Die Diskussionen gehen allerdings auch deutlich über die Lore, die nachträglich angepasst worden ist und über die man sich aufregen kann oder eben nicht, hinaus und kritisieren die Art und Weise, wie Games Workshop hier vorgegangen ist.

Einige Nutzer meinen, nur mit weiblichen Custodes bringe man nicht mehr Leute dazu, die Armee zu spielen und man untergrabe die Integrität der tatsächlich weiblichen Organisationen, die so nicht mehr so besonders sind wie aktuell:

Space Marines haben die Adepta Sororitas als weiblichen Konterpart mit fast den gleichen Kräften, was viele Fans mit „Space Mönchen“ und „Space Nonnen“ vergleichen.

Die Custodes dagegen hatten als rein weibliches Gegenstück die Sisters of Silence, eine der gefährlichsten Organisationen des Imperiums bestehend aus Frauen, die jeden Psioniker unschädlich machen können.

Logischerweise müssten zusammen mit den weiblichen Custodes also auch die „Mute Misters“ kommen. Statt krampfhaft weibliche Supersoldaten zu züchten, solle sich Games Workshop lieber überlegen, wie man die Besonderheiten der Welt besser hervorheben könne. Da hätten alle mehr von.

Dass Warhammer insgesamt jedoch stark auf sehr männliche Ästhetik und Hypermaskulinität setzt, ist recht offensichtlich und schon lange der Fall – allerdings eher selten ein Problem. Es gibt sogar Fan-Projekte, die genau diesen Umstand nutzen, um Parodien zu erschaffen: Web-Serie macht sich über die hyper-männlichen Space Marines aus Warhammer 40.000 lustig, die neuste Folge hat über 3 Millionen Views in 5 Tagen

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