Nächste Woche startet ein Shooter, der von ehemaligen Entwicklern hinter Titanfall 2 und Apex Legends erschaffen wird. Niemand weiß so richtig, was uns bei dem Spiel erwartet. Wir klären deshalb auf, was bereits bekannt ist.
Am Montag, dem 26. Januar 2026, ist der Release von Highguard. Das ist ein PvP-Shooter, der erstmalig bei den Game Awards 2025 vorgestellt wurde und als Free-to-play-Titel auf Steam, Xbox Series X|S und PS5 erscheint.
Seit den Game Awards ist es jedoch still um das Spiel geworden und viele Shooter-Fans haben den anstehenden Release gar nicht auf dem Schirm. Andere schreiben das Spiel bereits ab und bezeichnen es abwertend als „Concord 2“, dabei ist kaum etwas zu dem Titel bekannt.
Wir werfen deshalb nochmal einen Blick auf Highguard und schauen uns genau an, was bereits zum Gameplay des Shooters bekannt ist, wer hinter dem Spiel steckt und wie wir die Erfolgschancen einschätzen.
Autoplay
Der Kampf um die Basis – Wer kann seine Festung besser verteidigen?
Die Entwickler sind bislang sehr schweigsam gewesen, was das Spielprinzip von Highguard angeht. Auf Steam wird das Spiel etwa als „PvP-Raid-Shooter“ bezeichnet. Wie genau ein solcher Raid abläuft, führten die Entwickler nicht aus. Ich habe deshalb den Trailer analysiert, um einen besseren Eindruck von dem Gameplay zu erhalten.
Das heißt natürlich, dass es sich bei der Einordnung des Gameplays vor allem um Spekulationen handelt, die nicht 1:1 so im finalen Spiel funktionieren müssen, wie ich es anhand des Trailers interpretiere!
Das Wichtigste zuerst: Anscheinend hat jedes Team Team eine Basis. Das Ziel ist es, die gegnerische Basis zu raiden und dabei zu zerstören. Die Basen sind aber zunächst mit einem Schild geschützt. Dieser Schild muss gebrochen werden, damit anschließend der eigentliche Angriff auf die feindliche Basis losgehen kann.
Die erste Szene des Trailers deutet jedoch an, dass die Spieler zu Beginn einer Runde erstmal leveln oder sich anderweitig stärken müssen. Sie reiten auf verschiedenen Reittieren aus ihrer Basis heraus und erledigen ein paar Gegner, die augenscheinlich NPCs sind.
Diese NPCs lassen beim Tod rote, runde Kristalle fallen, die mit einer Nahkampfwaffe zerbrochen werden können. Es wirkt, als würde die im Kristall gespeicherte Essenz dadurch konsumiert werden. Da wir im späteren Verlauf des Trailers sehen, dass die spielbaren Charaktere allesamt unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, vermute ich, dass mit dem Konsumieren dieser roten Kristalle so etwas wie Fertigkeiten-Energie aufgeladen wird. Wir sehen zudem, dass auch gegnerische Spieler diese Kristalle fallenlassen.
Anschließend pushen die Teams zu einem Spot auf der Map, wo sich ein Schwert befindet. Dieses Schwert ist der sogenannte „Shieldbreaker“ (deutsch: Schildbrecher) und scheint wie eine Art Schlüssel zu funktionieren: Im Trailer sieht man, wie ein Spieler das Schwert in eine Öffnung im Schild der Basis steckt. Danach spawnt eine Art Belagerungswaffe, ein gigantischer Panzer, mit dem der Schild eingerissen wird.
Der Shieldbreaker in Highguard
Der Shieldbreaker in Highguard in den Händen eines Spielers
Die Belagerungswaffe in Highguard ist ein riesiger Panzer
Highguard: Die Belagerungswaffe zerstört den Schild der roten Basis
Highguard: Die Belagerungswaffe auf dem Weg zur roten Basis
Im Anschluss kämpfen die Teams innerhalb der angegriffenen Basis. Beide Teams setzen nochmals verschiedene Fähigkeiten und Waffen ein und zerstören dabei sogar teilweise die Gebäude innerhalb der Basis. Der Trailer endet, nachdem ein Team eine Art Sprengsatz an einem bestimmten Ort platziert hat und die feindliche Basis in die Luft flog. Dieser finale Schritt erinnert an Taktikshooter wie Couter-Strike oder Valorant.
Mit der Zerstörung der feindlichen Basis soll gemäß der Video-Beschreibung auf YouTube neues Territorium gesichert werden. Es könnte also verschiedene Fraktionen geben, die darum kämpfen, möglichst viele Bereiche einer übergeordneten Karte einzunehmen.
Shooter trifft auf Fantasy: Mounts, Waffen und magische Fähigkeiten
Um möglichst schnell zum Shieldbreaker oder der gegnerischen Basis zu gelangen, könnt ihr verschiedene Reittiere herbeirufen, die dann quasi unter eurem Gesäß spawnen. Im Trailer sah man etwa einen Puma, Pferde und Bären. Den Spielern war es auf dem Rücken des Reittiers weiterhin möglich, Gegner anzugreifen. Für das richtige Gefecht gegen andere Spieler sprangen sie dennoch ab. Das Absteigen vom Mount geschah dabei sehr flüssig, ohne Animation, wodurch das Momentum der Bewegung beibehalten wurde.
Das Movement der Spielfiguren beschränkt sich jedoch nicht auf die Reittiere. Wir konnten bereits einen Blick auf die vorhandenen Movement-Techniken werfen: Wir haben einen Slide gesehen, aber auch einen mächtigen Sprungangriff, bei dem ein Spieler mehrere Meter nach vorne sprang. Letzteres könnte jedoch eine Fähigkeit von einem bestimmten Charakter sein.
Beim Kampf um das Territorium setzen die Spieler im Trailer nämlich neben Schusswaffen auch verschiedene Fähigkeiten ein.
Ein Charakter konnte eine Art nach vorn gerichtetes Erdbeben erzeugen, indem er mit einem Hammer auf den Boden schlug, ehe er kurz darauf den Boden vor sich mit Lava bedeckte.
Ein anderer Charakter erschuf Wände aus Eis, die beispielsweise als Deckung genutzt werden können. Zu einem späteren Zeitpunkt der Runde wirkte es dann, als würde sich derselbe Charakter in eine Art Eis-Monster verwandeln. Er konnte dann Eisspitzen aus dem Untergrund sprießen lassen, indem er mit den Fäusten auf den Boden schlug.
Ein dritter Charakter schwebte wiederum nach Aktivierung einer Fähigkeit kurzzeitig in der Luft und schleuderte elektrische Speere auf Gegner, die durch den Angriff chancenlos pulverisiert wurden.
Trotz dieser magischen oder übernatürlichen Fähigkeiten ist Highguard ein Shooter und gab uns im Trailer deshalb auch einen Vorgeschmack auf die Schusswaffen. Dabei wurden verschiedene Waffenarten gezeigt: vollautomatische Gewehre, eine Schrotflinte, Revolver, Wurfmesser, ein Scharfschützengewehr und sogar Raketenwerfer, die ganze Wände einrissen. Das Gunplay selbst wirkte dabei sehr intuitiv. Man sieht dem Spiel meiner Meinung nach beim Waffenverhalten an, an welchen Spielen die Mitarbeiter des Studios in der Vergangenheit arbeiteten.
Mehr dazu im nächsten Abschnitt: Der Vergangenheit der Entwickler
Highguard: Charakter-Fähigkeit mit Lava-Angriff
Highguard: Charakter-Fähigkeit mit elektrischen Speeren
Ein Team, dessen Vergangenheit beeindruckt und Hoffnung macht
Das Team von Highguard hat viele Entwickler, die in der Vergangenheit an großen, namhaften Shootern gearbeitet haben. Einige waren sogar in leitenden Positionen tätig (unabhängige Quelle zum Werdegang der Entwickler: mobygames.com).
Dusty Welch, einer der Gründer und CEO von Wildlight Entertainment, dem Studio hinter Highguard, war beispielsweise an der Erschaffung von Call of Duty beteiligt. Er war damals Vizepräsident des Global Brand Managements des Shooters, den heute jeder Shooter-Fan kennt. Später war er dann unter anderem für das Marketing von Titanfall tätig und Vizepräsident für „Strategy & Operations“ bei Apex Legends.
Auch der zweite Gründer des Studios, Chad Greiner, war zuvor an Apex Legends beteiligt. Er war Lead-Scripter des Battle-Royale-Shooters. Zuvor war er Senior-Game-Designer bei Titanfall 2.
Jason Mccord, der Creative-Designer von Highguard, war wiederum der leitende Game-Designer von Titanfall 2 und Apex Legends.
Und die drei Führungspersönlichkeiten sind nicht allein:
Viele weitere Mitglieder des Studios haben in der Vergangenheit an Spielen wie Titanfall und Apex Legends, aber auch an Destiny und Helldivers 2 oder Valorant, Rainbow Six: Siege, Overwatch und anderen bekannten PvP-Spielen in verschiedenen Positionen gearbeitet.
Der Schlüssel zum Erfolg: Die Zielgruppe mit einzigartigem Gameplay nur durchs Zugucken überzeugen
Die große Frage ist jetzt: Was muss Highguard tun, um erfolgreich zu sein? An dieser Stelle würde ich jetzt eigentlich eine Einschätzung abgeben, ob ich glaube, dass Highguard erfolgreich sein wird oder nicht. Aber um ganz ehrlich zu sein: Dafür fehlen mir einfach offizielle Infos der Entwickler!
Wenn das Spiel am Montag veröffentlicht wird, könnte es krachend scheitern. Der Hauptgrund wäre dann wahrscheinlich, dass aktuell niemand über den Shooter spricht. Es ist ruhig um Highguard, vielleicht zu ruhig. Als Teil der möglichen Zielgruppe weiß ich wenige Tage vorm Release immer noch zu wenig zum Gameplay, um echtes Interesse zu haben. Und wenn niemand den Shooter spielt, weil er nicht geschafft hat, die Zielgruppe für das Spielprinzip zu begeistern, dann kann das Spiel noch gut sein – dann scheitert es.
In der Welt von Twitch, YouTube und TikTok ist es aber zu früh, um ein Fazit zu ziehen. Es ist völlig egal, wie wenig jetzt über das Spiel bekannt ist und wie wenig Werbung die Entwickler machen: Wenn Highguard rauskommt, und hunderttausende Gamer sehen es bei ihren liebsten Streamern auf Twitch und YouTube, dann wird man das auch an den Spielerzahlen sehen. Entscheidend ist, dass es in diesen Streams wirklich gut aussieht und die Streamer Spaß haben.
Wenn die Zuschauer vor ihren Bildschirmen sitzen und sich denken: „Hmm, sieht eigentlich echt cool. Das lad ich mir mal runter“, dann reicht das für einen erfolgreichen Release aus – vor allem, da Highguard free-to-play wird und somit jeder kostenlos reinschnuppern kann.
Die Vergangenheit hat bewiesen, dass Streamer die Macht haben, einem Spiel zum Erfolg zu verhelfen! Egal ob große Titel wie ARC Raiders und Battlefield 6 oder kleine Spiele wie R.E.P.O., Peak und Schedule 1 – entscheidend war der Hype. Den benötigt Highguard.
Am Abend vor der Fertigstellung des Artikels wurde die Trophäen-Liste von Highguard auf PS5 bekannt. Diese gab einen zusätzlichen Einblick in das Spiel, wurde aber nicht in diesem Artikel berücksichtigt. Hier findet ihr die dazugehörige News auf MeinMMO: Ein neuer Free2Play-Shooter schweigt hartnäckig seit seiner Ankündigung, 4 Tage vor Release erfahren wir erstmals Features
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