Ein Indie-Spiel wird zum Steam-Hit, doch das ist das schlimmste was den Entwicklern passieren konnte

Der Hit Prison Architect ist seit 2015 ein Dauerbrenner auf Steam. Doch der Erfolg bringt dem Indie-Entwickler auch neue Herausforderungen.

Was ist das für ein Spiel? Das Gefängnis-Aufbauspiel Prison Archtiect startete 2015 und verkaufte schon etwa 1 Jahr nach seinem mehr als 2 Millionen Einheiten mit einem Umsatz von etwa 25 Millionen US-Dollar. Später verkaufte das Indie-Studio die Marke an Paradox Interactive für eine bislang unbekannte Summe.

Doch der Erfolg von Prison Architect stellte die Entwickler von Introversion Software auch vor neue Probleme.

Eine Fortsetzung von Prison Architect bringt sogar 3D-Gefängnisse:

Ein Hit, der alles verändert

Was änderte der Hit? Mit dem großen Erfolg von Prison Architect sowie dem Verkauf der Marke haben die Entwickler hohe Einnahmen für ein Indie-Studio erzielt. Doch der Erfolg blieb nicht folgenlos. So erklärt Mark Morris, einer der Gründer des Studios:

Zum ersten Mal in unserer Geschichte mussten wir kein Spiel innerhalb der nächsten 12 Monate herausbringen, sonst hätten wir nichts zu essen gehabt […] das ist eine luxuriöse Situation, über die ich mich keineswegs beschwere, aber für die Kreativität ist sie nicht unbedingt förderlich, da man keine Einschränkungen hat, die einen in Schach halten.

Mark Morris auf gamesindustry.biz

Für die Entwickler ist die finanzielle Freiheit also nicht nur positiv. So fehlt der Druck, ein neues Spiel zu veröffentlichen, was wohl auch zur kreativen Problemlösung beigetragen hat. So ist das Polster auch ein Problem für die Entwickler. Eine weitere Herausforderung war es, an den Erfolg anzuknüpfen.

Das Nachfolgespiel von Prison Architect, Scanner Sombre verkaufte sich nur 6.000 Mal in zwei Monaten auf Steam und replizierte nicht den Erfolg von Prison Architect. Ihr Steam-Hit hat eine Marke gesetzt, die den Erwartungsdruck enorm gemacht hat.

Wie sieht es finanziell aus? Aus finanzieller Sicht hätten die Entwickler wohl Prison Architect ewig weiterführen oder besser noch Fortsetzung nach Fortsetzung veröffentlichen sollen. Mark Morris erklärte im Interview mit gamesindustry.biz jedoch, dass dies den Tod für ein kreatives Studio bedeuten würde. So würde man immer weiter auf Nummer sicher gehen und immer weniger neue innovative Ideen einbringen.

Wohl auch deshalb war es für das Studio eine gute Idee, die Prison Architect und die Marke an Paradox zu verkaufen, denn diese Idee fällt nun weg. Doch an den Erfolg anzuknüpfen, fällt derzeit schwer.

Auch wenn es keine offiziellen Zahlen zum neuesten Titel The Last Starship gibt, wirken die 653 Bewertungen auf Steam wenig im Vergleich zu den über 50.000 für Prison Architect.

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Der Erfolg des Studios ist Fluch und Segen zugleich. Die Entwickler von Introversion Software arbeiten noch heute an neuen Titeln und lassen sich ihre Kreativität vom einstigen Erfolg nicht einschneiden. Eine andere Indie-Entwicklerin musste auf Steam um ihr Spiel kämpfen: Indie-Entwicklerin weint, weil EA den Release von ihrem Spiel versaut – Beschenkt alle, die es trotzdem kauften

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