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Die bisher erschienenen Lego-Spiele (Batman, Star Wars, Indiana Jones) zeichnen sich besonders durch ihren Witz und Charme aus und überzeugen auch auf spielerischer Ebene. Lego Strategie tanzt dagegen aus der Qualitäts-Reihe: Es tarnt sich als Echtzeitstrategie mit Aufbaukomponente, ist im Prinzip jedoch ein simples Actionspiel aus Vogelperspektive. Baut zu Missionsbeginn typische Gebäde wie eine Rohstoffmine, aus der Ihr den einzigen Rohstoff (Lego-Steine) gewinnt oder eine Kaserne zur Ausbildung einiger weniger Einheiten.
Mit der ungenauen Steuerung lenkt Ihr Euer “Heer” aus maximal neun Einheiten über die abwechslungsarme Karte und erledigt immer gleiche Aufgaben: Sucht entweder verstreute Gegenstände oder vermöbelt alle auf der Karte befindlichen Gegner – taktisches Vorgehen ist nicht nötig und schon gar nicht möglich. Eure Angriffe sind limitiert: Ob Schwertkälmpfer oder Bogenschütze, Ihr greift stets von vorne an, Flankieren ist keine Option.
Nach Abschluss der Mission sucht Ihr auf der Karte nach geheimen Gegenständen, die Ihr im “Lego-Shop” gegen neue Helden mit Spezialfähigkeiten wie “Erdbeben” und bessere Einheiten eintauscht. Diese sind dann im “freien Spiel” und im lokalen Mehrspielermodus anwählbar. Toll sind die witzigen Einleitungssequenzen vor jeder der sechs Kampagnen.
Meinung
Andreas Polachowski meint: Freudige Erinnerungen sind bei mir mit dem Begriff Lego verbunden -h als “kleiner Bub” verging kaum ein Weihnachtsfest oder ein Geburtstag, ohne dass ich mir ein neues Set der bunten Steine schenken ließ. Bei Lego Strategie kommen mir allerdings die Klötze hoch: Die Missionen wirken wegen der immer gleichen Auftragsziele lieblos und langweilen schnell. Meine spärlich animierten Einheiten folgen oftmals den Wegpunkten nicht und ich muss mühsam nachjustieren. Aus dem Nichts auftauchende Feinde, die meine Basis angreifen, sind hingegen einfach nur nervig, ebenso wie Slowdowns bei “Massenschlachten” ab mehr als zehn Einheiten. Fazit: Eine herbe Lizenzenttäuschung.
Wertung
+ witzige, grafisch ansprechende Zwischensequenzen
+ sechs Kampagnen mit 90 Missionen…
– …die aber immer gleich ablaufen
– schlechte Wegfindung der Einheiten
– taktisches Vorgehen bei Kämpfen nicht möglich
– geringe Anzahl an Einheiten und Gebäuden
– Multiplayer nur lokal, ein Modul pro Spieler
Abwechslungsarme Echtzeitstrategie mit vielen Missionen, aber null taktischer Tiefe.
Singleplayer53MultiplayerGrafikSound
