Chef von Baldur’s Gate 3 erklärt sein schützendes Verhalten zu Highguard, erzählt von Gewalt-Androhungen, die er selbst erlebt hat

Ursprünglich als Shadow-Drop geplant, wurde Highguard bereits vor seinem Release am 26. Januar 2026 im Internet zerrissen. Nur langsam erholen sich die Reviews, die zu Anfang vernichtend waren. Larian-Chef Swen Vincke findet das Verhalten der Kritiker nicht gut, eilt zur Hilfe – und sagt nun selbst, dass er dabei etwas zu scharf gewesen sei. Das habe aber Gründe.

Was ist los bei Highguard?

Vor Release war nur wenig zu Highguard bekannt, die Werbung war so präsent wie bei einem beliebten, deutschen Festival-Bier. Das Spiel von ehemaligen Apex-Legends-Entwicklern sollte ein Hero-Shooter werden, viel mehr wusste man nicht.

Highguard wurde aber als „One Last Thing“ bei den Game Awards 2025 angekündigt, ein Platz, bei dem viele Gamer ein absolutes Highlight erwarten. Diesen Erwartungen ist der Shooter offenbar nicht gerecht geworden.

In Sozialen Medien wurde Highguard entsprechend zerrissen, es gab Review-Bombing und eine enorm schlechte Stimmung. Swen Vincke, der Chef von Larian, verteidigt Highguard und kritisiert im Gegenzug die Kritiker: lautes Gemecker helfe niemandem. Jetzt erklärt sich Vincke nochmals.

Das sagt der Larian-Chef nun: In einem neuen Post auf X schreibt Vincke, dass er mit seinen Tweets vielleicht etwas übertrieben habe. Er müsse lernen, seine „Worte besser zu gewichten“, habe nur konstruktive Kritik geben wollen, sich dabei aber schlecht ausgedrückt.

Mit einem neuen Versuch wolle er es besser machen. Kritik sei schließlich nicht das Problem, sie müsse aber nicht „schmerzhaft“ sein. Das führe nicht nur zu Distanzierung zwischen Entwicklern und Gamern, sondern treffe die Menschen hinter den Spielen sehr direkt:

Ich selbst habe 2009 meine erste Gewalt-Androhung bekommen und das alles nur, weil ich etwas spaßiges machen wollte und dabei in den Augen dieser Person versagt habe. Die Liste der Dinge, die mir seitdem an den Kopf geworfen wurden, ist lang. Das nervt, insbesondere, weil ich angefangen habe, Spiele zu machen, um zu sehen, wie die Leute genießen, was ich erarbeitet habe. Es hat mich viel Zeit gekostet, zu lernen, damit umzugehen. Dieser Tage lese ich immer noch verletzende Kommentare, aber ich fokussiere mich auf die konstruktiven Meinungen.

Swen Vincke auf X

Enttäuschung sei verständlich, insbesondere angesichts der Entwicklung der Gaming-Branche mit wachsender Monetarisierung und den generellen Zustand der Industrie, den Vincke schon früher kritisiert hat. Man solle diese Enttäuschung aber nicht auf Entwickler übertragen, die wirklich ihr Herzblut in ihre Spiele stecken.

Konstruktive Kritik hat zum Erfolg von Baldur’s Gate 3 beigetragen

Vincke erklärt, dass konstruktive Kritik schlussendlich dafür verantwortlich gewesen sei, dass Baldur’s Gate 3 der riesige Erfolg wurde, als den man es heute kennt. Das Rollenspiel gilt als absoluter Meilenstein im Gaming.

Kritik an sich sei deswegen wichtig und Vincke habe großen Respekt für Spiele-Kritiker. In seinem Team seien einige davon, die er immer nach ihren Meinungen frage, wenn er wieder mal zu lange an einer Sache arbeitet und den Blick für die Qualität verliert:

Sie erzählen mir oft, dass das, was ich gemacht habe, scheiße ist, aber sie formulieren das so, dass es mir dabei hilft, zu verstehen, was kacke war. Das ist unbezahlbar.

Das gleiche gilt für öffentliche Reviews unserer Spiele. Ein paar waren wirklich nachhaltig prägend und hatten echten Einfluss, weil sie auf Dinge hingewiesen haben, die wir übersahen.

Swen Vincke auf X

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Vincke betont noch einmal, dass er Kritik sehr schätzt und sein voriger Kommentar sich lediglich darauf bezogen hatte, wie genau diese Kritik verpackt wird.

Larian selbst arbeitet derweil an einem neuen Projekt, Divinity. Das Rollenspiel soll das größte Spiel des Studios bisher werden, noch größer als Baldur’s Gate 3. Allzu viele Infos gibt es zu dem anstehenden Nachfolger von Divinity: Original Sin 2 noch nicht, aber was wir wissen, findet ihr hier: Divinity: Release, Trailer und Gameplay – Das wissen wir zum neuen Spiel der Macher von Baldur’s Gate 3

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