Die Ära der großen Videospiele bei Amazon Games geht zu Ende. Nach dem Aus bei New World und den wohl gestoppten Entwicklungen am „Herr der Ringe“-MMORPG verlässt nun auch der Chef das Unternehmen.
Wer verlässt das Unternehmen? Laut einem Post von Branchen-Insider Jason Schreier verlässt der Chef von Amazon Game Studios, Christoph Hartmann, das Unternehmen. Der deutsche Manager stammt ursprünglich aus Rosenheim und war für Amazon die letzten Jahre das Gesicht der MMORPGs.
Seit seiner Übernahme entstanden die großen Eigenproduktionen wie New World und die beliebten Veröffentlichungen asiatischer Spiele wie Lost Ark und Throne and Liberty, die allesamt hunderttausende Spieler anlockten. Doch seine Ära bei Amazon Games endet wohl.
Mehr zur traurigen Geschichte erfahrt ihr hier:
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Amazon Games stellt um
Wieso verlässt der Chef das Unternehmen? Die genauen Gründe sind derzeit noch unklar, die Informationen über das Aus des deutschen Managers stammen von Bloomberg-Journalist und Branchen-Insider Jason Schreier auf Bluesky. Entsprechend fehlt derzeit noch eine persönliche Erklärung Hartmanns.
Klar ist jedoch, dass bei Amazon Games gerade ein Kurswechsel stattfindet. Während man seit der Übernahme von Hartmann vor allem auf die ganz großen und erfolgreichen MMORPGs und Produktionen gesetzt hat, ist diese Ära nun zu Ende. Der einstige 2K-Chef stand für die AAA-Qualität und hatte noch viel vor, wie er unseren Kollegen von GameStar erklärte. Doch um seine Projekte steht es jetzt schlecht.
Die Bestandsaufnahme:
Die Entwicklung von New World ist gestoppt, der Abschalttermin steht fest.
Lost Ark leidet gerade leise vor sich hin und hat so wenige Spieler wie noch nie.
Throne and Liberty wird immer mehr zum Spielbrett von Hardcore-Gilden.
Auch das Herr der Ringe MMORPG, auf das so viele gewartet haben, wird wohl niemals erscheinen.
Genau diese Entwicklung, weg von den Blockbuster-Titeln hin zum Dienstleister beim Cloud-Gaming, könnte der Grund für das Aus des deutschen Managers sein. Die Ausrichtung bei Amazon Games hat sich stark verändert.
Was ist Cloud-Gaming?
Cloud-Gaming ist eine Dienstleistung, bei der das Spiel nicht auf dem eigenen Gerät läuft, sondern in der Cloud. Die Eingaben des eigenen Geräts werden an den Dienst übertragen, auf der Cloud ausgeführt und das Bild des Spiels wieder zurück übertragen. So lassen sich hardwarehungrige Titel von jedem Gerät und ohne Download spielen.
Cloud-Gaming statt MMORPGs
Wiederholt Amazon den Fehler von Google? Mit Google Stadia gab es bereits vor einigen Jahren den Versuch eines Tech-Giganten, den Gaming-Markt mit einem ausgeklügelten Cloud-Gaming-Angebot zu erobern. Doch trotz großer finanzieller Mittel blieb den Spielern nur ihr Controller erhalten, der Rest wurde abgestellt.
Obwohl der Service technisch interessant war, fehlten dem Dienst die richtigen Spiele, vor allem weil man Titel, die man zum Beispiel bereits auf Steam besaß, erneut kaufen musste. Amazon versucht es hier mit einer Kooperation mit GOG, das sich zuletzt erst von CD Project getrennt hat (via gameswirtschaft.de).
Wer ein Prime-Abo bei Amazon hat, kann dadurch viele der Titel von GOG.com einfach und ohne zusätzliche Kosten über den Cloud-Gaming-Dienst spielen. Doch trotz der Verbindung der beiden Dienste fehlt eine starke Bibliothek wie bei Steam oder dem wohl größten Konkurrenten Xbox, der Cloud-Gaming als Bestandteil seines „Xbox Gamepass“ anbietet. GOG bietet vor allem ältere Titel an und die meisten PC-Spieler haben ihre Bibliothek bei Steam.
Dabei ist der Cloud-Service-Dienst „Luna“ von Amazon nicht neu, er startete schon 2020 als Konkurrenzprodukt zu Google Stadia. Ob Amazon es besser macht, als Google mit Stadia, bleibt noch abzuwarten.
Mit dem Aus von Chef Christoph Hartmann endet auch die Ära von Amazon als großer Hoffnungsträger für westliche MMORPG-Produktionen. Doch die Geschichte von Amazon und Gaming reicht bis 2008 zurück: Amazon wollte nicht nur ein Big Player für Games sein, sondern Steam vom Markt verdrängen … und das schon seit 17 Jahren
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