Nach 17 Jahren zeigt die neueste Marvel-Serie endlich, was dem MCU lange gefehlt hat

Mit Wonder Man ist eine neue Serie von Marvel gestartet. Auch wenn sie sich um einen unbekannten Helden dreht, findet MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes: Alle 8 Folgen sind es wert, geschaut zu werden.

Worum geht es in der Serie? Der Titel Wonder Man klingt zwar wie eine klassische Superhelden-Story, doch in der neuen Serie, die am 28.01.2026 auf Disney+ mit allen 8 Folgen gestartet ist, geht es um Simon Williams, gespielt von Yahya Abdul-Mateen II. Er will als Schauspieler durchstarten, doch selbst kleine Nebenrollen verliert er, weil er zu viele Änderungen am Skript haben möchte.

Eines Tages trifft er aber den Schauspieler Trevor Slattery, der von Sir Ben Kingsley gespielt wird. MCU-Fans kennen ihn als Fake-Mandarin aus Iron Man 3 (2013) und später Shang-Chi (2021). Dank Trevor erfährt Simon, dass es ein Remake von Wonder Man geben wird, einem seiner Lieblingsfilme. Doch beide haben ein Geheimnis, das auch ihre Schauspielkarriere bedrohen könnte.

Schon an der Beschreibung merkt man: Das klingt gar nicht nach Marvel oder einer Superhelden-Serie. Aber Wonder Man ist wohl die beste Marvel-Serie, weil sie das Format perfekt nutzt.

Das Marvel-Universum besteht nicht nur aus Kämpfen zwischen Supermenschen

Marvel-Serien sind so eine Sache für mich. Ich liebe Daredevil (auch wenn das nicht ganz zählt), aber die vielen anderen MCU-Serien ließen mich immer kalt. Sie waren nicht sonderlich schlecht (außer vielleicht Secret Invasion), aber sie blieben mir auch nie in Erinnerung. Es gibt coole Momente in Moon Knight, aber meistens fühlt es sich an, als würde man den kleinen Bruder eines MCU-Actionfilms schauen. Kreative Konzepte fehlten da, obwohl sich ein Serienformat dafür perfekt eignet.

Deshalb war ich gespannt auf Wonder Man. Schon die Trailer zeigten: Das wird wohl keine klassische Superheldengeschichte. Und kurz gesagt: So ist es auch. In Wonder Man geht es um Schauspielerei, um Freundschaft und ein ganz kleines bisschen um Superkräfte.

Was mir an Wonder Man besonders gefallen hat, ist der dezente Einsatz von Witzen und von der Kamera. Oft wird lange draufgehalten und viele Witze sind keine One-Liner, sondern Gags über das Showgeschäft, Netflix und andere Praktiken in Hollywood. Das macht besonders viel Spaß, weil man den beiden Hauptdarstellern viel Luft für Schauspielerei gibt.

Die Kamera wird oft ruhig gehalten oder leicht bewegt, mit wenig Schnitten. Dadurch können Abdul-Mateen II. und Kingsley zeigen, dass sie starke Darsteller sind. Das ist besonders effektiv, weil der Großteil der Serie sich auf ihre Freundschaft konzentriert. Trevor ist als alter Schauspieler eine Art Mentor für Simon. Ihre Konflikte, aber auch schöne Momente wirken so organisch, wie ich das aus MCU-Produktionen kaum kenne.

Das freut mich besonders für die Rolle von Ben Kingsley. In Iron Man 3 ist er eine Art falscher Mandarin und damit eine der größten Enttäuschungen des MCU, weil ein legendärer Schurke angedeutet wurde, man dann aber erklärte: Er sei nur ein betrunkener Schauspieler. Genauso muss das MCU mit vergessenen oder sogar verhassten Figuren umgehen. Man sollte sie nicht auf Zwang gut machen, man sollte sie authentisch weiterentwickeln.

Die Chemie zwischen den beiden gehört zum Besten im ganzen MCU (Bildquelle: Marvel Entertainment auf YouTube)

Sowas wie Wonder Man braucht das MCU

Wonder Man ist anders, es wird nicht jedem gefallen, doch genau das ist auch gut so. Das MCU leidet darunter, dass man jede Serie und jeden Film in das bekannte Korsett quetscht. Dadurch fehlt vielen Filmen eine Identität, sie sind weniger ein eigenständiges Produkt als ein Kapitel in den großen Phasen.

Wonder Man zeigt, dass es aber auch anders geht: Die Serie findet im MCU statt, fühlt sich aber anders an. Sie möchte eine kleinere Zielgruppe ansprechen. Es gibt keine Cameos von anderen Helden oder einen Teaser für irgendein großes Ereignis. Wonder Man ist wie ein Comicbuch, das man in irgendeiner Ecke gefunden hat und nur wegen des Covers liest und es plötzlich ein Geheimtipp wird.

Damit das MCU weiter bestehen bleibt, muss Marvel meiner Ansicht nach in genau diese Richtung gehen. Es ist wichtig, Serien, Filme und Figuren zu etablieren, die man nicht wie Wegwerfmaterial benutzt, um den nächsten großen Eventfilm voller zu machen.

Ich wünsche mir in Zukunft mehr davon. Marvel soll mehr Ideen ausprobieren und mehr Filme und Serien machen, die einzig für sich stehen. Das Multiversum ist zu groß, um alles zu gucken. Damit erleichtert man sich als Studio nicht nur die Planung, sondern auch den Zuschauern das Seherlebnis.

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Ich kann euch nur ans Herz legen, Wonder Man anzuschauen. Das Marketing scheint nicht so groß wie bei anderen MCU-Produktionen zu sein, weshalb meine Sorge groß ist, dass die Serie unter dem Radar laufen wird. Mehr zu Wonder Man aus den Comics erfahrt ihr hier: Marvel veröffentlicht bald schon eine neue Serie über einen besonderen Charakter, den wohl kaum jemand kennt

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