Die Spielerschaft von World of Warcraft wird immer älter, das wissen auch die Entwickler. Das Spiel passt sich an das Alter der Community an.
World of Warcraft ist mit seinen 21 Jahren inzwischen eines der ältesten MMORPGs am Markt, und das merkt man – vor allem auch an der Spielerschaft. Denn auch, wenn der jeweilige Server-Troll im Handelschannel nicht müde wird, zu betonen, dass WoW ja voller Kiddies sei, die Realität ist eine andere. Viele WoW-Fans sind seit über 20 Jahren dabei, stehen mitten im Leben oder haben diese „Mitte“ schon deutlich überschritten.
Daher hat sich die Art, wie man WoW spielt, im Laufe der Zeit geändert und wird es in Zukunft wieder tun.
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Was wurde gesagt? In einem Interview mit The Game Business Show auf YouTube sprachen Ion Hazzikostas und Holly Longdale von Blizzard darüber, wie sich die Spielerschaft im Laufe der Jahre gewandelt hat.
Heute haben viele Spielerinnen und Spieler nur noch wenig Zeit, weil der Alltag und der „Ernst des Lebens“ sie eingeholt hat.
Etwas scherzhaft meint der Interviewer Christopher Dring dann: „Mir gefällt der Gedanke, dass irgendwann in der vermutlich nicht so weit entfernten Zukunft, dass ihr eine Generation von Spielern habt, die mit World of Warcraft aufgewachsen sind und nun in Rente gehen. Dann ist die Situation plötzlich umgedreht und du habt ihr eine sehr aktive Spielerschaft mit viel Zeit, die dann etwas ganz anderes wollen.“
Als Reaktion darauf müssen Longdale und Hazzikostas lachen – doch gerade bei Longdale merkt man deutlich, dass das ein Thema ist, über das durchaus viel nachgedacht wurde. Denn WoW soll interessant bleiben, auch für die alternde Spielerschaft, die WoW im Grunde erst groß gemacht hat.
Gleichzeitig gibt es aber Leute, die diese klassische Erfahrung lieben und WoW weiter in ihrer Urform spielen wollen. Für diese Leute gibt es eben WoW Classic mit den verschiedenen Ära-Realms und Spielmodi wie „Hardcore“ oder der Saison der Entdeckungen. Auch für diese Gruppe will man neue, interessante Inhalte liefern – etwas, das inzwischen mehrfach angeteasert wurde, aber wohl erst zur BlizzCon 2026 genauer enthüllt wird.
Das ganze Interview ist recht interessant und könnt ihr euch hier anschauen, die entsprechende Passage beginnt bei 9:00:
World of Warcraft soll für alle zugänglich sein
Für wen soll World of Warcraft sein? Was aus dem Interview deutlich wird: Blizzard versucht, keine Spielerschicht aus den Augen zu verlieren. Während World of Warcraft früher ein Spiel war, das sich vor allem an Schüler und Studenten mit nahezu unendlicher Freizeit gerichtet hat, ist ein großer Teil dieser Spielerinnen und Spieler inzwischen erwachsen, berufstätig, hat Familie und einen stressigen Alltag. Da bleiben oft nur wenigen Stunden pro Woche zum Spielen, wenn überhaupt.
Aus diesem Grund wurden zum Beispiel Tiefen („Delves“) in World of Warcraft eingeführt, die bald auch noch durch Labyrinthe ergänzt werden. Diese Mini-Dungeons werden zumeist alleine oder in Kleinstgruppen (2-3 Personen) angegangen und bieten eine Möglichkeit, den Charakter weiter zu verbessern, ohne auf Dungeons, Raids oder andere Inhalte mit sozialen Strukturen zurückgreifen zu müssen und das mit eigener Zeit-Einteilung. Wer nur 20 Minuten Zeit hat, kann gemütlich eine Tiefe machen – könnte aber wohl niemals einen „M+“-Dungeon von innen sehen.
Davon ab betont Ion Hazzikostas aber auch, dass WoW nicht die Leute aus dem Blick verliert, die viele Stunden im Spiel verbringen wollen. Wer das mag, kann sich noch immer einen ganzen Urlaub lang austoben und findet immer etwas zu erledigen. Es gibt diese Hardcore-Inhalte wie hochstufige Dungeons oder Raids. Die sind zentraler Bestandteil des Spiels und werden es bleiben – aber es kommen auch andere Inhalte, die für andere Zielgruppen sind.
Das sei aber auch das Schöne an WoW: Wenn man 12 zufällige WoW-Spielerinnen und -Spieler an einen Tisch setzen würde und jeder solle erzählen, was ihm oder ihr besonders am Spiel gefällt, dann hätte man 12 unterschiedliche Antworten, weil WoW für alle etwas anderes bedeutet. Manche mögen Housing, andere PvP, andere Raids und wieder andere Rollenspiel. WoW sei gut, weil es so vielfältig ist und das soll bewahrt werden.
Die Quintessenz: Alle potenziellen Spieler-Typen sollen in World of Warcraft etwas finden, um ihren Charakter voranzutreiben und auf die Weise spielen zu können, wie ihnen das Spaß macht.
Das ist ein schöner Ansatz, der erahnen lässt, dass WoW auch noch in vielen Jahren aktuell und beliebt sein wird. Zumindest dann, wenn Blizzard endlich die Patch-Problematik in den Griff bekommt.
Der Beitrag WoW bereitet sich auf Rentner-Spieler vor, die wieder sehr viel Zeit haben werden erschien zuerst auf Mein-MMO.
