Sonic & Sega All-Stars Racing – im Klassik-Test (PS3 / 360 / Wii)

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Spiel:Sonic & Sega All-Stars RacingPublisher:SegaDeveloper:Sumo DigitalGenre:RennspielGetestet für:360, PS3, WiiErhältlich für:360, PS3, WiiUSK:Erschienen in:4 / 2010

Neulich bei Sega. Chef-san zu Entwickler-san: ”Nach den Winterspielen brauchen wir einen neuen Goldesel, dann zieht dieses Wii-Sportspiel mit unserem ollen Igel und dem fetten Italiener nicht mehr.“ Entwickler-san: ”Nintendo scheffelt dick Kohle, die machen‘s richtig. Was könnten wir bei denen abschauen? Ein Jump‘n‘Run vielleicht?“ Chef-san darauf: ”Dummkopf. Weil das bei den letzten Versuchen ja so gut geklappt hat! Das haben wir so einfach nicht drauf. Warum fällt Euch nicht so was wie Kawashima oder Pokémon ein?“ Entwickler-san: ”Wir könnten eine Sport-Minispielsammlung basteln, die wir dann ”Sega Sports“ nennen. Oder ein Fitnessspiel im Bundle mit neuer Hardware…“ Chef-san: ”Im Bundle mit welcher Hardware bitte? Einer brasilianischen Mega-Drive-Variante vielleicht? Ich hab‘s: Gehen wir doch mal die ­weiteren Bestseller durch… Hier: Mario Kart hat sich auf Wii und DS insgesamt fast 40 Millionen Mal verkauft. So ein lustiges Rennspiel könnt Ihr doch ­sicher auch programmieren.“ Entwickler-san: ”Uff… Rennspiele… so etwas haben doch unsere Arcade-Leute früher gemacht. Oder der Engländer… Guy Wilday. Mist, den haben wir zu Code­masters zurückgeschickt. Können wir das nicht nach außen geben? An die Jungs, welche die letzten OutRun– und Virtua Tennis-Episoden für uns gemacht haben?“ Chef-san: ”Weise gesprochen, Entwickler-san. Das mit OutRun haben die super gemacht, und außerdem haben sie so einen lustigen, japanisch klingenden ­Namen. So machen wir’s: Sumo ­Digital programmieren für uns einen Mario Kart-Klon!“

Gesagt, getan und heraus kommt Sonic & Sega All-Stars Racing . Ein schnörkelloser, gut gemachter Funracer mit einem bunten Strauß der beliebtesten Sega-Stars und starker Gute-Laune-Grafik.

Sumo Digital haben an alle Standards des Subgenres gedacht: vom Power-Start bei rechtzeitiger Betätigung der Gastaste über Strecken, die sich optisch an den Ursprungswelten der teilnehmenden Spielepromis orientieren, bis hin zu krachigen Items, die in regelmäßigen Abständen auf dem Asphalt verteilt sind.

Ihr fetzt mit einer driftlastigen, griffigen und stark an OutRun 2006 erinnernden Steuerung über 24 Pisten, die durch die Bank gefallen, jedoch bei weitem nicht so fahrerisch fordernd, ausgefeilt oder mit Gimmicks vollgestopft sind wie die einer jeden Mario Kart-Episode.

Neben Sonic, Tails, AiAi, Amigo & Co. rasen zahlreiche, freischaltbare Kultstars mit: Unter anderem Ulala (aus Space Channel 5), Ryo Hazuki (aus Shenmue), B.D. Joe (aus Crazy Taxi), die Chu Chu Rocke“-Mäuse und sogar Alex Kidd sowie das niedliche Opa-Opa-Schiff aus Fantasy Zone flitzen über Kurse, die sich grafisch an den Leitmotiven von Hit­serien wie Sonic, Super Monkey Ball und House of the Dead orien­tieren. Abseits üblicher Funracer-Items (Minen, Lenkraketen, Turbos) bringt jeder Pilot seinen spezifischen All-Star-Move mit: Wenn Ryo in den Gabelstapler springt (Bild unten), AiAi herumkugelt oder die Chu Chus die Katze aus dem Sack lassen, pflügt Ihr mit Karacho durchs Fahrerfeld.

Die grafisch ordentliche DS-Version wirft nur sechs (statt acht) Piloten ins Rennen, besitzt fast durchwegs einfachere (sowie breitere) Strecken und steuert sich etwas schwammiger. Außerdem könnt Ihr hier hervorragend ’snaken’ – will heißen, Euch durch ständiges Driften samt Richtungswechsel alle naselang ­einen Turboschub ergaunern.

Meinung

Matthias Schmid meint: Was bin ich froh – All-Stars Racing ist echt gut geworden! Meine englischen Freunde von Sumo haben, aufbauend auf ihren Out­Run-Erfahrungen, einen polierten Funracer geschaffen, der zwar nichts neu macht, für Sega-Anhänger aber endlich eine Alternative zu Mario Kart darstellt. Größtenteils einfallslosen Items und den zu seltenen Abkürzungen zum Trotz, motivieren der bunte Streckenmix, die 64 Missionen, das belohnende Freischaltsystem und die vielen Sega-Helden auch Solisten langfristig – zu meiner Freude wurden selbst weniger prominente Titel wie Billy Hatcher und Jet Set Radio mit Strecken bedacht. Die Grafikstotterer sind unschön, wirken sich aber nicht auf die Spielbarkeit aus. Auch im Mehrspieler-Modus ist SSAR spaßig, wächst aber nicht über sich hinaus.

Wertung

20 Fahrer, 24 Kurse, 64 Missionen
Xbox-360-exklusiv: das Duo Banjo-Kazooie und Eure Xbox-Avatare sind spielbar
Wii-exklusiv: Eure Miis sind spielbar
mitunter stockt die Bildrate
6 Multiplayer-Modi
6 Einzelspieler-Grand-Prix à 4 Kurse
Gummiband-Effekt an- und abschaltbar
keine Neigungssteueurung auf Wii

Grafisch wie spielerisch gelungener Funracer mit vielen Sega-Stars – die Klasse von ”Mario Kart” wurde aber klar verfehlt.

Singleplayer77MultiplayerGrafikSound

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