Der erfolgreichste Teil von Fallout ist ausgerechnet der, der bei den Spielern laut Metacritic am unbeliebtesten ist. Der Grund für den Erfolg kommt dabei vor allem von den Spielern selbst und ihren erstellten Inhalten.
Um welches Spiel geht es? Laut Eurogamer sind sich Todd Howard, der kreative Chef der Bethesda Game Studios, und seine Kollegen sicher, dass Fallout 4 das erfolgreichste Spiel der Fallout-Reihe ist.
In 2020 wurde bekannt, dass sich Fallout 4 über 25 Millionen Mal verkauft hat (Quelle: gamingbolt). Auch die gleichzeitigen Spielerzahlen lassen sich sehen: Fallout 4 hängt mit einem Peak von über 470.000 Spielern laut SteamDB die anderen Teile hinter sich ab.
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Großer Erfolg trotz großer Kritik
Was ist die Kritik an Fallout 4? Der Erfolg des Spiels scheint fast schon paradox, wenn man sich die Bewertungen von Fallout 4 anschaut. Vergleicht man den User-Score bei Metacritic mit den Bewertungen der anderen Fallout-Teile so wird schnell klar: Fallout 4 ist mit einem User-Score von 7.0 der am schlechtesten bewertete Teil der Reihe.
Die größte Kritik der Spieler dreht sich dabei um zwei wesentliche Punkte:
Die Hauptstory handelt davon, dass der Protagonist seinen entführten Sohn wiederfinden will. Durch die Struktur vieler Quests, der offenen Welt und des Bausystems wird die Dringlichkeit dieser Mission allerdings massiv gebremst. Die Not, das eigene Kind wiederzufinden, steht im direkten Konflikt mit dem restlichen Tempo des Spiels.
Damit ist auch der zweite Kritikpunkt verbunden: Das Bausystem macht den meisten Spielern keinen Spaß und drosselt die Geschwindigkeit massiv. Der Fokus von Fallout 4 verschob sich so mehr zu Sandbox als seinen RPG-Elementen treu zu bleiben. Das und weitere Punkte bemängelten auch die Kollegen der GameStar in ihrem Test zu Fallout 4.
Und auf was schauen verantwortliche Entwickler, wenn sie sich ein Konzept für den nächsten Teil überlegen: auf den User-Score auf Metacritic und die Kritik der Spieler oder auf die Verkaufszahlen? Dreimal dürft ihr raten. Todd Howard sieht Fallout 4 rückblickend in jedem Fall als großen Erfolg:
Man fühlt sich unglaublich glücklich. Wir sprechen jetzt 10 Jahre später noch darüber. Ich glaube, es ist immer noch das meistgespielte Fallout-Spiel, und man fühlt sich einfach wirklich gesegnet, dass die Fans es angenommen haben und dabei geblieben sind.
Todd Howard, via Eurogamer
Warum ist Fallout 4 so erfolgreich? Trotz aller Kritik ist Fallout 4 so erfolgreich, eben weil Spieler dort so viele Freiheiten haben: Sie können bauen, craften und die eigene Spielerfahrung über Mods ständig erweitern. Das erhöht den Wiederspielwert enorm. Diesen Effekt konnte man auch schon bei Skyrim über viele Jahre hinweg beobachten.
Die Spielerzahlen von Fallout 4 sind aber auch immer noch ziemlich hoch, weil die gleichnamige Amazon-Serie immensen Erfolg hat. Die Serie inspiriert sicherlich einige Menschen dazu, das aktuellste Fallout erstmals oder erneut zu installieren.
Nicht nur Fallout 4 profitiert von der Fallout-Serie, sondern auch die Serie von der anhaltenden Beliebtheit von Fallout 4. Die frisch gestartete zweite Staffel kam aber nicht mehr ganz so gut an wie noch Staffel 1. MeinMMO-Redakteur Niko Hernes sieht bei der Staffel ganz klar Parallelen zu der Netflix-Serie Stranger Things: Die Fallout-Serie könnte so geil sein, aber sie leidet am gleichen Problem wie Stranger Things
Der Beitrag Der erfolgreichste Teil der Fallout-Reihe unterstreicht, warum sich einst gefeierte Franchises in die falsche Richtung entwickeln erschien zuerst auf Mein-MMO.
