Experten sagen voraus: Bis 2030 hat China eine Fabrik in der kein Mensch mehr arbeitet

Bis 2030 könnte eine sogenannte „Dark Factory“ entstehen, in der kein einziger Mensch ein Auto baut – sondern nur Roboter und KI‑Systeme. Vorreiter dieser Produktionsstätten sind die Vereinigten Staaten und vor allem China.

Was genau ist eine „Dark Factory“ und warum wird sie womöglich Realität? Eine „Dark Factory“ ist eine Fabrik, deren Montagelinien vollständig von Robotern und Steuer‑KIs betrieben werden. Der Begriff „dark“ kommt daher, dass die Anlage theoretisch ohne Licht auskommen könnte, da dort keine Menschen vor Ort wären, die darauf angewiesen sind.

Maschinen sehen ihre Umgebung eben über Sensoren und benötigen keine Beleuchtung, Pausen oder Ruhezeiten (carscoops).

Industrieexperten von Gartner und Warburg Research gehen davon aus, dass mindestens ein Automobilhersteller bis Ende dieses Jahrzehnts eine hundertprozentig automatisierte Montagelinie aufbauen wird. Die Experten sehen insbesondere chinesische Marken als potenzielle Vorreiter (via carscoops & Auto News).

Auch Warburg-Research-Analyst Fabio Hölscher hält es laut Branchenmagazin Auto News für plausibel, dass bis 2030 in China die erste komplett automatisierte Autofabrik entsteht, in der die Produktion ausschließlich von Robotern übernommen wird.

Hyundai und Mercedes steigern Automatisierung

Welche Rolle spielen Mercedes und Hyundai bei der Entwicklung? Zwei Hersteller fallen aktuell besonders durch sehr konkrete Pläne auf:

Hyundai will ab 2028 humanoide Roboter von Boston Dynamics in seinem Werk in Georgia (USA) einsetzen. Ziel ist eine skalierbare Fertigung mit einer Kapazität von bis zu 30.000 Robotern pro Jahr. Vorgestellt wurde dieses Vorhaben auf der CES 2026 (Auto News)

Mercedes-Benz testet bereits den Roboter „Apollo“ des US-Unternehmens Apptronik im Berliner Werk. Ab spätestens 2030 soll dieser Roboter Seite an Seite mit Menschen am Band arbeiten – mit dem klaren Ziel, mittelfristig komplette Fertigungsabschnitte zu übernehmen (Auto News)

Beide Hersteller setzen dabei auf humanoide Roboter für komplexe Montageaufgaben, die über klassische Industrierobotik hinausgehen. Der Fokus liegt laut Auto News auf Skalierbarkeit, Flexibilität und effizienter Serienfertigung, die sich schneller auf Marktveränderungen anpassen kann.

Bereits 12 von 25 führenden Automobilherstellern betreiben Branchenangaben zufolge Pilotprojekte mit fortschrittlicher Robotik in eigenen Fabriken. Dies trage dazu bei, die Arbeitskosten zu senken, die Qualität zu verbessern und die Produktionszyklen zu verkürzen, was bessere Fahrzeuge zu potenziell niedrigeren Preisen bedeute, so Gartner-Analyst Marco Sandrone in den Prognosen des Beratungsunternehmens für 2026 (Auto News).

Automatisierte Arbeitslosigkeit?

Welche Folgen hat die Entwicklung für Fabrikarbeiter? Die vollständige Automatisierung bedeutet nicht zwangsläufig Massenentlassungen. Stattdessen verändert sich jedoch die Art der Arbeit. Gegenüber Auto News erklärt Detlef Gerst von der IG Metall, dass KI und Digitalisierung die Arbeit in der Fertigung grundlegend verändern. Mitarbeiter bräuchten künftig mehr technisches Know-how und müssten flexibel mit KI-Systemen zusammenarbeiten. Weiterbildung sei laut Gerst entscheidend.

Trotz Automatisierung erwartet die Interessengemeinschaft (IG) Metall keinen Jobabbau, sondern eine Transformation: Viele Beschäftigte könnten in neue Rollen wie Wartung, Logistik oder KI-Überwachung wechseln. Der Fokus liege auf Qualifizierung statt Ersatz (IG Metall).

Dass das einfacher klingt, als getan zeigen auch Entwicklung in anderen Branchen. Viele geforderte Weiterbildungen werden nicht genehmigt, finanziert oder können überhaupt in Anspruch genommen werden (FAZ). Die Entlassungen sind dabei so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr und erinnern dabei an die Finanzkrise von 2008.

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Die ersten Dark Factories könnten schon in wenigen Jahren Realität sein. Während Hersteller auf Effizienz und Flexibilität setzen, stellen sich Gewerkschaften und Politik bereits auf tiefgreifende Veränderungen am Arbeitsmarkt ein. In Großbritannien wurde etwa ein Grundeinkommen als Antwort auf mögliche Jobverluste durch KI ins Spiel gebracht

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