Der Twitch-Streamer Maxim Markov gehört beim Sauercrowd-Projekt zu den Spielern, die erstmals World of Warcraft erleben dürfen. Mit seiner ungewöhnlichen Spielweise konnte er in den vergangenen Wochen viele neue Fans gewinnen. Kurz vor Level 60 kam es jetzt jedoch zu einer unglücklichen Begegnung …
Wie hat sich Maxim bei Sauercrowd geschlagen? Der beliebte Caster von League of Legends tummelt sich dank des Sauercrowd-Projekts der deutschen Twitch-Szene seit einigen Wochen erstmals mit großer Freude in der World of Warcraft. Mit seinem Krieger stand er nach langem Grind auf Stufe 55. Er hatte mit seiner besonderen Spielweise über die Zeit hinweg viele Fans gewonnen:
Das Ziel von Maxim war es, als völliger WoW-Neuling einen unkaputtbaren Tank zu erschaffen, der voll auf die Talente des Schutz-Baums, die Verteidigungshaltung, einen breiten Schild und eine möglichst dicke Rüstung setzt.
Dadurch war sein Schaden zwar recht gering (was sich auch auf sein Level-Tempo auswirkte), doch bekam er dafür kaum Schaden – perfekt für den Hardcore-Modus!
Maxim ergänzte seinen Überlebens-Build mit mehreren Regeln: keine Kämpfe im Wasser (wegen der Gefahr des Ertrinkens), keine Höhen (wegen Fallschaden), keine Höhlen (weil gefährlich). Der Streamer konzentrierte sich vor allem auf Quests, die den simplen Mob-Grind in der offenen Welt unterstützten.
In Dungeons war er bekannt dafür, den anwesenden Heiler arbeitslos zu machen. Seine Mitstreiter schätzen jedoch seine vorsichtige und ruhige Spielweise. Fehl-Pulls und plötzliche Gefahrensituationen gab’s mit Maxim als Tank eigentlich nicht. Dadurch drängte er sich sogar als Main-Tank des ersten Raids im Geschmolzenen Kern auf.
Zu dieser Tank-Fantasie gehörte es, dass sich Maxim zu einem der besten Schmiede der Gilde hochgearbeitet hat. Fast täglich nahm er sich abends eine Stunde Zeit, um für andere Sauercrowd-Mitstreiter den Schmiedehammer kreisen zu lassen. Dafür gab’s bei den regelmäßigen Gilden-Meetings regelmäßig großes Lob.
Viele Wochen lang hatte Maxim mit dieser Spielweise so großen Spaß und Erfolg, dass er von WoW sogar träumte und nach dem Aufstehen am liebsten gleich an den PC wollte, um weiter zu leveln. Davon berichtete der Streamer vor einiger Zeit auf YouTube.
Autoplay
Laut Sieglinde ist hier der „der beste Main-Tank der Gilde“ gestorben.
Aus dem Nichts plötzlich beim Geistheiler
Was ging schief? Wer Maxim beim Leveln verfolgt hat, hätte wohl niemals gedacht, dass er an einem simplen Gegner ohne Elite-Status scheitern könnte. In den Westlichen Pestländern ist jetzt jedoch genau das passiert. Beim Versuch, die Ruinen von Andorhal zu umgehen, fing er sich die Aufmerksamkeit eines Sengenden Ghuls mit Stufe 56 ein.
Eigentlich war das kein Problem: Maxim war auf seinem Mount und hätte leicht wegreiten können. Er blieb jedoch nach ein paar Metern stehen und überlegte, ob er lieber kämpfen sollte. Nach ein paar Schlägen merkte der Spieler jedoch, dass der Ghul vor allem Feuerschaden macht und damit die dicke Rüstung seines Kriegers umgeht.
Die Lebenspunkte von Maxims Krieger fielen daher – für seine Verhältnisse – ungewöhnlich schnell. Er trat also den Rückzug an und versuchte dabei, dem Gegner nicht den Rücken hinzuhalten, wodurch die Chance hoch ist, benommen zu werden. Blöderweise verursachte er dadurch selbst immer mal wieder Schaden am Ghul, weswegen dieser nicht von ihm abließ.
Spätestens jetzt merkt man, dass Maxim ein WoW-Neuling ist. Sein Versuch, mit dem „Licht von Elune/Ruhestein“-Makro abzuhauen, scheiterte, weil er es aus dem Laufen heraus wirkte. So war er zwar vom Licht geschützt, konnte aber nicht den Ruhestein aktivieren.
Seinen Betäubungsangriff, sein Durchdringendes Heulen oder eine verlangsamende Kniesehne in Kampfhaltung nutzte er leider gar nicht. Diese Maßnahmen hätten sein virtuelles Leben retten können. Alternativ hätte er einfach in den nahen Fluß springen können, weil die Ghule nicht schwimmen können. So etwas weiß man aber natürlich nur, wenn man WoW Classic lange gespielt hat.
Ihr könnt euch die ganze Situation natürlich auf Twitch, aber auch auf dem YouTube-Kanal von Sieglinde ansehen, der dort als erfahrener Classic-Veteran gleich seine Einordnung gibt:
Laut Sieglinde hat Sauercrowd damit „den besten Main-Tank der Gilde“ verloren. Er hätte Maxim zu gern im Geschmolzenen Kern gesehen. Er habe den größten Respekt vor dem WoW-Neuling, weil dieser in Hardcore einfach sein eigenes Ding durchgezogen hat und damit so weit gekommen ist.
Warum ist die Spielweise von Maxim ein Meme? Im Kontext von WoW Classic wird diese Art des Tank-Kriegers von erfahrenen Spielern eigentlich nicht gespielt, weil der Schaden (und damit auch die erzeugte Bedrohung) zu niedrig ist. Krieger-Tanks nutzen stattdessen häufig möglichst viele offensive Talente und Ausrüstungsteile, um fast genauso viel Schaden wie offensive Krieger verursachen zu können.
Verbrauchsgegenstände, World Buffs und natürlich die Heiler müssen die deutlich schlechtere Verteidigung abfangen … in gefährlichen Momenten oder bei Bossen, die hart zuhauen, wechselt man halt auf Schwert plus Schild und zündet einen schützenden Cooldown.
Maxim wird sich übrigens keinen neuen Charakter erstellen, sondern in seinen Streams jetzt auf Nioh 3 wechseln und entspannt in den bald anstehenden Urlaub reinstarten. Sauercrowd muss also mit einem anderen Main-Tank in den Geschmolzenen Kern. Vielleicht brauchen sie sogar zwei Main-Tanks: Sauercrowd hat jetzt so viele Spieler auf Stufe 60, dass die Gilde ihr Ziel in WoW Hardcore gleich doppelt erreichen könnte
Der Beitrag Twitch-Streamer von Sauercrowd lebt das Meme vom unkaputtbaren Tank, alle feiern ihn dafür, doch jetzt ist die Reise zu Ende erschien zuerst auf Mein-MMO.
