Wie wird aus Blizzards 3D-Modell ein 2D-Bausatz? Wie viel Zeit steckt da drin? Und vor allem – wie schön sieht das fertige Modell aus?
Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir es schon einmal ausprobiert und in unserem neuesten Sonderheft zu World of Warcraft: Midnight, machen wir’s erneut. Die Rede ist von Papercraft! Einige von euch können sich darunter wahrscheinlich erstmal nichts vorstellen, andere wiederum haben vielleicht schon Burg Trosky mit unserem Papercraft-Bausatz im Sonderheft zu Kingdom Come: Deliverance 2 nachgebaut.
Unter Papercraft versteht man das Bauen von Objekten aus Papier bzw. Karton. Das können Figuren und Büsten sein oder wie in unserem Fall: Burgen und Häuser. Stellt es euch vor wie Lego, aber zum Kleben statt zum Stecken. Blizzard hat uns das 3D-Modell eines Gebäudes aus ihrer neuen Housing-Erweiterung zur Verfügung gestellt, das wir in detaillierter Kleinstarbeit in einen schicken Papercraft-Bausatz auf acht Seiten für euch umgearbeitet haben. Der steckt zusätzlich neben dem XXL-Doppelposter im aktuellen WoW-Sonderheft.
Ein Marathon, kein Sprint
Das fertige Häuschen kommt auf ca. 20x18x18 cm (BxTxH) und wird aus insgesamt acht Kartonbögen gebastelt. (Quelle: Maximilian Schütz)
Als ich den ersten Screenshot des Hauses von Kollege Markus gezeigt bekommen habe, war ich mir sicher: »Eine Woche, dann ist’s fertig!«. Schließlich habe ich letztes Jahr eine ganze Burg zu Papier gebracht. Ich lag ja so falsch! Bis das Häuschen in dieser Form auf dem Tisch dastehen konnte, war es ein weiter Weg mit einigen Hindernissen.
Es gibt schließlich keine App, in der man einfach einen Knopf drückt und mit einem »BING!« einen fertigen Bausatz ausgespuckt bekommt – zumindest kenne ich keine, die das kann. Der ganze Prozess hat mich letztendlich etwa drei Wochen Zeit gekostet.
Das original 3D-Modell von Blizzard…
… wurde in ein faltbares Modell umgearbeitet (Quelle: Maximilian Schütz)
Um aus Blizzards Vorlage ein baubares Modell für den Schreibtisch zu fertigen, musste jedes Polygon angepasst werden. Denn mit seinen geschwungenen Linien und vielen Details sieht das Haus später im Spiel zwar richtig schick aus, ist aber für unseren Zweck in dieser Form ungeeignet. Die Entwickler können beispielsweise Flächen einfach überlappen lassen – sieht ja im Spiel eh niemand. Soll das ganze aber auf Papier funktionieren, müssen alle Flächen auf Kante maßgeschneidert werden.
Ständig musste abgewägt werden, welche Details man behalten kann oder muss, um den Charakter des Hauses zu erhalten und was nachher einfach viel zu klein für ein Papercraft-Modell würde. Außerdem muss das ganze letztendlich auch auf eine begrenzte Anzahl an Seiten passen und soll auch für unerfahrene Papercraftler machbar sein.
Von 3D zu 2D und wieder zu 3D
Während des Testbaus werden letzte Problemstellen ausgemerzt, bis alles so zusammenpasst, wie es soll. (Quelle: Maximilian Schütz)
Ist das 3D-Modell soweit fertig, folgt der erste Probebau. Das Modell wird »auseinandergeklappt« und möglichst sinnvoll und nachvollziehbar in einzelne Teile auf den Bögen aufgeteilt. Der Probebau ist nötig, um einerseits zu testen, ob sich auch wirklich alles zusammenfügt, wie es soll, und andererseits um letzte Problemstellen zu entdecken. Dann heißt es zurück in Blender, die problematischen Teile anpassen, neu ausdrucken und wieder testen.
Das schicke Layout der Bögen von Sigrun folgt im letzten Schritt. Bis dahin ist’s aber ein weiter Weg.
War der Probebau erfolgreich, ist die Arbeit aber noch lange nicht erledigt. Die Klebelaschen und Kanten müssen korrekt beschriftet und auf den finalen Bögen platziert werden. Hier die Balance aus möglichst sinnvoller Anordnung zu finden, ohne dabei allzu viel Platz zu vergeuden ist ebenfalls knifflig.
Die Bauanleitung zum Papercraft-Modell findet ihr ab Seite 66 im Sonderheft.
Selbstverständlich werfen wir euch nicht einfach mit den Kartonbögen ins kalte Wasser: Im Sonderheft haben wir eine detaillierte Bauanleitung, die euch Schritt für Schritt erklärt, wie ihr vorgehen sollt und welche Materialien ihr zum Bauen benötigt. Auch dafür ist der Probebau wichtig, denn aus meinen Notizen entstehen später die Texte und auch die Fotos dafür werden währenddessen geschossen.
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Das Sonderheft wird ab dem 23. Februar verschickt, es sollte also im Normalfall zum Spielrelease bei euch ankommen.
Natürlich dreht sich in unserem dicken Sonderheft zu World of Warcraft: Midnight nicht alles um Papercraft: Auf 148 Seiten findet ihr alles Wissenswerte zur neuen Erweiterung und ein XXL-Doppelposter steckt auch noch drin. Mit unseren Guides helfen wir euch unter Anderem bei Skillungen, Crafting, den neuen Mounts & Pets und dem neuen Beute-System. Außerdem knackt ihr alle Dungeons und Weltbosse mit unseren Instanzen-Guides.
Kurz: Wer Midnight spielt, kann auf dieses Heft nicht verzichten.
Der Beitrag WoW: Midnight Sonderheft mit schickem Papercraft-Haus – so sieht’s aus und so entsteht der Bausatz erschien zuerst auf Mein-MMO.
