Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth – im Klassik-Test (DS)

Seite 1

Spiel:Ace Attorney Investigations: Miles EdgeworthPublisher:CapcomDeveloper:CapcomGenre:AdventureGetestet für:DSErhältlich für:DSUSK:6Erschienen in:4 / 2010

Neun Monate hat sich Capcom mit der PAL-Version des fünften Teils der Ace Attorney-Serie Zeit gelassen – jetzt werden auch westliche Handheld-Juristen mit neuen Point’n’Click-Abenteuern beglückt. Dass wir zeitgleich mit den USA in den Genuss der Veröffent­lichung kommen, hat einen Haken: Es wurde keine deutsche Übersetzung auf das Modul gepackt, sämtliche Charaktere parlieren in Englisch – da der Großteil des Spiels aus geschriebenen Dialogen besteht, müsst Ihr die entsprechenden Sprachkenntnisse mitbringen.

Inhaltlich hat sich einiges geändert: Erstmals schlüpft Ihr nicht in die Rolle eines Verteidigers, sondern spielt einen Staatsanwalt – den Titelhelden Miles Edgeworth kennen ­Serienfans als Antagonisten von Phoenix Wright. Zudem findet Ihr Euch nicht mehr im Gerichtssaal wieder, Miles löst seine Fälle vor Ort.

Die Schauplätze besucht Ihr in Form eines Sprites, das Ihr durch die Umgebung lenkt. Plaudert auf Knopfdruck mit Zeugen oder untersucht Objekte. Spielerisch gleicht das den Vorgängern, nur die Inszenierung fällt anders aus. Ähnlich verhält es sich mit den restlichen Spielabläufen: Statt Kreuzverhöre führt Ihr Befragungen durch, forensische Hilfsmittel kommen ab und an zum Einsatz; die einzige spielerische Neuerung ist eine trockene ’Logik’-Denkprüfung – verknüpft hier die gefundenen Hinweise! Damit steht und fällt der Charme von Ace ­Attorney Investigations mit der ­Qualität der Geschichte: Die enttäuscht auch dieses Mal nicht, alte Serien-Hau­degen verschlingen sie mit Begeisterung – neue Fans gewinnt der Staatsanwalt so aber nicht.

Meinung

Ulrich Steppberger meint: Obwohl sich auf den ersten Blick viel geändert zu haben scheint, spielt sich das Justizabenteuer fast wie die Vorgänger. Dass Ihr nun ein Miles-Sprite durch die Umgebung lenkt, statt wie früher nur Objekte anzuklicken, oder dass sich die Geschichte außerhalb des Gerichtssaals abspielt, ändert den Spiel­ablauf nur unwesentlich: Wie gehabt lest Ihr Euch durch lange, humorvolle Dialoge und grübelt, wie Ihr Zeugenaussagen aushebeln könnt. Das ist auch diesmal spaßig, spannend und mit sympathischen Charakteren gepflastert, etwas mehr Ideenreichtum hätte ich mir trotzdem gewünscht. Dass bei so einem textlastigen Spiel eine deutsche Übersetzung fehlt, ist ein ziemlich peinlicher Fauxpas von Capcom.

Wertung

5 umfangreiche Fälle
freies Erkunden der Tatorte mit witzig animierten Pixel-Charakteren
eingestreute ’Logik’-Kombinationsfragen
keine deutsche Sprache auf dem Modul

Die Inszenierung ist neu, der Rest fast wie bei den Vorgängern: fesselnd erzähltes Justiz-Abenteuer mit kniffligen Fällen.

Singleplayer76MultiplayerGrafikSound

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *