Während VR erst langsam so richtig im Gaming ankommt, geht eine Streamerin auf Twitch direkt zum nächsten Schritt: Erst steuert sie Elden Ring per Gedanken, jetzt lässt sie andere ihren Körper per Stromschlägen steuern, zumindest ein wenig. Ihre klare Warnung jedoch ist: Macht das nicht nach!
Wer ist die Streamerin?
Die britische Streamerin PerriKaryal hat einen Master-Abschluss in Psychologie und treibt sich auf ihrem Twitch-Kanal zumeist in der „Just Chatting“-Abteilung herum.
Während ihrer Streams spricht sie mit ihrem Chat über alle möglichen Themen, auch teilweise auf akademischem Niveau.
Ab und zu stellt sie jedoch auch ihre technischen Spielereien vor, zu denen sie einen Hang hat, wie sie selbst sagt – vor allem, wenn sie absolut irre sind. So hat sie etwa einmal einen Boss in Elden Ring nur mit ihrem Gehirn besiegt, jetzt gibt sie sich selbst Stromschläge.
Wozu nun die Stromschläge? PerriKaryal erklärt in einem kurzen Short auf TikTok, dass sie ein Gerät entwickelt hat, mit dem sie ihr Gleichgewicht verändern kann. Per Stromschläge an bestimmte Bereiche im Nacken neigt sich ihr Körper nach links oder rechts.
Im Video zeigt sie, welche Auswirkungen das hat: Während sie läuft, steuert die Person hinter der Kamera die Stromschläge mit einem Controller. Je nach Richtung läuft PerriKaryal nach links oder rechts – wie ein Charakter in einem Videospiel. Der Fachausdruck dafür ist, wie sie selbst erklärt: „galvanisch vestibuläre Stimulation“, kurz GVS.
In der Medizin wird diese Technologie etwa eingesetzt, um Schlaganfall-Patienten zu behandeln und möglicherweise verlorenes Körperempfinden wiederzuerlangen (laut ergotherapie.de, mehr dazu auch von der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek)
Das eigentliche Ziel der Streamerin war es allerdings nicht, einfach nur zu einem steuerbaren NPC zu werden. Sie wollte Rennspiele immersiver machen, rät aber strikt davon ab, diese Idee zu kopieren.
Autoplay
Tech-Enthusiastin warnt: „Das ist extrem gefährlich“
In einer praktischen Anwendung in ihrem Stream auf Twitch verknüpft die Streamerin ihr GVS-Gerät mit dem Rennspiel Trackmania. Sie wollte testen, ob die „G-Kräfte“ – also das, was wirkt, wenn euch etwas in eine Kurve drückt – so beim Spielen spürbar werden.
Ihr Ergebnis: Ja, werden sie, aber eine wirklich gute Idee ist das offenbar nicht. PerriKaryal hat sichtliche Schwierigkeiten, stehenzubleiben, und klagt, dass sie „blinkende Lichter“ sehe und Kopfschmerzen habe. Am Ende warnt sie klar davor, dass man das auf keinen Fall nachmachen sollte:
Macht das nicht. Baut das nicht. Ich heiße es nicht gut, wenn sich das irgendjemand selbst baut. Ich billige dieses Verhalten nicht, es ist extrem gefährlich, und ich bin nicht dafür verantwortlich!
PerriKaryal auf Twitch
An dieser Stelle raten auch wir strikt davon ab, diese Idee nachzumachen. Nur, falls jemand aus irgendwelchen Gründen den Gedanken hatte…
Wie sinnvoll oder praktikabel es ist, sich selbst über Stromschläge ein „immersiveres“ Spielgefühl zu geben, sei dahingestellt. Wie PerriKaryal aber schon selbst erkennt: Das sollte man schlicht nicht tun.
Die Idee, Spiele mit Gedanken zu steuern und selbst tiefer ins Gaming einzutauchen, wird schon seit Jahren verfolgt – und ist eng mit der Medizintechnik verbunden, wie sich auch hier sehen lässt. Obwohl wir noch nicht ganz bei Sword Art Online sind, gibt es durchaus etliche Erfolge: Mann kann sich durch Krankheit kaum noch bewegen – Chip im Hirn ermöglicht ihm Zocken und Arbeiten
Der Beitrag Twitch-Streamerin nutzt Technik aus der Medizin, um ihr Gleichgewicht zu „hacken“, macht Rennspiele realistischer erschien zuerst auf Mein-MMO.
