Infinite Space – im Klassik-Test (DS)

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Spiel:Infinite SpacePublisher:SegaDeveloper:Nude MakerGenre:RollenspielGetestet für:DSErhältlich für:DSUSK:12Erschienen in:5 / 2010

Wenn die Speerspitze der japanischen Kreativen eine Rollenspiel-Weltraumoper für den DS schreibt, lässt das trotz Minidisplay auf Großes hoffen. Nun kommt Infinite Space endlich aus dem Hyperraum und enttäuscht nicht. ­Kilometerlange Großkampfschiffe, ein gigantischer Weltraum und ­enorme Spieltiefe, die sich nirgendwo in den Weiten des Alls verliert, quetschen einen Spielspaß-Kosmos in Euren Konsolenknirps.

In Gestalt des halbwüchsigen Yuri macht Ihr Euch zu Anfang des Spiels auf zu den Sternen. Etwa 70 Stunden später ist Yuri erwachsen, besitzt eine ganze Flotte von selbst entworfenen Schlachtschiffen mit zig handverlesenen Crewmitgliedern und nimmt Kurs auf das letzte große Mysterium des Universums. Kern des Spiels ist das Kampfsystem, bei dem Ihr in Echtzeit an gegnerische Pötte herannavigiert und per Stylus Kommandos wie ’Sperrfeuer’, ’Ausweichen’ oder ’Entern’ erteilt. Diese stehen allerdings erst zur Verfügung, wenn der Kommando-Zeitbalken aufgeladen ist, und wollen umsichtig eingesetzt werden, sonst bläst Euch auch ein Standrad-Korsar zackig in den Orkus. Schusswechsel werden in bombastischen 3D-Sequenzen gezeigt, die eilige Spieler jederzeit abbrechen können. Zwischen den Kämpfen legt Ihr auf einer abstrakten Sternenkarte das nächste Reiseziel fest und düst dann per Autopilot durch den dreidimensionalen Weltenraum, wobei Ihr jederzeit mit Attacken von Raumpiraten oder anderen interstellaren Rabauken rechnen müsst. Auf zahlreichen Planeten werbt Ihr Crew­mitglieder an, kauft Blaupausen für Schiffstypen und -module, die Ihr dann im einfachen, aber süchtig machenden Bastelmodus zusammenschraubt.

Tavernenbesuche und Storysequenzen werden mit Manga-Standbildern inszeniert, die, ebenso wie das Design mancher Schiffe, an 1980er-Jahre Anime-Serien wie die ”Harlock-Saga” erinnern. Galaktisch ist die Komplexität und der nicht zu unterschätzende Schwierigkeitsgrad, der aus diesen Elementen entsteht. Allein der sparsame Mehrspieler-Modus, bei dem Ihr eine Raumschlacht gegen einen Kumpel schlagen dürft, bleibt witziges Beiwerk ohne längerfristige Motivation.

Meinung

Max Wildgruber meint: Schade, dass der Spielspaß-Kosmos erst hinter dem schwarzen Loch der Unzugänglichkeit ­beginnt! Zu oft musste ich mir Zusammenhänge selbst erschließen. Ausgeprägte Tutorials hätten hier Abhilfe geschafft und viele Frustmomente verhindert. Ansonsten motivieren die fetten Raumschlachten zum stundenlangen Basteln an der Flotte und umgekehrt.

Wertung

ausufernder RPG-Weltraum mit zig Planeten zur freien Erkundung
dynamische Taktikkämpfe zwischen ganzen Schiffsflotten
variantenreiche Schiffs-Modifizierungen

Prachtvolles, aber forderndes Weltraum-RPG mit ausufernder Erkundung, Schiffskämpfen und -modifizierung.

Singleplayer84MultiplayerGrafikSound

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