WoW-Spieler wollte unbedingt Tank werden, gibt nach einem Monat auf: „Die Community sorgt für den Tank-Mangel“

Tanks in World of Warcraft haben keine Lust mehr, sich permanent beleidigen zu lassen. Sie geben auf – und die Wartezeiten steigen.

Wer in World of Warcraft die schwierigen „Mythisch+“-Dungeons von innen sehen will, braucht einen Tank an der Seite – am besten einen, der zumindest grob weiß, was er eigentlich macht.

Doch manche in der WoW-Community scheinen eine besonders kurze Lunte zu haben und explodieren bereits bei kleinsten Problemen. Zumeist ist es der Tank, der dann die Kritik oder den Hass abbekommt. Genau das ist aber auch der Grund, warum Tanks immer mehr zur Mangelware werden.

Tank hat keine Lust auf Gemecker, entzieht sich dem einfach

Was berichten Tanks? In einem Beitrag im Subreddit von WoW berichtet der Spieler TheHelpfulBadger von seinen Erlebnissen als Tank. Er hatte im letzten Monat versucht, einen Tank zu spielen, wirft jetzt aber das Handtuch. Der Grund dafür sei die toxische Community und all die negativen Erfahrungen, die er in den letzten Monaten gesammelt hat. Er schreibt:

Ich hatte Probleme damit, eine neue Klasse zu lernen, die Routen, die Tank-Mechaniken und so weiter, doch habe es letztlich geschafft, das auf einem akzeptablen Niveau zu schaffen und auch Mythisch +10 ohne Probleme abzuschließen.

Der ganze Prozess war recht spaßig, wenn auch hin und wieder etwas frustrierend.

Was allerdings durchgehend schrecklich war, waren die Mitspieler. Die Menge an Beleidigungen und Belästigungen, die ich im letzten Monat bekommen habe, weil ich zu langsam oder zu schnell war oder nicht exakt die Route genommen habe, die andere sich vorstellen, ist einfach unheimlich. Ganz zu schweigen von den vielen Malen, in denen die DPS-Spieler anstelle von mir gepullt haben, während ich entweder 2 Sekunden auf meine Cooldowns gewartet habe, sodass ich den Pull leichter bewältigen kann oder meinen Heilern noch ein paar Sekunden vor dem Boss geben wollte, um Mana zu regenerieren.

Jemand mit dickerer Haut als ich, ist vielleicht in der Lage, damit umzugehen, aber ich nicht und ich will meine begrenzte Freizeit nicht damit verbringen, beleidigt zu werden.

Ich verstehe jetzt, dass die Community exakt der Grund ist, warum es einen Tank-Mangel gibt.

Dass Tanken die unbeliebteste Rolle in WoW ist, zeigt sich immer wieder. Eine simple Grafik hat vor einigen Wochen schon eindrucksvoll gezeigt, warum der Einstieg als Tank so schwer ist.

So diskutiert die Community: Unter dem Beitrag gibt es eine Menge Kommentare von anderen Tanks, die eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht haben. Die allermeisten scheinen deswegen dazu übergegangen sein, nur noch für Freunde und Bekannte zu tanken – was den Tank-Mangel nur noch weiter verstärkt:

„Genau deswegen liebe ich das „Schlüsselstein aufgeben“-Feature. Ich tanke immer mal wieder seit Cataclysm und baue ausdrückliche „Chill“-Gruppen, aber wenn jemand rumzetert und zürnt, dann scheiß drauf, der Key ist vorbei. Ich kann eine neue Gruppe innerhalb von 2 Minuten finden. Ich bin zu alt, um mich mit elitären Möchtegern-MDI-Leuten herumzuschlagen.“ – Squawnk

„Tanken für Randoms = Schrecklich
Tanken für Freunde und Gildenmitglieder = Grandios“
– Stevez0r10

„Ja, das ist auch der Grund, warum Warteschlangen so lang sind. Wenn du gerne tankst, dann wirst du Freunde finden mit denen du spielst und bald schon nur noch mit denen spielst, während du Random-Gruppen vermeidest wie die Pest.“ – A_Zealous_Retort

Allerdings gibt es auch Kommentare von einigen Tanks, die das nicht bestätigen können und sich wundern, wie andere Tanks regelmäßig in so negativen Gruppen landen, in denen sofort zu Beleidigungen gegriffen wird.

„Wo findest du diese ganzen Leute? So viele Beiträge und ich hab vielleicht eine toxische Person in 10 Runs und das ruiniert nicht einmal den Run.“ – Galcitor

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Cortyn meint: Auch wenn ich nur gelegentlich mit meiner Dämonenjägerin Tank spiele, kann ich das Problem durchaus nachvollziehen. Da wirkt allerdings auch der „Negativity Bias“ mit hinein – also der Umstand, dass negative Erfahrungen deutlich stärker in Erinnerung bleiben als neutrale oder positive.

Wenn man fünf positive Dungeon-Runs hatte, dann verblasst diese Erinnerung. Sobald man auch nur einen einzigen „Deppen“ dabei hat, der im Chat komplett eskaliert und beleidigt, als wäre es eine große Kardinalsünde, nicht genau diese eine Gruppe anzugreifen, die er sich jetzt gewünscht hätte. Weil manche Leute im Internet auch enthemmt alles in die Tastatur hämmern, was ihnen an Beleidigungen in den Sinn kommt, wird das negative Gefühl noch verstärkt.

Daher kann ich gut nachvollziehen, wenn Tanks sich sagen: Es ist meine Freizeit und da habe ich wenig Lust darauf, beleidigt zu werden. Also entzieht man sich dem.

Wie sind eure Erfahrungen als Tank in World of Warcraft? Habt ihr auch immer wieder Probleme mit toxischen Mitspielerinnen und Mitspielern? Oder seid ihr schon vor Jahren dazu übergegangen, nur noch für Freunde und die Gilde zu tanken? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
Das Tanken wird in Midnight aber auch deutlich einfacher – denn Blizzard hat eine Idee, wie man Dungeon-Routen leicht erkennbar macht.

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