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Im Jahr 2089 sind Überstunden in der japanischen Industrie noch wichtiger, darum setzt der führende Konzern auf Cyborg-Personal, das als ”Working Dead” rund um die Uhr arbeitet. Diese fleißigen Arbeitsbienen werden zum Problem für zwei ebenfalls mechanisch gepimpte Schulmädchen. Denn die Cyborgs stehen zwischen ihnen und dem Firmenchef, an dem sie sich rächen wollen. Daher legen sie auf dem Weg durch einen 100-stöckigen Wolkenkratzer alles in Schutt und Asche. Die banal-wirre Geschichte spielt keine allzu große Rolle, ist aber solide integriert und bereitet den Rahmen für Euren Einsatz. Entscheidet Euch, ob Ihr mit Ryoko oder Akemi in die Schlacht ziehen wollt (was spielerisch keinen Unterschied macht), betretet das Gebäude und ballert und schlitzt Euch fortan nach Herzenslust durch mechanische Widersacher.
Spielerisch geht es nach typischer Third-Person-Action-Manier zur Sache und natürlich bekommt die ganze Angelegenheit ein obligatorisches Roguelite-Korsett verpasst. Mit Eurem anfänglichen Fähigkeitenniveau beißt Ihr zwangsläufig früher oder später ins Gras, behaltet aber diverse gesammelte Ressourcen und könnt dann Eure Werte und Talente von einer Helferin aufmotzen lassen. Originelle Ideen sind den Entwicklern nicht unbedingt gekommen, aber strukturell und in puncto Komplexität ist alles gerade auch für weniger versierte Actionfans angenehm zugänglich und erfreulich frustfrei, zumal es wählbare Schwierigkeitsgrade gibt. Nervig erweist sich in der Hinsicht nur, dass Ihr beim nächsten Anlauf in der Regel eine Reihe schon absolvierter Stockwerke nochmals abarbeiten müsst.
Optisch ist die Ballerei ansprechend in Szene gesetzt und lässt jede Menge Öl statt Blut sowie (mechanische) Körperteile fliegen. Aber spätestens im letzten Spieldrittel merkt man der fröhlichen Zerstörungsorgie trotz aller Kurzweiligkeit schon an, dass auch viel Recycling betrieben wird. Neue Gegnertypen bleiben aus und die ”Betretet einen Raum und meuchelt alles, bevor es weitergeht”-Situationen werden etwas knackiger, jedoch nicht unbedingt interessanter. Dabei spielt auch eine Rolle, dass es zwar ein paar verschiedene Waffen- und Drohnenhelfertypen gibt, aber gerade bei Ersteren erweist sich im Einsatz alles außer der (dafür sehr effektiven) Gatling Gun als nicht sonderlich praktisch.
Meinung
Ulrich Steppberger meint: Wenn Euch nach einem flotten Actionhappen gelüstet, bei dem ordentlich was zu Bruch geht, findet Ihr hier launige Unterhaltung. Yuke’s hat die PS5-Hardware solide im Griff, mit minimalen Ausnahmen bleibt das Chaos flüssig, selbst wenn gerade eine Horde Cyborgs gemeuchelt werden will und allerlei Inventar auf einmal zerbröselt. Charaktere sind sauber animiert und die Zerstörung von Umgebung und Objekten ist stimmig inszeniert, vor allem aber fühlen sich die Steuerung und die Attacken befriedigend an. Wenn die Heldin mit jeder Erweiterung durchschlagskräftiger wird, macht das Laune und lässt über einige Limitationen hinwegsehen: Waffen- und Drohnenauswahl sind mager und gerade die Kanonenfuttergegner fallen wenig abwechslungsreich aus. Aber wie gesagt: Für ein paar Stunden Rabatz ohne Reue taugt es allemal.
Wertung
100 Stockwerke Balleraction
2 (spielerisch identische) Heldinnen
wenige, aber brachiale Waffen
Krawallige Third-Person-Ballerei mit Roguelite-Einschlag, die erfreulich zugänglich und an sich kurzweilig ist, auf Dauer aber monoton wird.
Singleplayer74MultiplayerGrafikSound
