In einem etwas ungewöhnlichen Audio-Blindtest eines Nutzers konnten selbst erfahrene HiFi-Fans nicht unterscheiden, ob Musik durch Kupferdraht, eine Banane oder doch nassen Schlamm lief.
Wie lief der Blindtest ab? Ein Nutzer im HiFi-Forum DIYAudio wollte es genau wissen – und baute einen ebenso simplen wie ungewöhnlichen Versuchsaufbau. Statt ein Audiosignal nur durch gewöhnlichen Kupferdraht zu schicken und dabei die Qualitätsunterschiede zu vergleichen, leitete er es alternativ auch durch eine Banane und durch feuchten Schlamm (via TomsHardware).
Pano, der Nutzer hinter dem Aufbau des Experiments, bat andere Forenmitglieder, sich mehrere Klangbeispiele anzuhören – jeweils in vier unterschiedlichen Sound-Versionen durch wiederum verschiedene Tonträger: eine direkt von der Original-CD-Datei, die drei anderen liefen einmal durch 180 Zentimeter professionelles Audio-Kupferkabel, durch 20 Zentimeter nassen Schlamm, durch 120 Zentimeter altes Mikrofonkabel, das an US-Cent-Münzen gelötet war, sowie über einen 13 Zentimeter langen „Bananenstecker“ (DIYAudio).
Die ersten Rückmeldungen zeigten: Für die meisten Hörer war es schwer bis unmöglich, die einzelnen Tonspuren korrekt den jeweiligen Verkabelungs-Setups zuzuordnen.
Autoplay
Pano bezog seine Inspiration für den Versuchsaufbau laut TomsHardware aus einer Dokumentation, in der die US-Armee auf den Philippinen eine einzelne Telegrafenleitung verlegte und dafür u.a. verschiedene Materialien testete.
Banane als Ersatzkabel
Wie ist das Experiment ausgegangen? Nachdem Pano einen Monat auf die Einreichung der Testergebnisse gewartet hatte, wurden folgende Ergebnisse zusammengestellt:
Wie in der Abbildung zu sehen, waren von insgesamt 43 Versuchen nur sechs Antworten richtig. In einer Übersichtstabelle zeigte sich damit, dass lediglich 13,95 Prozent der Zuordnungen korrekt waren.
Zusätzlich wurde mithilfe der Binomialverteilung berechnet, wie wahrscheinlich ein solches Ergebnis beim bloßen Raten wäre. Die Wahrscheinlichkeit, zufällig auf gleich viele oder weniger richtige Antworten zu kommen, lag bei 6,12 Prozent. Dieser Wert liegt knapp über der häufig verwendeten statistischen Signifikanzgrenze von 5 Prozent (über 5 % = nicht signifikant; also kein Beleg für echte Hörunterschiede) (via PCGamesHardware).
Das Ergebnis liefert also keinen statistisch belastbaren Hinweis darauf, dass Unterschiede zuverlässig gehört wurden. Anders gesagt: Selbst wenn das passende Kabel fehlt, könnte im Notfall offenbar auch die Banane aus dem Obstkorb als Signalweg dienen – zumindest rein technisch.
Solche Experimente sind nicht komplett neu. Bereits Anfang der 2010er-Jahre wurden ähnliche Versuche aufgestellt. Damals wurden verschiedenste Objekte wie eben Obst, Gemüse und sogar Getränke als Audioträger ausgetestet. Eines davon stammt vom Musiker und Produzenten J.Views, der mittels Obst Songs gespielt hat.
Beim kompetitiven Zocken kann eine passende Soundqualität schnell über den Erfolg oder die Niederlage entscheiden. Ob eine Banane als Soundträger für die eigenen Kopfhörer empfehlenswert ist, müssen alle selbst entscheiden. Aber es gibt auch andere Extreme: Ein Hersteller verkauft nun In-Ears, die mehr kosten als ein leistungsstarker Gaming-PC
Der Beitrag Wenn du kein passendes Kupferkabel für deine Sound-Anlage hast, kein Problem: Eine Banane tut’s auch erschien zuerst auf Mein-MMO.
