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Wer sich regelmäßig mit der Modding-Szene auseinandersetzt, dem ist Total Chaos eventuell ein Begriff. Ende 2018 für PC erschienen, erkundete man in diesem kostenlos erhältlichen, auf der GZDoom-Engine laufenden Survival-Horror-Spiel eine verlassene, von dämonischen Wesen überrannte Minenkolonie. Trigger Happy Interactive (Turbo Overkill) transformiert diese Mod für das Konsolen-Debüt in ein eigenständiges, grafisch nochmals deutlich attraktiveres Horror-Erlebnis auf Basis der Unreal Engine 5 – ohne dabei den motivierenden Story- und Spielmechanikkern zu verändern.
Auch hier erleidet Ihr zu Beginn in der Rolle eines Küstenwache-Offiziers Schiffbruch und strandet auf einer entlegenen Insel, auf der einst die Bergarbeiter-Siedlung Fort Oasis florierte. Angeleitet von seltsamen Radioübertragungen eines Unbekannten sowie von überall auffindbaren Hinweisen, Notizen, Briefen und Tagebucheinträgen gilt es nun herauszufinden, was genau vorgefallen ist und wieso die Minenstadt eines Tages dem Untergang geweiht war. Spielerisch präsentiert sich Total Chaos als sorgfältig ausbalancierte Mischung aus Erkundung, Puzzle-Passagen, Kämpfen und Survival-Elementen. So müsst Ihr unter anderem Euren Hunger durch den Konsum von Konserven, angefaulten Äpfeln und dergleichen stillen, während umherliegende Gegenstände zum Craften von Überlebens-Items, Rüstungen und provisorischen Waffen dienen.
Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgen nicht regelmäßig verfügbare Lichtquellen wie Feuerzeuge, Fackeln und Flares, die oft essenziell sind, um zuverlässig durch die teils stockdüsteren Gemäuer der völlig verwinkelten Anlage zu navigieren. Auf eine Automap haben die Macher hingegen bewusst verzichtet, weshalb Spieler mit gutem Orientierungssinn hier klar im Vorteil sind.
Meinung & Wertung
Sönke Siemens meint: Total Chaos entpuppt sich als fordernder Survival-Horror-Spießrutenlauf, der sich nur durch vorsichtiges Vorgehen, geschicktes Ausweichen, gutes Ausdauer-Management und einen hervorragenden Ortssinn meistern lässt. Kombiniert mit dem famosen Audiodesign und dem gelungenen Soundtrack (inklusive eines Akira-Yamaoka-Songs) entsteht eine zum Schneiden dichte Horror-Atmosphäre, die bis zum Ende motiviert. Ungereimtheiten wie die nur sehr limitierte Zahl an Savegame-Slots, die lediglich englische Übersetzung sowie verbleibende Programmfehler kann ich in Anbetracht der eingangs genannten Stärken verzeihen.
Nervenaufreibender Horrortrip mit packender Atmosphäre, labyrinthartigem Leveldesign und gelungener Story.
Singleplayer78MultiplayerGrafikSound
