God of War III – im Klassik-Test (PS3)

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Spiel:God of War IIIPublisher:SonyDeveloper:Sony Santa MonicaGenre:ActionGetestet für:PS3Erhältlich für:PS3USK:18Erschienen in:4 / 2010

Auf PS2 und PSP zählt God of War zu den spektakulärsten Titeln, jetzt kommt die göttliche Serie endlich auf die PS3. Die Handlung spielt erneut im alten Griechenland und knüpft an die Vorgänger an: Spartaner Kratos will den Olymp stürmen und an Göttervater Zeus Rache nehmen. Dieser hat jedoch ein Ass im Ärmel: Mit einem mächtigen Blitz verdonnert er Kratos in Hades’ Reich der Toten – seine berühmten Chaosklingen gehen dabei verloren. Dumm gelaufen: Jetzt muss der rabiate Held noch einmal von ganz unten anfangen, die Welten der Götter durchstreifen und diesen ihre mächtigen Waffen abknöpfen. Denn nur mit dem rechten Werkzeug lässt sich Zeus vom Thron stoßen.

Auf dem Weg durch mystische Schauplätze wie die Stadt Olympia, die Götterschmiede und den Palast der Aphrodite muss sich Kratos zahlreicher Monster erwehren: Untote, Minotauren und Zyklopen mischt Ihr mit nur drei Tasten (leichter Schlag, harter Schlag und Griff) auf. Trotzdem sind die Kämpfe alles andere als simpel: Im Laufe des Abenteuers entdeckt Ihr die vier aufrüstbaren Waffen Verbannungsklinge, Nemesis-Peitsche, Hadesklaue und Nemëische Löwen (Steinfäuste). Sämtliche Instrumente verfügen über individuelle Spezialmanöver, die Ihr mit Tastenkombinationen und -folgen auslöst. Jede Waffe eignet sich für bestimmte Gegnertypen: Scharen von Zombies wirbelt Ihr die ­Kettenklingen um die Ohren, gepanzerte Soldaten rempelt Ihr besser mit den Löwenfäusten aus dem Weg – der clevere Krieger setzt sein Werkzeug taktisch ein.

Zudem dürft Ihr diverse Relikte und Zauber sammeln, die sich ebenfalls im Kampf einsetzen lassen: Mit dem Bogen des Apoll nehmt Ihr entfernte Gegner ins Visier und der Kopf von Helios blendet Eure Widersacher mit einem Blitz. Ihr dürft auch die Geister erlegter Monster beschwören und Kratos’ Spartanerfreunde zu einem Spezialangriff herbeipfeifen. Obendrein lassen sich größere Monster benommen schlagen, dann könnt Ihr spektakuläre Todescombos ansetzen: Wenn Ihr je nach Situation die eingeblendeten Tasten flink drückt oder vorgegebene Analogstick-Bewegungen korrekt ausführt, bespringt Kratos die Riesen und beschert ihnen mit spektakulären Schnitten ein blutiges Ende. Alternativ bringt Kratos allerlei Monstrositäten unter seine Kontrolle und reitet auf ihnen: Dann dürft Ihr etwa mit den Keulen mächtiger Berserker durch die feindlichen Reihen wüten.

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Ähnliche Reaktionstests bringen Schwung in die zahlreichen Obermotzkämpfe, in denen Ihr die Götter der griechischen Mythologie zum Zweikampf fordert: So kann Kratos wild um und über seine Gegner springen, ohne dass Ihr die Kontrolle verliert – sobald die Kamera in eine der vielen ausgefallenen Perspektiven schwenkt, gilt es lediglich Buttonabfolgen zu tippen. Und das reicht auch, denn angesichts der aufwändig inszenierten Grafik ist es in manchen Kämpfen gar nicht so leicht, die Orientierung zu behalten. Da wirbelt die Kamera nur so um Kratos, während er im Zickzack durch die Arena springt, an Ketten zum Obermotz schwingt oder im Sturzflug wilde Luftkämpfe austrägt.

Die Kameraperspektive ist während des gesamten Abenteuers vorgegeben, was gleichermaßen Vor- und Nachteile mit sich bringt: Dank der Kameraführung wisst Ihr immer, wo es langgeht – sie weist Euch den Weg, speziell bei Scheidewegen. Dagegen kann man mangels Übersicht schon einmal Schätze oder Feinde übersehen.

Neben den vielen Kämpfen warten noch andere Aufgaben auf Kratos: Der Weg zum Olymp führt kreuz und quer durch die Götterwelt, einige Lokalitäten werdet Ihr mehrfach besuchen – schließlich lassen sich manche Rätsel und Geschicklichkeitsprüfungen erst mit den gesammelten Relikten meistern. Wer mit Helios’ Kopf leuchtet, entdeckt versteckte Mechanismen und Geheimgänge. Mit dem Bogen verschießt Ihr Feuerpfeile, um etwa störendes Gestrüpp abzubrennen oder explosive Tonnen zu entzünden. Und Ihr sammelt die Hermesstiefel, mit denen Ihr über Wände eilt: So könnt Ihr auch in älteren Abschnitten neue Pfade finden. Trotz der verzweigten Abenteuerwelt müsst Ihr aber nur selten Wege mehrfach ablaufen: Zahlreiche Teleporter und Abkürzungen sorgen für einen straffen Spielablauf.

Neben der sammelbaren Ausrüstung entdeckt Ihr allerlei bewegliche Elemente wie etwa Steinschlitten, mit denen man Platten beschwert und Zahnräder blockiert. Damit löst Ihr allerhand Rätsel, bei denen mal Schalter, mal Kurbeln und Ketten sowie Drehräder zum Einsatz kommen. Einsteigertipps haben sich die Entwickler weitgehend gespart, deshalb müsst Ihr oftmals genau hinsehen und auf entscheidende Details achten, um den verzwickten Mechanismen auf die Schliche zu kommen.

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Zwischen den Knobeleien und Kämpfen erwarten Euch Hüpfabschnitte, in denen Kratos Festungswände und Türme erklimmt: Hier nutzt Ihr vor allem Gleitflügel und Schwungkette, um Abgründe, Feuer und andere Gefahren zu überwinden. Einige Sprünge sind richtig knifflig, zum Glück gibt es massig Checkpoints. So entdeckt Ihr auch versteckte Schätze, von denen es in God of War III nur so wimmelt. Es locken die üblichen Upgrades für ­Gesundheit und Magie, aber auch Sammelstücke für die Galerie.

Am Rande des Rachefeldzugs warten einige Minispiel-artige Aufgaben: Ihr spielt etwa auf einer magischen Orgel die Tastenfolgen vom Notenblatt nach, um Statuen Leben einzuhauchen. Ihr donnert mit Karacho durch einstürzende Tunnel und erweist Aphrodite Liebesdienste – die ­Ärmste fühlt sich mächtig einsam! Zu­dem entdeckt Ihr Steintafeln, die als Aussichtspunkt dienen und in diesem Modus die Wahl der Blickrichtung erlauben. Hier könnt Ihr einen Moment verschnaufen, den Ausblick genießen und Euch dabei gleich orientieren: Die riesigen Levels erstrecken sich schon mal bis zum Horizont, da gibt es einiges zu bestaunen!

Zum spektakulärsten HD-Abenteuer macht God of War III die gelungene Präsentation: Die jetzt deutlich größeren Levels, gewaltigen Gott-Obermotze und leuchtenden Special-FX stellen nur eine Zutat des Rezepts dar – oftmals sind es zum Beispiel Details wie eine originelle Perspektive, die Euch faszinieren. Da erlebt man schon einmal die letzten Sekunden eines Widersachers durch dessen Augen – alle paar Minuten erwartet Euch eine originelle Überraschung!

Die ständig wechselnden Kampf-, Rätsel- und Hüpfaufgaben bringen Abwechslung ins Abenteuer und auch auf Vielfalt hat man geachtet: Kein Gegnertyp läuft Euch zu oft über den Weg, jede Kraxelei überrascht mit einem neuen Element – mal sind die Plattformen brüchig, mal bewegen sie sich oder müssen korrekt angeordnet werden. Die Handlung kommt glücklicherweise nicht zu kurz, schließlich begegnet Kratos einigen Helfern: Er muss für sie mystische Gegenstände suchen, Personen eskortieren oder sie im Stich lassen – wie in früheren Episoden gilt es einige Entscheidungen zu treffen, welche Kratos’ Geschichte beeinflussen. Lediglich Surround-Fans werden nicht anständig versorgt: Zur Auswahl standen im Menü unserer Testfassung lediglich Stereo und Dolby Pro Logic II.

Meinung

Oliver Ehrle meint: God of War III ist ein Action-Paket, das sich gewaschen hat: Kaum ein anderes Aben­teuer bietet ein ähnlich dichtes Geschehen, ohne sich dabei zu wiederholen. Bei all der Dramatik kommt die Taktik nicht zu kurz: Jeder Feind erfordert eine individuelle Kampftechnik, einfach nur die Standard-Combo vom Stapel lassen funktioniert hier nicht! Obwohl ich sonst kein Freund ständiger Reak­tionstests bin, finde ich sie hier passend: So kann man alle paar Minuten ein neues Spezialmanöver bestaunen, ohne dass die Steuerung überfrachtet wirkt. Und die übrigen Aufgaben bringen auch einen Profi ins Schwitzen: Für die Rätsel muss man schon einmal eine Grübelpause einlegen und die Hüpfabschnitte erfordern wegen der verzwickten Schikanen höchste Konzen­tration – die Spannung bleibt immer auf dem Siedepunkt!

Wertung

bombastisches Hack’n’Slay-Abenteuer
4 neue Waffen
riesige Obermotze
blutrünstige Todesschläge
knifflige Rätsel und witzige Minispiele

Sony lässt es richtig krachen: dramatisches Finale der Kratos-Saga mit atemberaubender Präsentation.

Singleplayer89MultiplayerGrafikSound

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