WoW gibt zu, „etwas verloren zu haben“, weil Dungeons zu sehr E-Sport sind

Dungeons in World of Warcraft haben einen Teil ihrer Magie verloren, und das liegt an Mythisch+. Aber etwas Neues soll diese Lücke füllen.

Dungeons in World of Warcraft sind nicht mehr das, was sie einmal waren – zum Guten, wie aber auch zum Schlechten. Gerade in Endgame geht es in „Mythisch+“ vor allem um Leistung, Können und Geschwindigkeit. Die Dungeons sind recht linear und genau darauf ausgelegt. Aber das muss nicht ewig so bleiben, denn nicht alle mögen diesen E-Sport-Aspekt der Dungeons. Eine Lücke, die Labyrinthe bald schließen sollen.

Was sind Labyrinthe? Labyrinthe sind eine neue Art von Content, die in Patch 12.1.5 kommt – also erst im späteren Verlauf von Midnight. Das sind im Grunde „Mega-Tiefen“, die sich in viele große Areale aufteilen und auch zwischen den Besuchen innerhalb einer Woche nicht zurückgesetzt werden. Wer will, kann ein Labyrinth am Stück durchspielen, aber das wird vermutlich mehrere Stunden dauern. Wer es anders mag, kann sich das Labyrinth einteilen und alleine oder mit Freunden nur Stück für Stück bewältigen. Genau das soll ein Gefühl zurückbringen, das in WoW schon lange verloren gegangen ist.

Labyrinthe sollen das alte Dungeon-Gefühl von Classic zurückbringen

Was wurde gesagt? In einem Interview mit PCGamer sprach Blizzard darüber, was die kommenden „Labyrinthe“ eigentlich sein sollen und wie sie auch etwas zurückbringen, das vielleicht im Laufe der Jahre verloren gegangen ist. Dylan Barker vom WoW-Team (Encounter Designer) erklärte:

Tiefen haben uns gezeigt, dass es einen großen Hunger danach gibt. Nicht nur für etwas, das kleine Zeiteinheiten füllt, sondern etwas, in das man alleine gehen kann, bei dem man die Tasten drückt, ein Gefühl für die eigene Klasse hat, ein paar echte Monster bekämpft und mit echter Beute belohnt wird.

Paul Kubit merkt an, dass es so etwas damals in ähnlicher Form in Dungeons gegeben hat.

Wenn ihr euch zurückerinnert, damals in Classic, da hatten wir Dungeons wie Maraudon, die Schwarzfelsspitze und die Schwarzfelstiefen, wo wir so um die 20 Bosse in einem Dungeon hatten. Das ist nichts, was jetzt noch geschieht – Dungeons haben meistens 3 oder 4 Bosse und vielleicht haben wir dabei etwas verloren. (…)

Vielleicht, bei der Zielsetzung des spezifischen ‘Mythisch+’-Modus, haben wir nicht mehr diese ‚Wochenend-Projekte‘, wo man ‘einfach mit ein paar Freunden sich in einer Höhle verirrt und die komplett leer räumt’.

Allerdings muss man dazu sagen, dass diese riesigen Dungeons von Vanilla-WoW auch so groß waren, weil die Entwickler sie damals mit der Erwartungshaltung entwickelt haben, dass alle Spielerinnen und Spieler sie nur ein einziges Mal spielen.

Dennoch ist das ein Gefühl, das man in der Zukunft zurückholen will:

Dieses Fantasy-RPG-Gefühl, in einem großen Dungeon verloren zu gehen, das existiert in den Dungeons nicht mehr – aber es könnte in Tiefen wieder aufleben, wenn man sich so etwas wie die Labyrinthe anschaut. Das ist also etwas, das Labyrinthe erreichen sollen, auf einem emotionalen Level.

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Ist das wirklich die Schuld von Mythisch? Grundsätzlich muss man wohl sagen: Nein. Denn große, verwirrende Dungeons, in denen man sich stundenlang verlieren konnte, gab es schon lange vor der Einführung von Mythisch+ nicht mehr. Bereits in der ersten Erweiterung, The Burning Crusade, waren viele Dungeons in „Flügel“ aufgeteilt, die dann eigene Dungeons darstellten. Man denke nur an die 3 Instanzen in den Zangarmarschen oder auch die Dungeons in der Höllenfeuerzitadelle auf der Höllenfeuerhalbinsel. Bereits in The Burning Crusade wurden also Dungeons auf kleinere Areale reduziert, in denen es nur eine Handvoll Bosse gab.

Gleichzeitig macht Mythisch+ es den Entwicklern nun aber auch schwer, von diesem System wieder abzuweichen. Denn jetzt wird jeder Dungeon direkt mit „Mythisch+“ im Hinterkopf entwickelt, sodass große Dungeons mit einem verwirrenden Design im Grunde gar nicht mehr vorkommen. Eine einzige Ausnahme bilden hier die „Mega-Dungeons“, die von Zeit zu Zeit ins Spiel kommen – aber auch die sind linearer geworden.

Neulinge haben derweil in World of Warcraft ganz andere Probleme, die sich in einigen Wochen noch stärker zeigen werden. Denn wenn Blizzard das Early-Game nicht drastisch überarbeitet, könnten Rückkehrer und Anfänger massiv abgeschreckt werden: „Sie werden denken, das Spiel sei ein Witz“

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