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Nach der – offiziell nur temporären – Einstellung von Deathverse: Let It Die kehren die Entwickler mit einem neuen Titel zur abgedrehten Marke zurück. Doch anstelle eines kostenlosen PvP-Prüglers erwartet Euch nun ein PvEvP-Extraction-Klopper mit einem Einstiegspreis von 25 Euro, der sich jedoch wie ein Free-to-Play-Titel anfühlt und zudem mit dezenten Pay-to-Win-Elementen daherkommt. So gibt es kaufbare Charakterklassen mit anderen Fähigkeiten oder auch für Echtgeld erwerbbare Heiltränke, die Euch Grind überspringen lassen.
Das grundlegende Spielkonzept: Ihr schlagt Euch im Nahkampf im ständig gleichen Biom durch ein Dungeon-Labyrinth im Höllenspalt mit skurrilen NPC-Feinden, um bessere Ausrüstung sowie die seltene Währung SPLithium abzugreifen. Anschließend versucht Ihr, durch einen der zufällig spawnenden Ausgänge zu verschwinden. Das gleiche Ziel haben jedoch auch andere menschliche Raider, die Euch nur zu gerne um das wertvolle SPLithium erleichtern wollen. Sterbt Ihr, entkommt zwar Eure Wirbelsäule für einen Neustart. Doch Euer Charakter sowie Eure gesammelte Ausrüstung außerhalb Eurer sehr kleinen Sicherheitstasche sind dann futsch.
Das Kampfsystem ohne Lock-on-Funktion wirkt durch die verrückten Waffen anfangs interessant. Doch weil es nur wenige Schlagvarianten gibt, wird es nach einigen Runden eintönig, da Ihr ohnehin die meiste Zeit mit den immer gleichen NPCs auf den schwerer werdenden Stockwerken verbringt. Daher verliert auch die Motivationsspirale frühzeitig an Reiz.
Meinung & Wertung
Steffen Heller meint: Deathverse empfand ich als fast rundes PvP-Spielerlebnis, das fraglos gute Ideen hatte. Inferno wirkt hingegen wie der Versuch, mit einem Mix der beiden Vorgänger auf den Trend der Extraction-Spiele aufzuspringen, ohne jedoch zu wissen, was dieses Subgenre so reizvoll macht. Das Kampfsystem vom Suda-Erstling mit seinen langen, staksigen Animationen findet Ihr auch hier wieder. Insbesondere in Zeiten flotter Soulslikes wirkt es heutzutage noch altbackener als seinerzeit. Da die Beute selten besonders und das Item-Management eher mühsam ist, rückt auch die PvP-Motivation in den Hintergrund. Die wenigen Spieler, die mir begegneten, waren daher ohnehin nicht auf Duelle aus. Da Euer Fortschritt aber nach ein paar Monaten durch einen Wipe zurückgesetzt wird, sollten sich auch PvE-Fans überlegen, ob sich der Grind durch den Höllenspalt für sie lohnt.
Repetitives Extraction-Grindfest, dessen Spielerschaft vermutlich bald ausgestorben sein dürfte.
Singleplayer48MultiplayerGrafikSound
