Metro 2033 – im Klassik-Test (360)

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Spiel:Metro 2033Publisher:THQDeveloper:A4 GamesGenre:Ego-ShooterGetestet für:360Erhältlich für:360USK:18Erschienen in:5 / 2010

In den seltenen Spielen aus der Ukraine schwingt stets ein Hauch von Vergangenheitsbewältigung mit, widmen sie sich doch dem größten Trauma der Nation: atomarer Verstrahlung. Das war im hochgelobten PC-Shooter S.T.A.L.K.E.R. so und das gilt auch für Metro 2033, das von ehemaligen Entwicklern des PC-Hits designt wurde. Das mit 50 Mitarbeitern vergleichsweise kleine Team schuf in den letzten Jahren eine eigene Grafik-Engine, deren augenfälligste Stärke imposante Lichteffekte sind. Auf der ’A4 ­Engine’ basiert denn auch das erste Spiel der Ukrainer, das gleichzeitig eine Adaption des gleichnamigen Erfolgsromans des russischen Autors Dmitry Glukhovsky darstellt.

In Metro 2033 hausen nach dem nuklearen Holocaust die letzten Überlebenden im Untergrund Moskaus, wo sie im weitläufigen U-Bahnsystem gegen verfeindete Fraktionen und garstige Mutationen von der Erdoberfläche kämpfen. Artjom heißt Euer Held, der sich auf eine Reise durch dunkle Tunnels und mehrere U-Bahnstationen macht, um die zentrale Polis-Station vor einer neuen Bedrohung zu warnen.

Im Verlauf des rund siebenstündigen Abenteuers wechseln sich geradlinige Tunnelpassagen mit mehrstöckigen, offeneren Gebieten ab, in denen Ihr meist gegen Menschen kämpft. Hier überlässt Euch das Spiel, ob Ihr mit ausgeschalteter Taschenlampe schleicht und Feinde mit Wurfmessern und schallgedämpften Waffen beseitigt oder ob Ihr aggressiv ballert – Schleicher achten jedoch auf verräterische Glasscherben und diverse Fallen, die Euch sofort das Lebenslicht ausknipsen.

Eure Gegner sind zwar nicht die Hellsten, spannend laufen die Gefechte dennoch ab. Als spielerisch weniger prickelnd erweisen sich Kämpfe gegen Mutanten. Diese rücken in Horden an und wecken Erinnerungen an Serious Sam: Von allen Seiten stürmen sie auf Euch los, während Ihr rückwärts im Kreis rennend feuert, was das magere Waffenarsenal hergibt. Colt, Maschinenpistole, Kalaschnikow, Luftdruckknarre und zwei Schrotflinten – mehr gibt es in den Untergrundgemeinden nicht zu kaufen. Als Währung dient in Metro 2033 alte Militärmunition. Die durchschlagenden Geschosse dürft Ihr wahlweise auch verballern, sollten Euch auf einem der höheren Schwierigkeitsstufen die Standardkugeln ausgehen. Wer Munitionsarmut hasst, spielt deshalb auf ’leicht’, erst auf höheren Schwierigkeitsgraden kommt Survival-Horror-Flair auf.

Gelegentlich wagt sich Artjom an die Oberfläche, wo Ihr auf dem Weg zum nächsten Gebiet vor riesigen Fledermäusen flüchtet und Eure Armbanduhr im Blick behaltet. Die verrät, wie lange der Luftfilter Eurer Gasmaske noch vor der verseuchten Atmosphäre schützt – nur eine der charmanten Ideen in einem überraschend eigenständigen Spiel!

Meinung

Michael Herde meint: Die knappe Spielzeit zählt ebenso zu den Schwächen des Titels wie steife Animationen, sinnfrei-holprige Dialoge und zu wenig Variation bei den Charakteren: Wenn zwei Klonbrüder nebeneinander stehen und ein dritter und vierter in der nächsten Gemeinde auftauchen, stört das die Glaubwürdigkeit der Spielwelt. Dafür begeistert mich die beklemmende Atmos­phäre, die an Doom 3 erinnert und einen eigenwilligen Charme versprüht. Die Waffen sind ungewöhnlich, die Steuerung reagiert aber stets präzise. Am besten gefallen mir die fulminanten Lichteffekte sowie das abwechslungsreiche Leveldesign, das mit vielen Details prahlt. Leider wird das Potenzial der erschaffenen Welt nur im Ansatz ausgereizt: Warum darf ich nicht ausgiebig mit den Bewohnern der Stationen plaudern und an deren Schicksal teilhaben?

Wertung

enthält russische Sprachfassung
basiert auf dem gleichnamigen Roman
Entscheidung: Militärmunition verballern oder bei Händlern gegen Ware tauschen?
ungeschnitten und etwa 7 Stunden lang

Beklemmender Ego-Shooter mit famosen Lichteffekten und ansprechender Story – es mangelt aber an Spieltiefe.

Singleplayer77MultiplayerGrafikSound

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