Sakura Wars: So Long, My Love – im Klassik-Test (Wii)

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Spiel:my LoveSakura Wars: So LongPublisher:Nippon Ichi SoftwareDeveloper:SEGAGenre:Strategie-RollenspielGetestet für:WiiErhältlich für:WiiUSK:6Erschienen in:6 / 2010

Lang hat es gedauert: Bereits 2005 erschien Sakura Wars: So Long, My Love als Sakura Taisen V in Japan, erst jetzt schafft es der ungewöhnliche Mix aus Visual Novel und Strategiespiel als Wii-Konvertierung nach Europa. Auch wenn Ihr die ersten vier Teile der Reihe nie gespielt habt, versteht Ihr schnell, ­worum es geht: Immerhin ist das fünfte Sakura Wars ein Neuanfang mit frischem Setting und unverbrauchten Protagonisten.

Als junger japanischer Offizier Shinjiro Taiga reist Ihr ins Steampunk-New-York der 1920er-Jahre, um es zusammen mit den Damen der New York Combat Revue vor allerlei bösem Gesindel zu verteidigen. Den Großteil des Spiels verbringt Ihr im Adventure-Modus und folgt der Handlung. In zahlreichen Dialogen mit Euren Vorgesetzten oder Mitstreiterinnen liegt es an Euch, Harmonie in die oft nicht ganz einfache Truppe zu bringen. Denn je besser die Stimmung der Mädels, desto besser schlagen sie sich in den Taktik-Kämpfen. Im Gegensatz zur oft kolportierten Ansicht ist Sakura Wars aber keine Dating Sim. Dialoge führt Ihr über das LIPS-System: Das ”Live Interactive Picture System“ gibt Euch für Antworten oder kurze Geschicklichkeitseinlagen stets nur begrenzt Zeit, so dass Ihr Euch oft spontan entscheiden müsst, wie Ihr agiert.

Kommt es schließlich zum Kampf, steigen die Mädels in ihre dampfgetriebenen Mecha-Anzüge und Ihr gelangt in den rundenbasierten Strategie-Part. Ähnlich wie im spirituellen HD-Nachfolger Valkyria Chronicles hat jede Figur ein begrenztes Aktionspotenzial, das sie in verschiedene Manöver investiert. Ihr könnt laufen, angreifen, blocken und heilen, gemeinsame Attacken starten oder alleine einen mächtigen Special Move zünden.

Im Aufbau erinnert Sakura Wars stark an eine klassische Anime-TV-Serie: Das Spiel ist in einzelne Episoden unterteilt, in denen stets eine andere Figur im Mittelpunkt steht. Als Highlight folgt immer ein beeindruckender Bosskampf. Zwischendurch dürft Ihr regelmäßig speichern oder einen Quicksave anlegen, wenn Ihr das Spiel kurzfristig unterbrechen müsst – vor allem bei späteren, langen Strategieschlachten eine willkommene Option. Sprachausgabe und Texte sind englisch, lediglich Käufer der nur in den USA erschienenen PS2-Version hören wahlweise die japanischen Originalsprecher.

Meinung

Thomas Nickel meint: Wer sich sonst ungeduldig durch die Story klickt, um endlich etwas ’Äktschn’ zu erleben, ist hier an der falschen Adresse: Als Mischung aus Strategie und Visual Novel lebt Sakura Wars genauso von seinen ausgedehnten Konversationen wie von den anspruchsvollen Taktik-Schlachten. Dank der gut geschriebenen Figuren und des flotten Dialogsystems verkommen die Gespräche nie zum laberlastigen Selbstzweck. Da Eure Antworten die Kampfperformance der Mädels beeinflussen, wirken beide Elemente clever verzahnt. Schießt Euch aber bei japanischem Grafik- und Spieldesign reflexartig das Wort ’fremdschämig’ in den Kopf, solltet Ihr Sakura Wars besser im Regal stehen lassen und zum nächsten HD-Shooter von der Stange greifen.

Wertung

sympathische Protagonisten
sehr textlastig
ebenso witzig wie originell
hoher Wiederspielwert

Ein cleverer Abenteuer-Strategie-Mix mit sympathischen Protagonisten, jeder Menge Humor und einem exzellenten Soundtrack.

Singleplayer85MultiplayerGrafikSound

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