In allen Punkten wäre Pokémon Pokopia eigentlich das perfekte Spiel für MeinMMO-Redakteurin Jasmin. Doch sie stört eine Sache, durch die im Spieleregal eine Lücke bleiben wird.
Pokopia ist aktuell das am besten bewertete Pokémon-Spiel aller Zeiten. Auf Metacritic hat der Titel eine Wertung von 88 von 100 möglichen Punkten bei 60 eingegangenen Reviews (Stand: 5. März 2026 um 10:00 Uhr). Nur Pokémon Y kommt auf genau die gleiche Wertung.
Eigentlich hatte ich mich auch total auf das Spiel gefreut. Ich bin ein riesiger Fan von Cozy Games, wie ihr an meiner Review zu Fae Farm gemerkt haben könntet. Und Pokopia bringt eigentlich vieles mit, was ich schon an anderen Titeln wie Animal Crossing gemocht habe:
Man kann sein eigenes Heim designen und auch die Welt so verändern, wie man möchte
Für Motivationslücken beim Bauen habe ich eine Story, an der ich mich entlanghangeln kann
Ich kann meinen eigenen Charakter gestalten, auch wenn es jetzt bei Pokopia ein Ditto ist
Die Sammelmechanik bleibt erhalten, da sich mehrere Pokémon in den Habitaten ansiedeln können
Pokopia wäre dadurch der erste Titel gewesen, wegen dem ich mir eine Switch 2 gekauft hätte. Bislang konnte ich nämlich Spiele wie Rune Factory: Guardians of Azuma für die PS5 kaufen und selbst der neueste Story-of-Seasons-Teil kommt demnächst für PS5.
Doch als ich erfuhr, dass die physische Version von Pokopia nur eine Game-Key-Card ist, war ich enttäuscht. Und sie ist auch für mich der Grund, warum ich mich diesem Boykott anschließe.
Autoplay
Game-Key-Card als leere Hülle im Spieleregal
Es gibt 2 verschiedene Arten von physischen Softwarekarten für Nintendo Switch 2, die ihr in eurer Spieleverpackung finden könnt. Das eine ist die normale Standard-Softwarekarte, die die vollständigen Daten des Spiels enthält.
Gerade bei Nintendo habe ich sie immer geschätzt, da es bei hauseigenen Titeln nach dem Release kaum Patches gab und das Spiel meist schon in einem fertigen Zustand veröffentlicht wurde. Hier weiß ich, dass ich auch ohne Internet theoretisch den vollen Zugriff auf das Spiel hätte.
Die Game-Key-Card unterscheidet sich da jedoch. Ihr könnt sie euch eher als eine Art Schlüssel vorstellen, mit dem ihr das vollständige Spiel über das Internet herunterladet. Sie enthält also gar nicht das Spiel, sondern nur eine Berechtigung zum Download.
Nintendo erklärt das Prinzip in einem Video:
Das Ausleihen von Game-Key-Cards funktioniert dagegen wie bei physischen Softwarekarten. Ihr könnt diesen Schlüssel weitergeben, damit ein anderer Spieler den Titel zocken kann. Dieser Schlüssel ist nur beim ersten Starten des Spiels notwendig.
Ein großer Vorteil ist hierbei, dass ihr Nintendo beim Ausleihen des Spiels nicht nachweisen müsst, dass es sich dabei um euer Spiel handelt. Theoretisch kann es nämlich bei der Standardversion der Softwarekarte passieren, dass ihr nach der Berechtigung abgefragt werdet.
Gerade auf dem Gebrauchtmarkt kam es in der Vergangenheit zu Situationen, in denen Käufer nachweisen mussten, dass sie das Spiel rechtmäßig erworben haben. Da ich Spiele aber selten verleihe oder geliehen bekomme, trifft das auf mich nicht zu. Dafür hat die Game-Key-Card einen viel zu großen Nachteil für mich.
Nachteile der Game-Key-Card überwiegen
Was mich daran stört, dass Pokopia als Game-Key-Kard erscheint: Ich mag es einfach, meine Spiele zu besitzen, wenn ich sie schon im Regal stehen habe. Ich sammle Spiele gerne als physische Version, vor allem auf der Nintendo Switch. Ich hole mir selten ein Spiel digital und möchte das eigentlich auch für die Switch 2 so beibehalten. Dafür bin ich auch bereit, den Vollpreis beim Release zu zahlen.
Auf Steam oder anderen digitalen Plattformen sieht das anders aus. Hier bin ich nicht bereit, für einen Titel den Vollpreis zu zahlen. Ich warte ab, bis irgendein Sale läuft, und hole mir dann verschiedene Spiele einige Monate, nachdem sie erschienen sind.
Das besondere Merkmal bei Nintendo ist aber, dass die Switch-Spiele auch nach vielen Monaten sehr preisstabil sind. Wenn sie doch einmal im Sale sind, dann nur um wenige Prozente, also kaum vergleichbar mit den Steam-Sales.
Ich hab mich auf das Einrichten gefreut, werde aber einen Preissturz abwarten, der vermutlich nie kommt.
Bei Pokopia ist es wie bei anderen Spielen auch, dass die Retailversion 10 € teurer ist als die digitale Version. Den Preis bin ich normalerweise auch bereit zu zahlen, wenn ich weiß, ich besitze eine Kopie des Spiels tatsächlich in meinem Regal.
In diesem Fall müsste ich aber 10 € nur für das Plastik ausgeben, das ich in meinem Regal stehen habe. Als Sammler bin ich nicht bereit, das zu zahlen, und hole mir das Spiel erst einmal gar nicht – obwohl es förmlich nach meinem Geschmack schreit.
Ich weiß, dass es auch bei der Standard-Softwarekarte sein kann, dass die Berechtigung im Nachhinein entzogen wird. So kann man beispielsweise für Online-Spiele gesperrt werden, wenn man cheatet.
Ich hoffe, dass die Publisher und Entwickler der Switch 2 in Zukunft nicht auf die Game-Key-Cards setzen und zur vollständigen, physischen Variante greifen. Andere Publisher wie Marvelous bleiben da bislang treu.
Der Fairness halber sei gesagt: Solltet ihr eure Spiele öfter verleihen, gebraucht verkaufen oder kaufen, könnte die Game-Key-Card allerdings doch etwas für euch sein. Nintendo fragt hier im Normalfall nicht mehr nach dem Kaufnachweis.
Sollte euch der Fakt mit der Game-Key-Card nicht stören oder wolltet ihr das Spiel ohnehin digital kaufen, könnt ihr mehrere Bundles zu Pokopia erwerben. Auf welche Goodys ihr euch freuen könnt, zeigen wir euch in einem separaten Artikel: Pokémon Pokopia Bundle: Diese Goodies gibt es beim Vorbestellen
Der Beitrag Das best-bewertete Pokémon-Spiel überhaupt ist wie für mich gemacht, aber kaufen werde ich es trotzdem nicht erschien zuerst auf Mein-MMO.
