Gamer lieben es, Bungie zu hassen, aber Marathon ist einer der besten Shooter, die wir 2026 bekommen

Dariusz hat Marathon für MeinMMO getestet und sieht hier einen der besten Shooter des Jahres – egal, was das Internet ihm einreden will.

Mit Marathon hat Bungie etwas Neues ausprobiert. Das Studio, das in den vergangenen Jahren primär für Destiny bekannt war, hat jetzt einen Extraction-Shooter für PS5, Xbox Series X|S und Steam herausgebracht. Das Spiel erschien am 5. März 2026, nachdem es einige Tage zuvor im Rahmen eines Server-Slams kostenlos zum Testen zur Verfügung stand.

Ich habe Marathon bereits über 20 Stunden gespielt, davon knapp 19 Stunden beim Server-Slam und nochmal 4 Stunden zum offiziellen Release. Jetzt möchte ich euch den Shooter vorstellen und anschließend erklären, warum Marathon für mich schon jetzt zu den besten Shootern gehört, die wir 2026 bekommen.

Extraction-Shooter mal anders – Bungie geht den „Apex Legends Weg“

Als Extraction-Shooter folgt Marathon einem Spielprinzip, das ihr vielleicht schon aus Spielen wie Escape from Tarkov, Hunt: Showdown oder ARC Raiders kennt:

Ihr nehmt eine Quest an, stellt eure Ausrüstung zusammen, startet einen Raid und versucht am Ende erfolgreich zu extrahieren.

Marathon wird am besten im Team gespielt. Ein Trupp besteht dabei aus bis zu drei Spielern. Ihr könnt aber auch solo auf die Jagd nach Loot gehen.

Während eines Raids lootet ihr verschiedenes Zeug, kämpft gegen NPCs und andere Spieler (PvEvP) und erfüllt idealerweise den angenommenen Auftrag, um stückweise Fortschritt zu erzielen.

In Marathon seid ihr sogenannte Runner. Das sind kybernetische Söldner, deren Bewusstsein sich an einem fremden Ort befindet. Während eines Raids seid ihr also nicht in einem menschlichen Körper unterwegs, sondern in einer sogenannten Runner-Hülle. Bei den Runner-Hüllen handelt es sich zugleich um spielbare Klassen, die einzigartige Fähigkeiten mitbringen – etwa einen Healer, einen Aufklärer und einen unsichtbaren Assassinen. Mit dem Loot, den ihr in einer Runde findet, könnt ihr beispielsweise eure Runner-Hülle oder euer Lager verbessern.

Bungie hat sich dabei für ein Spielkonzept entschieden, das ich als den „Apex Legends Weg“ bezeichne: Sie haben ein vorhandenes Spielkonzept genommen – in dem Fall das eines Extraction-Shooters – und mit den Elementen eines Hero-Shooters verheiratet. Ähnlich haben es Apex Legends beim Battle-Royale-Genre und Valorant sowie Rainbow Six: Siege bei den Taktikshootern gemacht.

Taktische Tiefe, die viele Extraction-Shooter nicht bieten können

Wenn ich mir einen neuen Shooter anschaue, ist für mich die wichtigste Frage immer: Macht das Gameplay Spaß? Das hängt natürlich von verschiedenen Faktoren und persönlichen Geschmäckern ab. Dennoch habe ich einige klare Eindrücke zu bestimmten Aspekten des Spiels:

Das Gunplay ist gelungen: Die Waffen fühlen sich gut an und spielen sich intuitiv.

Die Auswahl der Waffen ist solide und es ist für jeden Spielstil was dabei.

Manche Waffen wie Scharfschützengewehre oder Schrotflinten könnten wuchtiger klingen, aber es ist nicht so schlimm, dass es stört.

Insgesamt gefällt mir besonders, dass jede Waffe das Potenzial hat, gut zu sein. In Marathon ist die Stufe einer Waffe nämlich von den Mods (also Aufsätzen wie Visiere und Magazine) abhängig. Eine einfache, graue Waffe kann mit besseren Aufsätzen dann höhere Stufen wie blau oder lila erreichen.

Die große Stärke von Marathon ist aber definitiv das PvP. Die PvE-Kämpfe gegen die UESC-Roboter sind okay und teilweise knackiger, als man denkt. Aber das Gefühl, ein gegnerisches Team ausgeschaltet zu haben und sich an ihrem Loot zu laben, ist einfach grandios – vor allem, weil die Kämpfe selbst viel Spaß machen. Die Runner-Hüllen geben dem Ganzen eine taktische Tiefe, die andere Extraction-Shooter nicht erreichen. Die verschiedenen Fähigkeiten der Klassen fügen eine spielerische Ebene hinzu, die ein Shooter nicht haben kann, wenn er ausschließlich auf Granaten und andere Gadgets setzt.

Außerdem bringen die Runner-Hüllen Abwechslung in die Raids. Ihr könnt verschiedene Builds spielen und eure Teams unterschiedlich zusammensetzen. Absurdes Beispiel: Der Kampf gegen ein Team, das nur auf Assassinen setzt, ist ganz anders als der Kampf gegen ein Team, das nur auf Destroyer setzt.

Die Gameplay-Tiefe, das taktische Vorgehen der Teams und die spielerische Abwechslung durch die unterschiedlichen Hüllen leiden allerdings stark, wenn ihr Solo-Matches spielt.

Alles, was das Teamplay auszeichnet, geht komplett verloren, wenn ihr alleine zockt. Im Duo oder Trio macht Marathon deutlich mehr Spaß als solo. Das ist natürlich ein Kritikpunkt, den viele kompetitive Shooter haben, darunter auch beliebte Titel wie Counter-Strike, Valorant, Overwatch oder Rainbow Six: Siege. Genauso wie die genannten Shooter ist auch Marathon vorrangig auf Teamplay ausgelegt. Damit ihr auf diese Spielerfahrung nicht komplett verzichten müsst, könnt ihr als Kompromiss immerhin Trios mit zufälligen Mitspielern bilden.

Dennoch sind die Solo-Runden die größte Schwäche von Marathon. Es frustriert mich einfach, wenn ich in einem 1v1 meinen Gegner im selben Moment erschieße, wie er mich. Wir liegen beide auf dem Boden, schauen uns an und wissen:

„Jup, wir verlieren beide unseren Loot und niemand hat was davon.“

Und ja, das passiert oft. In meinen letzten 9-10 Solo-Runs ist das 3 Mal vorgekommen! Ich bin trotzdem optimistisch, denn der Gameplay-Loop lädt zum Grinden ein und verspricht langfristige Motivation für PvP-Schwitzer (wie mich).

Besonderer Stil zu kleinen Anforderungen

Der Grafikstil von Marathon ist besonders. Jeder Gamer hat da seinen eigenen Geschmack. Ich mag den Stil, anderen ist er zu farbenfroh. Ich spiele aber auch Overwatch und Valorant – bunt ist nach meinem Maßstab nochmal etwas ganz anderes.

Die Spielwelt in Marathon hat zwar Farben, die ihr in Battlefield oder Escape from Tarkov nicht sehen werdet, aber die Maps haben auch düstere und mysteriöse Elemente. Es ist nicht so, als würdet ihr in Marathon mit der Gummibärenbande über Regenbögen rutschen.

Den innovativen und einzigartigen Grafikstil rechne ich Bungie hoch an – und letztlich ist der Stil neben den Klassen der Hauptgrund, weshalb Marathon sich von vielen anderen Extraction-Shootern abheben kann. Ich habe beim Spielen nicht das Gefühl, exakt dasselbe Spiel schon x-fach gespielt zu haben.

Das Sounddesign ist ebenfalls gelungen, auch wenn es definitiv nicht an Genre-Konkurrenten wie Hunt: Showdown oder ARC Raiders herankommt. Dennoch schafft es Marathon, über Musik und Hintergrundgeräusche eine spannende Atmosphäre zu erschaffen. Dabei gehen die spielerisch wichtigen Sounds aber nicht verloren und Schritte sowie Schüsse können meistens gut gehört und geortet werden.

Das Ganze ist in wirklich humanen Systemanforderungen verpackt, und selbst mein in die Jahre gekommenes System, das rund um eine NVIDIA GeForce RTX 3070 aufgebaut ist, schafft selbst auf hohen Einstellungen gute FPS im dreistelligen Bereich.

Bugs oder technische Probleme hatte ich noch keine, auch wenn Spielabstürze definitiv im Server-Slam bei einigen Spielern vorgekommen sind.

Auf der technischen Seite merkt man Marathon an, dass hier ein erfahrenes Entwicklerstudio arbeitet. Zwar steht Bungie bei der Destiny-Community oft für Bugs und Ähnliches in der Kritik, aber besonders im Extraction-Shooter-Genre habe ich schon deutlich schlechtere Erfahrungen gemacht.

Marathon und der Bungie-Hate

Ein Thema, das rund um Marathon viele Gemüter erhitzt, ist Bungie selbst. Die Destiny-Community wird dem Studio manche Entscheidungen wohl niemals verzeihen. Das macht auch Marathon wieder deutlich. Viele Kommentare sagen schon jetzt:

„Gebt dem Studio, das bekannt dafür ist, gekaufte Inhalte aus Spielen zu entfernen, doch kein Geld.“

Die Kritiker sprechen dabei von verschiedenen Inhalten, die bei Destiny 2 im sogenannten Content-Vault verschwunden sind und komplett aus dem Spiel entfernt wurden.

Außerdem wird das Finanzierungsmodell von Marathon diskutiert. Der Shooter kostet 40 Euro, trotzdem werden Skins und ein Battle-Pass zum Kauf mittels der Premium-Währung „Lux“ angeboten. Beim Kauf „schenkt“ euch Marathon natürlich stets ein paar Hundert Lux, wodurch ihr etwas zu viel für den angestrebten Skin besitzt.

Ich weiß um diese Kritik und möchte sie auch niemandem ausreden. Sie ist berechtigt. Wenn ihr wegen Destiny das Vertrauen in Bungie verloren habt, kann ich das nicht ändern.

Teilweise schwenkt die Kritik aber in Hass um. Manche Gamer haben anscheinend mehr Spaß daran, ein Spiel zu haten, als es tatsächlich selbst zu testen. Deswegen ist die Stimmung rund um Marathon auf X.com und Reddit deutlich negativer, als bei den tatsächlichen Spielern in den Rezensionen auf Steam – die sind nämlich zu 90 % positiv.

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Lässt man den Bungie-Hate außen vor, ist Marathon einer der besten Shooter des Jahres. Große Releases bekannter Franchises sind 2026 nach aktuellem Stand Mangelware. Spannende Titel wie Beautiful Light, Judas, Cinder City, EVE Vanguard, Ashfall, Luna Abyss und Den of Wolves haben noch kein festes Release-Datum oder wurden schon mehrfach verschoben.

Marathon hat vorgelegt und das Potenzial, einer der Top-5-Shooter 2026 zu sein.

Wenn ihr gerne Extraction-Shooter mögt, solltet ihr Marathon eine Chance geben – außer ihr gehört zu denen, die in ARC Raiders solo durch die Lobbys ziehen, sich einen PvE-Modus wünschen und bei jedem PvP-Kontakt fluchen. Für euch ist Marathon wahrscheinlich nichts. Aber beide Spiele können wunderbar koexistieren und ich werde auch beide zukünftig spielen.

So, ich habe jetzt viel zu Marathon gesagt. Falls ihr trotzdem noch unsicher seid, ob Bungies neuer Extraction-Shooter euch gefallen könnte, habe ich auf MeinMMO ein Quiz für euch gebastelt, das idealerweise bei der Entscheidung hilft. Dieses Quiz findet ihr hier: Lohnt sich Marathon für euch? Der kurze Check vor Release

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