„Ist nicht witzig“ – Twitch-Streamerin kämpft seit Monaten gegen einen Cyberstalker, doch viele feuern ihn an

Die deutsche Twitch-Streamerin Honeypuu wird seit einiger Zeit von einem Mann über das Internet belästigt. Immer wieder erscheinen Videos, die an sie gerichtet sind, auch wenn sie nicht reagiert. Die YouTuberin und Streamerin Jasmin Gnu nahm sich dem Thema an und prangerte das Verhalten von Streamer-Kollegen öffentlich an.

Wichtiger Disclaimer: Dieser Artikel behandelt die Themen Stalking und Cyberstalking. Wenn euch diese Themen nahegehen, überspringt diesen Artikel lieber.

Was ist die Situation? Die Twitch-Streamerin Honeypuu wird seit ungefähr einem Jahr von einem Mann online bedrängt. Der Mann scheint der Überzeugung zu sein, sich in einer Beziehung mit der Twitch-Streamerin zu befinden, und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Videos im Internet, die an die Twitch-Streamerin gerichtet sind. Die Videos beinhalten Liebesbekundungen oder auch Videos, in denen er die vermeintliche Beziehung beendet.

Honeypuu und der Mann haben sich noch nie gesehen, miteinander gesprochen oder sonst irgendwie miteinander interagiert. Trotzdem scheint er eifersüchtig, wenn die Twitch-Streamerin in ihren Streams mit anderen männlichen Streamern kollaboriert.

Die YouTuberin und Twitch-Streamerin Jasmin Gnu erstellte im Namen ihrer Streamer-Kollegin ein Video, in dem sie über den Fall und die Auswirkungen spricht. In dem YouTube-Video lässt sie das Ganze von verschiedenen Personen einordnen.

Wichtig: Falls ihr oder eine Person, die ihr kennt, von Stalking oder Cyberstalking betroffen seid, könnt ihr euch auf der Website des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik Hilfe holen. Auch das Anti-Stalking-Projekt bietet eine wichtige Anlaufstelle.

Stalking und auch Cyberstalking sind eine Straftat und nicht mit einem harmlosen Streich o. Ä. zu vergleichen. Laut dem Strafgesetzbuch kann eine Person, die sich der Nachstellung strafbar macht, mit bis zu 3 Jahren, in schwerwiegenden Fällen mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe belangt werden.

Absolut unsensibel

Wie wird die Situation befeuert? Allein diese Situation ist für die Betroffene schlimm genug, allerdings wird sie noch verschlimmert, da die Öffentlichkeit zugucke und sich auch einmische, so Jasmin Gnu.

Unter den Videos des Mannes als auch von Honeypuu selbst finden sich zahlreiche Kommentare, die die Situation weiter befeuern. Es wird beispielsweise nach einem Treffen der beiden gefragt.

Auch große deutsche Twitch-Streamer kommentieren die Situation, aber nicht, um ihre Kollegin zu unterstützen, sondern indem sie sich darüber lustig machen.

So wurde Honeypuu von ihrem Twitch-Kollegen Knossi nach ihrem vermeintlichen Cyberstalker in einem Twitch-Stream gefragt. Außerdem machten sich Streamer im Rahmen des Spiels Make It Meme über die Situation lustig. Einige andere teilnehmende Teilnehmer, wie beispielsweise EliasN97, stellten sich allerdings auch gegen dieses Verhalten.

Das Video von Jasmin Gnu könnt ihr euch hier auf YouTube anschauen:

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Jasmin Gnu kritisiert dieses Verhalten in ihrem Video scharf: Erst einmal finde ich und auch viele andere es absolut unsensibel, sie darauf im Stream vor so vielen Zuschauern anzusprechen, denn das hätte man, wenn es einem ernsthaft um die Person gegangen wäre, definitiv auch privat fragen können. (Quelle: YouTube ab Minute 16:00).

Weiter meint die YouTuberin: Und mit genau solchen Streams haben jetzt so viele neue Leute von dem Thema mitbekommen, ohne dass das Ganze überhaupt mal eingeordnet wird, dass gesagt wird: Leute, Stalking ist nicht witzig. Da gibt’s eine Person, die leidet drunter, supportet es nicht und bitte befeuert das Ganze nicht. (Quelle: YouTube ab Minute 18:58).

Zudem werden von der Öffentlichkeit weitere Memes und vor allem auch KI-generierte Bilder der beiden zusammen erstellt. Dieses Verhalten, sowohl von Zuschauern als auch von den anderen Content-Creatorn, befeuere die Situation und gebe dem Mann mehr Aufmerksamkeit, meint Jasmin Gnu.

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Sowohl Stalking als auch Cyberstalking sollten unter gar keinen Umständen unterschätzt werden. Schon vergangene Vorfälle haben gezeigt, wie gefährlich eine parasoziale Beziehung beziehungsweise Stalking werden kann. Beispielsweise der Fall rund um die Twitch-Streamerin Emiru, die auf der TwitchCon von einem Mann ohne ihr Einverständnis angefasst wurde.

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