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Ihr erwacht als Ingenieur auf einer touristisch genutzten Mondstation und sollt bei einem IT-Problem helfen. Aber warum ist niemand hier? Wieso patrouillieren angriffslustige Roboter? Und was lauert da im Schatten des Forschungszentrums? Beim Erkunden der per Tram verbundenen Gebiete setzen wir allmählich ein Bild vergangener Ereignisse zusammen. Action gibt es hier nicht, dafür teils knifflige Rätsel, für die Ihr die detailreich ausgestaltete Umgebung akribisch untersucht. Wegweiser, Karten oder andere Hilfen fehlen. Stattdessen habt Ihr ein multifunktionales Werkzeug für Kosmonauten dabei, das nicht nur das HUD ersetzt, sondern auf vielfältige Weise zur Interaktion mit Gegnern und Umgebung genutzt wird. Hackt Euch in Geräte, feuert Elektroimpulse auf Schalter oder auch auf aggressive Roboter, um sie kurz zu lähmen. Solltet Ihr gerade keine der großzügig verteilten Batterien zur Hand haben, flüchtet Ihr einfach lange genug aus ihrem Blickfeld, bis sie sich selbst deaktivieren.
Stilistisch setzt Routine auf Retroflair der 1980er und kombiniert kühlen Brutalismus mit Neon-Vibes und Röhrenbildschirmen, insbesondere im Leistungsmodus läuft das Spiel blitzsauber. Die Handhabung in Menüs per Controller fällt ebenso wenig intuitiv aus wie die voreingestellte Tastenbelegung – die PC-Wurzeln sind hier offensichtlich.
Meinung
Michael Herde meint: Routine macht mir die Mechanik des wehrlosen Wegrennens erträglich, wenngleich allein das anschwellende Stampfen mechanischer Schritte immer wieder eine Gänsehaut über den Rücken jagt. Die Soundkulisse ist fantastisch, ebenso das liebevolle Design der vielen Gebiete, die wirken, als hätte hier kürzlich noch Leben stattgefunden. Vor allem mag ich die Entschleunigung, die dadurch entsteht, dass ich nicht permanent an der Hand geführt werde, sondern selber drauf kommen muss, wo und wie es weitergeht. Das kann mangels Spielhilfen natürlich auch nerven, etwa nach längerer Pause oder wenn man eine Kleinigkeit übersieht.
Wertung
+ detaillierte Mondstation
+ Rätsel zum Selberdenken
+ intensives Sounddesign
– teils unberechenbare Gegner-KI
– für Maus-Steuerung optimiert
– keine Karte
Atmosphärisch dichter Horrortrip, der Erkundung und Rätsel über Action stellt, aber wenig Neues bietet.
Singleplayer74MultiplayerGrafikSound
